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März, Stellung genommen. Er dankte vorweg den Kandidatinnen und Kandidaten der jüngsten Wahlen zu Gemeindeteams und Pfarrgemeinderäten und betonte die Bedeutung eines funktionierenden, demokratisch legitimierten Rätesystems in der Kirche.</p><p>Mit Blick auf den jüngsten militärischen Schlag der USA und Israels gegen den Iran warnte Wolf vor einer weiteren Eskalation im Nahen und Mittleren Osten. Luftangriffe allein würden keinen Krieg entscheiden, sagte er. Am Ende brauche es entweder einen inneren Umsturz oder Bodentruppen – beides Szenarien mit unkalkulierbaren Folgen. Die Regierungen müssten sich sehr genau fragen, welches Ziel sie verfolgten und welchen Preis sie zu zahlen bereit seien. Die Region brauche keinen weiteren „failed state“, mahnte Wolf und erinnerte daran, dass über die Straße von Hormus rund ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert werde.</p><p>In der Innenpolitik griff Wolf das Ringen um das Gebäudeenergiegesetz auf. Die deutsche Klimapolitik sei derzeit kein Vorbild für zielgerichtetes und konsistentes Handeln, kritisierte er. Zwar sei das Ziel breit anerkannt, den CO2-Ausstoß zu senken, Entscheidungen würden jedoch parteipolitisch zerrieben. Die Rückkehr zu Gas- und Ölheizungen stelle die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Regelungen. Steigende CO2-Preise, knappe Mengen an grünem Gas und Wasserstoff sowie mögliche Rückzüge von Stadtwerken aus der Gasversorgung könnten vor allem sozial Schwächere hart treffen. Es müsse gewährleistet bleiben, dass Menschen nicht zwischen Essen und Heizen wählen müssten. „Nicht handeln ist verantwortungslos – Handeln braucht aber eine klare Zieldefinition“, betonte Wolf.</p><p>Skeptisch äußerte sich der Naturwissenschaftler zur derzeitigen Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. KI könne Fluch oder Segen sein, dürfe aber nicht so organisiert werden, dass die Kosten vergesellschaftet und die Gewinne privatisiert würden. Der wachsende Energiebedarf von Rechenzentren und der notwendige Netzausbau würden über Gebühren letztlich von allen bezahlt. Zugleich forderte Wolf klare Grenzen beim militärischen Einsatz von KI. Autonome Waffensysteme, die selbst über den Einsatz von Gewalt entscheiden, lehnt er ab. Solange KI zu Fehlern und „Fantasien“ neige, müsse der Mensch die letzte Entscheidung behalten.</p><p>Ein geplantes Social-Media-Verbot für Kinder nahm Wolf zum Anlass, die Erwachsenen zu Selbstkritik zu ermahnen. Wer selbst ständig aufs Handy schaue, sei ein schlechtes Vorbild. Bevor über Verbote nachgedacht werde, müsse die Gesellschaft ihren eigenen Umgang mit digitalen Medien reflektieren. Ein „Digital Detox“, also ein freiwilliger Verzicht auf die Nutzung mobiler Endgeräte, könne helfen, Grenzen zu ziehen und Kindern Alternativen aufzuzeigen.</p><p>Innerkirchlich begrüßte Wolf die Wahl des Hildesheimer Bischofs Dr. Heiner Wilmer zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Wilmer werde starke Nerven, Ausdauer und ein ausgleichendes Wesen brauchen. Zugleich warb Wolf für mehr Verbindlichkeit unter den Bischöfen. Die Konferenz müsse zu gemeinsamen Entscheidungen kommen, an die sich dann auch alle hielten, sonst drohe die Kirche in Deutschland als „wilder Haufen“ wahrgenommen zu werden. Notwendig sei ein klarer, verbindlicher Entscheidungsprozess, der von allen akzeptiert werde und Kompromisse ermögliche.</p><p>Mit Blick auf die Kommunalwahlen in Bayern am 8. März rief der Diözesanratsvorsitzende dazu auf, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Wer wähle, helfe mit, den Kurs der Gemeinden zu bestimmen und die Demokratie lebendig zu halten.</p><p>Bischof Dr. Franz Jung erklärte in seinem Wort an die Vollversammlung, der Angriff der USA und Israels auf den Iran bereite ihm wegen dem drohenden Flächenbrand in der Region schlaflose Nächte. Der mögliche Sieg der AfD bei der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei für das Bistum Magdeburg bedrohlich. Die Partei habe angekündigt, sämtliche Staatsleistungen sowie den Einzug der Kirchensteuer umgehend zu beenden, sobald sie die Regierung stelle. Die Wahl Bischof Wilmers zum Vorsitzenden begrüßte er ausdrücklich. „Ich kenne ihn aus meiner Zeit als Speyerer Generalvikar sehr gut. Er war damals Ordensoberer, und der Sitz der Gemeinschaft war in Speyer.“</p><p>Im Bistum Würzburg werde die Weiterentwicklung des Diözesanpastoralrats zu einem Synodalen Gremium systematisch vorangebracht. Bereits in wenigen Tage gehe die Arbeit an der Satzung weiter. Als wichtigen Schritt auf Bundesebene wertete der Bischof, dass die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz die Statuten für die Synodale Konferenz genehmigt habe. Nun müsse Rom diesen Text noch rekognoszieren. Als Erfolg wertete er zudem, dass beim Verband der Diözesen Deutschlands wieder alle 27 (Erz-)Bistümer dem Haushalt zugestimmt haben.</p><p>Zum Prozess der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Pfarreiengemeinschaft Mariä Geburt und Sankt Norbert Höchberg erklärte der Bischof, dass die erste Phase nun abgeschlossen sei, in der es darum gegangen sei, das Handeln der damaligen Diözesanleitung ab dem Jahr 2010 zu rekonstruieren. Er erklärte, dass mehrere Dinge in Folge der Meldung sexuellen Missbrauchs nicht korrekt gelaufen seien. Es habe unter anderem keine kirchliche Voruntersuchung gegeben, keine schriftliche und somit nachweisbare Meldung nach Rom, keine Entfernung des Geistlichen aus dem Dienst und dem Pfarrhaus sowie keine Information der Gemeinde. „Was noch aussteht ist die Einschätzung des römischen Dikasteriums für die Bischöfe zum Vorgehen des damaligen Ortsbischofs Dr. Friedhelm Hofmann in diesem Zusammenhang in den Jahren zwischen 2010 und 2017“, betonte Bischof Jung. Wichtig sei nun, dass die Gemeinde gut in die Phase zwei der Aufarbeitung eintreten kann, in der es um die Bearbeitung der aufgekommenen Emotionen gehe. Unter anderem wolle man die Person des Gründerpfarrers anhand des Konzepts der „paradoxen Persönlichkeit“ betrachten.</p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><span style="font-size:10pt"><span lang="de-DE"><i>mh (POW)</i></span></span></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><span style="font-size:10pt"><span lang="de-DE"><span style="font-style:normal">(1126/0251; E-Mail voraus)</span></span></span></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><span style="font-size:10pt"><span lang="de-DE"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i></span></span></font><font color="#000000"><span style="font-size:10pt"><span lang="de-DE"><i> Fotos abrufbar im Internet</i></span></span></font><font color="#000000"><span style="font-size:10pt"><span lang="de-DE"><span style="font-style:normal"></span></span></span></font></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>! überregional interessant (wird auf bistum-wuerzburg.de ausgespielt)</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71027</guid><pubDate>Sun, 08 Mar 2026 12:00:00 +0100</pubDate><title>Bischof Hofmann gibt Ehrentitel zurück</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/bischof-hofmann-gibt-ehrentitel-zurueck/</link><description>Ergänzende Stellungnahme: Bischof em. Hofmann nennt sein Verhalten im Fall Höchberg „falsch“ ‒ Bitte um Entschuldigung ‒ Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung: „Können jetzt gut zweite Phase der Aufarbeitung beginnen“</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Höchberg/Würzburg</strong> (POW) Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann hat auf die öffentlich gewordenen Reaktionen zu seiner Videobotschaft vom 2. März anlässlich des Abschlusses der ersten Phase der Aufarbeitung in Höchberg reagiert. Seine Stellungnahme wurde am Samstagabend, 7., und Sonntag, 8.&nbsp;März, in den Gottesdiensten in Höchberg vorgelesen. Bischof Hofmann schreibt:</p><p>„Liebe Schwestern und Brüder in Höchberg,</p><p>ich wende mich heute noch einmal an Sie. Sie haben bei der Informationsveranstaltung am vergangenen Montag ein sichtbares Zeichen meiner persönlichen Verantwortungsübernahme erwartet. Ich sehe, dass meine bisherige Stellungnahme nicht ausgereicht hat. Sie hat eine Lücke in der persönlichen Verantwortungsübernahme hinterlassen. Deswegen ziehe ich eine klare Konsequenz: Ich gebe den Titel des Ehrendomherrn an der Kathedrale von Würzburg zurück. Ich erkenne an, dass mein Handeln im Jahr 2010 im Bezug auf Ihren damaligen Pfarrer falsch war. Dafür bitte ich aufrichtig um Entschuldigung. Ich stelle nochmal fest, dass ich für mein Fehlverhalten die persönliche Verantwortung übernehme.“</p><p>Vorgetragen wurde zugleich eine von den Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinsamen Pfarrgemeinderates der Pfarreiengemeinschaft Höchberg und der Kirchenverwaltung Sankt Norbert verfasste Reaktion auf die obige Stellungnahme:</p><p>„Der Pfarrgemeinderat Höchberg und die Kirchenverwaltung Sankt Norbert begrüßen, dass Bischof em.&nbsp;Dr. Friedhelm Hofmann nun Verantwortung für sein Verhalten übernimmt und Konsequenzen aus seinen persönlichen Versäumnissen in den Jahren 2010 zieht. Bedauerlich ist, dass er diesen Schritt offenbar erst aufgrund der Informationsveranstaltung in Höchberg gehen konnte. Wir können jetzt gut die zweite Phase des Aufarbeitungsprozesses beginnen. Das Prozessteam wird sich bei einem nächsten Treffen zur Reflexion am 18. März 2026 ausführlich mit der Stellungnahme von Bischof em. Hofmann befassen und den Einstieg in die zweite Phase des Aufarbeitungsprozesses vorbereiten.“</p><p>(22 Zeilen/1126/0250; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>! überregional interessant (wird auf bistum-wuerzburg.de ausgespielt)</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70945</guid><pubDate>Tue, 03 Mar 2026 13:28:13 +0100</pubDate><title>„Das ist sehr bitter für mich“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/das-ist-sehr-bitter-fuer-mich/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung bei Abschluss der ersten Phase der Aufarbeitung in Höchberg enttäuscht von Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann – Stellungnahme des Altbischofs eine „vertane Chance“ – „Ich bin nicht der Richter Bischof Friedhelms“ – Prozessteam nennt Ergebnis unbefriedigend und enttäuschend</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Höchberg/Würzburg</strong> (POW) Die erste Phase der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Pfarreiengemeinschaft Mariä Geburt und Sankt Norbert Höchberg ist abgeschlossen. Seit Oktober 2025 hatte ein Prozessteam, bestehend aus Vertretern der Gemeinde und des Bistums Würzburg, die Aufklärung der Geschehnisse und Versäumnisse rund um die Tatvorwürfe gegen den 2017 verstorbenen Pfarrer der Gemeinde rekonstruiert und Antworten auf offene Fragen gesucht. Enttäuscht zeigten sich Bischof Dr. Franz Jung und viele Mitglieder der Gemeinde von Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, der sich nicht zu seiner persönlichen Verantwortung für den fehlerhaften Umgang in seiner Amtszeit mit den 2010 erstmals mitgeteilten Vorwürfen bekenne und daraus auch keine Konsequenzen ziehe. „Das ist sehr bitter für mich“, betonte Bischof Jung.</p><p>Der Missbrauchsfall war in der Pfarreiengemeinschaft erst nach Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens vom April 2025 zufällig entdeckt worden, erläuterte Christina Gold vom Pfarrgemeinderat bei dem Informationsabend am Montag, 2. März, in der Höchberger Kulturscheune vor rund 100 Gemeindemitgliedern. Bei Meldung der Tatvorwürfe im Jahr 2010 an die damalige Bistumsleitung hatte diese die Gemeinde nicht informiert. Die Arbeit des in Folge von Bischof Jung eingerichteten Prozessteams stellten Ordinariatsrätin Kathrin Pfeil und Bischöflicher Referent Kilian Martin vor. Die Vertreter der Pfarreiengemeinschaft im Prozessteam hätten vor allem einen kritischen Blick auf das Handeln des Bistums geworfen und gesammelte Emotionen und Fragen aus der Gemeinde eingebracht. Die Vertreter des Bistums im Prozessteam hätten Fragen beantwortet, Problemstellungen formuliert sowie den Fall und seine organisatorischen Hintergründe rekonstruiert. Hauptziele seien unter anderem gewesen, Verantwortlichkeiten zu klären und das Verhalten der Bistumsleitung zu analysieren sowie Betroffene zur Meldung zu ermutigen.</p><p>Die Ergebnisse der Arbeit des Prozessteams beschäftigten sich vor allem mit den Versäumnissen des damals amtierenden Bischofs Dr. Friedhelm Hofmann. Jochen Schmitt und Dr. Hubert Humm vom Prozessteam stellten Antworten auf bisher noch offene Fragen vor und bewerteten das Vorgehen der Bistumsleitung. Die Recherchen legten offen, dass die Bistumsleitung spätestens seit 2010 von zwei Betroffenen wusste. Zur Frage, warum keine Maßnahmen ergriffen worden seien, habe man keine Antwort der Bistumsleitung gefunden. Vollständig im Unklaren habe sie die Gemeinde in Höchberg gelassen, berichtete Schmitt. Die Meldung nach Rom sei durch den damaligen Generalvikar nur mündlich erfolgt und nicht schriftlich über den Bischof. Eine schriftliche Dokumentation hierzu liege weder in Rom noch in Würzburg vor. „Warum wurde der Beschuldigte 2010 noch zum Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft ernannt und blieb noch bis 2011 Dekan? Warum hat man ihn nach seiner Ruhestandsversetzung im Jahr 2011 weiter im Pfarrhaus belassen und nicht konsequent den Auszug aus dem Pfarrhaus umgesetzt?“, lauteten weitere Fragen.</p><p>Nach Angaben Humms stellte sich im Verlauf der Arbeit des Prozessteams heraus, dass in Rom beim Dikasterium für die Bischöfe ein Verfahren zur Überprüfung der Amtstätigkeit von Bischof Hofmann anhängig sei. In einem Schreiben der Vertreter der Gemeinde im Prozessteam an den Präfekten des Dikasteriums habe man vor diesem Hintergrund um Überprüfung der Amtsführung des Bischofs Hofmann gerade auch im Bezug auf den Umgang mit dem Fall des beschuldigten Priesters gebeten. Ein wesentlicher Punkt sei die Nichtdurchführung kirchenrechtlicher Voruntersuchungen mit Meldung nach Rom im Bezug auf die Vorwürfe der beiden Betroffenen im Jahr 2010 gewesen. Weiter sei die Zusage an eine Betroffene nicht durchgesetzt worden, dass der Priester nach Eingeständnis des Missbrauchs nicht mehr in der Öffentlichkeit auftritt und aus dem Pfarrhaus auszieht.</p><p>Nach den Worten Humms lässt sich in der Amtszeit von Bischof Hofmann eine „Strategie der Abschottung“ im Missbrauchsgutachten nachweisen. Auch habe der damalige Bischof sich selbst nicht an die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz zum Umgang mit Missbrauchsfällen gegen Minderjährige gehalten. Die Verantwortung habe er auf den verstorbenen Generalvikar abgeschoben. Nach Auffassung der Vertreter der Gemeinde im Prozessteam sei Bischof Hofmann der Titel eines Ehrendomherrn durch Bischof Jung abzuerkennen.</p><p>In einer bei der Versammlung gezeigten Videobotschaft bedauerte der 83-jährige Bischof Hofmann aufrichtig, dass die in seiner Amtszeit bekannt gewordenen Vorwürfe gegen einen damaligen Priester nicht in der erforderlichen Weise bearbeitet worden seien. „Ich trage Verantwortung“, betonte Bischof Hofmann. Rückblickend müsse er als Fehler einräumen: „Ich habe mich zu sehr auf die Bearbeitung durch meinen damaligen Generalvikar als Leiter der Bistumsverwaltung verlassen. Ich hätte als Bischof stärker nachfragen, genauer hinschauen und konsequenter handeln müssen. Viele von Ihnen fühlen sich nicht ausreichend informiert und nicht ernst genommen.“</p><p>Für eine Gemeinde sei es schwer auszuhalten, wenn man erst spät erfahre, was an Vorwürfen im Raum gestanden habe – und wenn der Eindruck entstehe, dass nicht konsequent gehandelt worden sei. „Es tut mir leid, dass Sie das erleben mussten.“ Heute könne er die Entscheidung nicht rückgängig machen. Zur Einordnung „ohne etwas zu relativieren“ sagte Bischof Hofmann weiter, die vorgeworfenen Taten seien bei Bekanntwerden im Jahr 2010 sowohl im weltlichen als auch im kirchlichen Recht verjährt gewesen. Zudem sei eine aktive Information der Gemeinde zu dieser Zeit keine gängige Praxis gewesen. Das damals gültige Amtsgeheimnis, das sogenannte Päpstliche Geheimnis, sei dem entgegengestanden. Heute sehe er: Auch unter diesen Rahmenbedingungen hätte es mehr Transparenz und eine konsequentere Bearbeitung gebraucht.</p><p>Zutiefst bedauerte der emeritierte Bischof, dass die Zusagen, der beschuldigte Priester würde aus dem Pfarrhaus ausziehen und nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten, nicht eingehalten worden seien. „Auch wenn mir kein rechtswidriges Handeln angelastet werden kann, ist mir bewusst, dass meine Verantwortung nicht dort aufhört, wo juristische Verantwortlichkeit endet. Deshalb bitte ich aufrichtig um Entschuldigung“, unterstrich Bischof Hofmann. Ihm sei bewusst, dass seine Worte die Vergangenheit nicht ungeschehen machen könnten – und auch die heutigen Belastungen nicht einfach auflösten. „Wichtiges Anliegen als Bischof war und ist für mich die Sorge um die Menschen und die Stärkung der Gemeinschaft im Glauben. Als Zeichen meiner Solidarität werde ich mich persönlich darum kümmern, dass es im Bistum Würzburg eine Stiftung für Betroffene sexualisierter Gewalt geben wird“, kündigte Bischof Hofmann an. Eine ausdrückliche Verantwortungsübernahme mit einem Schuldeingeständnis ließ Bischof Hofmann allerdings bei seinen Ausführungen vermissen.</p><p>Als vertane Chance wertete Bischof Jung die Stellungnahme seines Amtsvorgängers. „Ich bin enttäuscht und hätte mir erwartet, dass Bischof Friedhelm sich mutig der Situation stellt, sich zu seiner persönlichen Verantwortung bekennt und daraus auch Konsequenzen zieht – auch im Sinne der Betroffenen und der Gemeinde in Höchberg.“ Diese Lücke in der Verantwortungsübernahme bleibe jetzt, und er könne sie nicht schließen. „Ich bin nicht der Richter Bischof Friedhelms und kann auch niemanden zur Einsicht oder zu einem persönlichen Schritt zwingen. Für mich ist es sehr bitter, weil ich seit meinem Amtsantritt als Bischof in Würzburg für eine Haltungsänderung stehe. Ich stehe für rückhaltlose Aufarbeitung, für Benennung von Fehlern und für Verantwortungsübernahme“, betonte Bischof Jung.</p><p>Zur Informationsveranstaltung in Höchberg sei er gekommen, um deutlich zu machen, dass er auch mit der Lücke in der Verantwortungsübernahme dafür stehe, dass der Aufarbeitungsprozess gut in die nächste Phase gehen könne. „Ich trage keine persönliche Verantwortung für die Vergangenheit; und die kann ich auch nicht übernehmen. Ich trage aber sehr wohl die institutionelle Verantwortung für das Gelingen des Aufarbeitungsprozesses vor Ort, der mir sehr am Herzen liegt“, unterstrich Bischof Jung. Er sei nicht der Anwalt seines Amtsvorgängers, aber Anwalt eines gelingenden Prozesses.</p><p>Weiter gestand Bischof Jung in seinem Statement ein, von den Entwicklungen in Höchberg überrollt worden zu sein. Vom Ort her habe die Bistumsleitung damit gerechnet, dass Aufarbeitungsbedarf in einem akuten Fall angemeldet werde. „Das war eine Fehleinschätzung meinerseits.“ Vom Prozess her gebe es für diese lokalen Aufarbeitungsprozesse noch keine Vorlage. Das Bistum stehe hier in einem Lernprozess. Froh zeigte sich Bischof Jung darüber, dass die Leitlinien der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM) ab Juni 2025&nbsp;eine Orientierungshilfe für das Prozess-Design böten. Ganz wichtig sei Bischof Jung jetzt, trotz der Lücke in der fehlenden Verantwortungsübernahme die zweite Phase der Aufarbeitung zu beginnen. In ihr gehe es darum, die Emotionen zu bearbeiten. Schließlich betonte Bischof Jung: „Ich bin nicht Teil des Prozessteams, aber ich stehe als Begleiter immer zur Seite und versuche das Meine zum Gelingen beizutragen.“ Sein Ziel bleibe der Einsatz „für eine sichere Kirche“.</p><p>Seitens der Mitglieder des Prozessteams aus der Gemeinde wurde Bischof Jung dafür kritisiert, keine Konsequenzen für die Person Bischof Hofmanns zu ziehen. „Das Ziel, das wir erreichen wollten, war eine konkrete Verantwortungsübernahme des damaligen Amtsträgers und damit Verantwortlichen. Am Ende dieser Veranstaltung müssen wir wohl feststellen, dies ist uns nicht gelungen“, sagte Gudrun Walther, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in Höchberg. Eine offene, glaubhafte und ernsthafte Einsicht und klare Aussagen zur Verantwortungsübernahme gebe es auch jetzt nicht. „Das ist für uns alle in diesem Prozessteam unbefriedigend und enttäuschend.“ Hubert Humm richtete an Bischof Jung die Bitte, klare Konsequenzen zu ziehen. „Warten Sie nicht auf Rom.“</p><p>Wie die Aufarbeitung jetzt weitergehe, erläuterte Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran. In einer zweiten Phase gehe es um die Verarbeitung der emotionalen Lage vor Ort mit dem Ziel, Menschen in der Gemeinde seelsorglich zu begleiten. Hier sei das lokale Prozessteam verantwortlich, von Seiten des Bistums werden Kräfte aus der Supervision und der Ehe-, Familien- und Lebensberatung zur Verfügung gestellt. In der dritten Phase wolle man aus der Krise lernen und konkrete Präventionsmaßnahmen entwickeln. Schließlich gehe es in Phase vier um Veränderung und Reinigung der Erinnerungskultur. Bischof Jung werde sich dann wieder in den Prozess als Verantwortlicher einbringen.</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(1026/0239; E-Mail voraus)</span></span></p><p><em><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</span></span></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70136</guid><pubDate>Sun, 25 Jan 2026 16:17:10 +0100</pubDate><title>Ein besonderer Kraftort</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/ein-besonderer-kraftort/</link><description>100 Jahre Exerzitienhaus Himmelspforten ‒ Pontifikalgottesdienst mit Bischof Dr. Franz Jung ‒ Vortrag blickte auf Geschichte</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Fast auf den Tag genau 100 Jahre nach seiner Gründung hat das Würzburger Exerzitienhaus Himmelspforten seinen runden Geburtstag mit einem Festakt, einer Ausstellungseröffnung und einem Pontifikalgottesdienst gefeiert.</p><p>Bischof Dr. Franz Jung erinnerte in seiner Predigt beim Festgottesdienst in der Hauskapelle am Sonntag, 25. Januar, an die lange geistliche Tradition des Ortes. Mit Worten des Patriarchen Jakob – „Wie ehrfurchtgebietend ist doch dieser Ort! Er ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels“ – beschrieb er Himmelspforten als einen Ort, an dem sich „über uns der Himmel öffnet“. Der Bischof zeichnete die Geschichte nach: von der Ansiedlung der Zisterzienserinnen im Jahr 1251 über die Auflösung des Klosters in der Säkularisation bis zur Wiederbelebung durch engagierte Laien. Besonders würdigte er den Glaubensmut jener, die den Ort vor weltlicher Nutzung bewahrten. Das Exerzitienhaus, am 26. Januar 1926 von Bischof Dr. Matthias Ehrenfried eingeweiht, stehe in dieser geistlichen Linie und erinnere daran, dass die Weitergabe des Glaubens immer wieder auch aus persönlicher Initiative erwachse.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/273-100-jahre-exerzitienhaus-himmelspforten/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="280" width="100%"></iframe></p><p>Maria, „die Porta Caeli“, stellte der Bischof in den Mittelpunkt seiner geistlichen Deutung. Durch sie sei Christus in die Welt gekommen, und wie Maria sollten auch Gläubige selbst zu „Himmelspforten“ werden, die den Weg zu Gott öffnen. Himmelspforten sei ein Ort, an dem das Gebet, die Stille und das Gemeinschaftsleben an das Wesentliche erinnerten. Bischof Jung würdigte die benachbarten Karmelitinnen. Deren stille Präsenz erinnere daran, „in der Gegenwart des Herrn zu verweilen“, und mahne zugleich, solche Momente der Sammlung auch im Arbeitsalltag der kirchlichen Dienstgemeinschaft bewusst zu pflegen.</p><p>Abschließend betonte der Bischof, dass der Name Himmelspforten zugleich Auftrag sei, „den Himmel offenzuhalten“. Exerzitien, Bildung und kirchliches Handeln müssten dazu beitragen, Hoffnung und Glauben in einer säkularisierten Welt lebendig zu halten. Die Kirche dürfe „die Tür zum Himmel nicht zufallen lassen“, sondern müsse Christus im Mittelpunkt behalten. Dank sprach der Bischof dem Team des Exerzitienhauses sowie den Ritaschwestern, „die durch ihren Dienst dem Haus ein geistliches Gepräge gegeben haben“, aus. Dank schulde er seinen Vorgängern Bischof Ehrenfried für das Errichten des Hauses, Bischof Josef Stangl für das Wiederherstellen nach dem Krieg und Bischof Dr. Friedhelm Hofmann für die umfassende Erneuerung 2005.</p><p>Den Festvortrag am Samstagabend, 24. Januar, hielt Professor Dr. Wolfgang Weiß, langjähriger Professor für Fränkische Kirchengeschichte an der Universität Würzburg und Vorsitzender des Diözesangeschichtsvereins. Er betrachtete die Entstehung des ersten Zisterzienserinnenklosters in der früheren „Schottenau“, den Zerfall und die Neuansiedlung mit Karmelitinnen sowie die Gründung eines Exerzitienheimes durch Bischof Ehrenfried. Dieser habe sich mehr Innerlichkeit und Innigkeit für die Kirche gewünscht, um Widerständen trotzen zu können. Deshalb wollte er neben den damals weit verbreiteten Volksmissionen im Bistum Exerzitien etablieren. Seit den Anfangstagen habe sich das Angebot zu modernen Einkehr- und Besinnungstagen sowie Auszeiten gewandelt.</p><p class="western">Grußworte sprachen Domvikar Paul Weismantel, geistlicher Leiter des Exerzitienhauses, und Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe, Leiterin der Hauptabteilung Bildung und Kultur der Diözese Würzburg. Schrappe dankte allen, die heute einen Beitrag zur Erhaltung des Exerzitienhauses leisten. Blumen gab es für Schwester Rut Gerlach, Generalrätin der Oberzeller Franziskanerinnen, die bis ins Jahr 2001 das Exerzitienhaus mitbetreuten. Seit der Renovierung und Wiedereröffnung im Jahr 2005 begleiten die Ritaschwestern das Leben in Himmelspforten. Schrappe dankte den Schwestern Teresa Reulbach und Inge Grehn und bedauerte, dass sie Ende März die Einrichtung verlassen. „Der wichtigste Dienst hier war das Da-Sein“, blickte Reulbach auf ihre Arbeit zurück. Zum Abschied sagte die Ritaschwester: „Wir waren gerne hier, aber jetzt ist unsere Zeit zu gehen.“</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/274-was-sind-exerzitien/embed?context=external&amp;token=0UdpEQuFrJUP-XcF7_qSnQ" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p>Zum Abschluss des Festaktes wurde die Ausstellung „Licht des Glaubens“ von Ludger Hinse (<a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/das-licht-ist-eine-unserer-zentralen-botschaften/" target="_blank" class="external-link">siehe Interview</a>) eröffnet. Seine „kinetischen Lichtobjekte“ fügen sich ins Foyer und den Kreuzgang des ehemaligen Klosters ein. Statt eines Vortrags sprach Hinse zur Eröffnung ein Gebet. „Beten kann man nicht genug in diesen Zeiten.“ Einer seiner Wünsche lautete passend zu seinen Lichtobjekten aus Glas und Acryl: „Lass uns alle dein Licht sehen, damit wir selbst Licht werden.“ Musikalisch untermalt wurde der Festakt von Carolina Ehret (Violine) und Tyron Kretzschmar (Piano).</p><p>(0526/0110; E-Mail voraus)</p><p class="text-right"><em>mh (POW)/raru (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)</em></p><p>Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-66293</guid><pubDate>Fri, 27 Jun 2025 19:01:20 +0200</pubDate><title>„Zeuge der Liebe und Verletzlichkeit Jesu“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/zeuge-der-liebe-und-verletzlichkeit-jesu/</link><description>Prälat Kurt Witzel im Anschluss an Pontifikalrequiem im Würzburger Kiliansdom beigesetzt – Domdekan Dr. Vorndran blickt in Predigt auf Leben und Wirken zurück</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bei einem feierlichen Pontifikalrequiem am Freitag, 27. Juni, im Würzburger Kiliansdom hat das Bistum Würzburg Abschied vom im Alter von 86 Jahren verstorbenen Domdekan em. Prälat Kurt Witzel genommen. Die Bandbreite seines Schaffens und Wirkens im Bistum sei groß gewesen, würdigte Bischof Dr. Franz Jung Witzel. Der Satz „Der Priester der Zukunft ist ein Mann mit durchbohrtem Herzen“ treffe auf den Verstorbenen in besonderer Weise zu, sagte der Bischof. Witzel sei ein glaubwürdiger und den Menschen zugewandter Seelsorger gewesen. An der Seite von Bischof Jung konzelebrierten Dompropst Paul Reder, Weihbischof em. Ulrich Boom, Domdekan Generalvikar Dr.&nbsp;Jürgen Vorndran, Dompfarrer Stefan Gessner, Militärdekan Alexander Prosche und Pfarrer Bernhard Stühler. Als Vertreter des Bamberger Domkapitels nahm Domdekan Dr. Hubert Schiepek teil. Im Anschluss an die Messe wurde Witzels Leichnam im Kreuzgang des Doms beigesetzt.</p><p>In seiner Predigt würdigte Domdekan Vorndran den Verstorbenen als unverwechselbaren Menschen und Priester mit einem offenen Herzen, geerdetem Wesen und großer Herzlichkeit. Witzel sei ein Priester „nach dem Herzen Jesu“ gewesen, betonte Vorndran, und hob hervor, wie sehr dessen Menschlichkeit, Empathie und Zugewandtheit die Menschen berührt habe. Sein offenes Lächeln und sein ehrliches Interesse hätten Vertrauen geschaffen und Trost gespendet.</p><p>Geboren 1938 in Aschaffenburg, wuchs Witzel während des Kriegs in der Rhön auf. Dort habe sich sein tief verwurzelter Glaube entwickelt, getragen von einer starken Familie. Nach dem Abitur begann Witzel zunächst ein Maschinenbaustudium, entschied sich dann jedoch für den Weg ins Priesterseminar. Exakt 60 Jahre vor seiner Beisetzung, am 27. Juni 1965, wurde er zum Priester geweiht. Trotz mancher Enttäuschungen – etwa seiner Abwahl als Stadtdekan – habe er sich nie verschlossen, sondern sich weiter mit offenem Herzen engagiert, hob der Domdekan hervor.</p><p>Auch im Ruhestand habe er sich als Krankenhausseelsorger und Spiritual der Erlöserschwestern engagiert. Witzels Liebe zur Rhön und zu den Bergen habe sich in seinem Leben und seiner Sprache widergespiegelt. Oft habe er beim Wandern seine Lieblingshymne angestimmt: „Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen...“ Dieses Lied sei Ausdruck einer inneren Sehnsucht gewesen – nach Nähe zu Gott und dem Mitmenschen. Überhaupt sei es Witzels Charisma gewesen, Menschen bei der Gottsuche zu begleiten und ihnen in Not die Treue zu halten. „Wir stehen am Sarg eines Menschen, der mit seinem Lächeln Zeugnis gegeben hat für die Liebe und Verletzlichkeit des Herzens Jesu“, sagte Vorndran.</p><p>Nach dem Requiem begleiteten Bischöfe und Domkapitel sowie die Angehörigen des Verstorbenen den Sarg mit den sterblichen Überresten in den Kreuzgang des Doms. Dort fand unter der Leitung von Dompropst Reder die Beisetzung statt. Die Kantorenschola am Würzburger Dom unter Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth sowie Domorganist Professor Stefan Schmidt gestalteten das Requiem musikalisch. Am Ende der Beisetzung sangen Witzels Verwandte sein Lieblingslied „Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen …“. Angehörige übernahmen auch Lesung sowie Fürbitten und wirkten als Ministranten mit.</p><p>###GALERIE###</p><p>Witzel wurde 1938 in Aschaffenburg geboren, wuchs in Nordheim/Rhön auf und besuchte das Gymnasium in Münnerstadt. Nach dem Abitur studierte er zunächst Maschinenbau, dann Theologie in Würzburg und Innsbruck. Am 27. Juni 1965 weihte ihn Bischof Josef Stangl in der Seminarkirche Sankt Michael in Würzburg zum Priester. Seine Kaplanszeit verbrachte Witzel in Oberleichtersbach und Eltmann. 1973 wurde er für die Militärseelsorge in Hammelburg freigestellt. Zusätzlich betreute er als Kuratus die Kirchengemeinde Christkönig im Lager Hammelburg. 1974 wurde er Militärpfarrer, 1981&nbsp;Standortpfarrer und Militärdekan in Veitshöchheim. Das Amt des Militärdekans übte er bis 1986 aus und war Moderator des Priesterrats beim Katholischen Militärbischof. 1986 übernahm Witzel die Pfarrei Lohr-Sankt Pius. Dort wurde er erst zum stellvertretenden und 1987 zum Dekan des Dekanats Lohr am Main gewählt. Von 1988 bis 2008 war Witzel Dompfarrer, bis 2009 zudem Domkapitular sowie von 2002&nbsp;bis 2009 Domdekan am Würzburger Kiliansdom. Dekan des Stadtdekanats war er außerdem von 1988 bis 2000. Von 2001 bis 2010 war Witzel zudem Ordensreferent der Diözese Würzburg. 2007 wurde er zudem Pfarrer von Sankt Peter und Paul sowie der Hofpfarrei. Papst Johannes Paul II. würdigte Witzels Verdienste im November 2000 mit dem Titel eines Päpstlichen Ehrenprälaten. Ab 2008 war Witzel Spiritual der Erlöserschwestern in Würzburg. Ab 2010 engagierte er sich zudem als Krankenhausseelsorger in der Theresienklinik in Würzburg, half in der Seelsorge an der Marienkapelle am Markt mit und war Präses der Rosenkranzbruderschaft „Maria Hilf“. 2020 wurde er von diesen Aufgaben entpflichtet. Witzel lebte zuletzt im Juliusspital Seniorenstift in Würzburg.</p><p class="text-right"><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2725/0676; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet</i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Rhön-Grabfeld</category><category>Main-Spessart</category><category>Würzburg</category><category>Bad Kissingen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64780</guid><pubDate>Mon, 14 Apr 2025 11:28:00 +0200</pubDate><title>Statement des Bistums Würzburg zu den Ergebnissen des UKAM-Gutachtens </title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/statement-des-bistums-wuerzburg-zu-den-ergebnissen-des-ukam-gutachtens/</link><description>Pressekonferenz am 14. April 2025</description><content:encoded><![CDATA[<p>(POW)</p><h3><br />&quot;Teil 1 – Bischof Dr. Franz Jung – Stellungnahme zum UKAM-Gutachten</h3><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br />Ich darf Sie herzlich willkommen heißen zu unserer heutigen Pressekonferenz, in der ich als Bischof von Würzburg eine erste Einschätzung zum Gutachten gebe, das Professor Dr. Schneider im Auftrag der „Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Würzburg“ – kurz UKAM – erarbeitet hat und das mir am vergangenen Dienstag überreicht wurde.</p><p>Wenn ich recht sehe, handelt es sich um das erste Gutachten, das nicht von einem Bistum beauftragt wurde, sondern von der Unabhängigen Kommission, die auch das Forschungsdesign der Studie in Abstimmung mit dem Betroffenenbeirat vorgegeben hat. Als Bischof habe ich immer gesagt, dass wir mit der Aufarbeitung erst beginnen, wenn wir die Voraussetzungen erfüllen, die in der gemeinsamen Erklärung zwischen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem UBSKM – dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen sexuellen Kindesmissbrauch – 2020 vereinbart wurden. Diese waren ein arbeitsfähiger Betroffenenbeirat und eine unabhängige Aufarbeitungskommission. Ich bin froh und dankbar, dass es gelungen ist, beide Gremien für das Bistum Würzburg zu etablieren. Dieser Vorlauf jedoch bedingte, dass wir etwas später gestartet sind mit der Aufarbeitung, die völlig unabhängig sein sollte.&nbsp;</p><p>Ausdrücklich danke ich heute den Mitgliedern beider Gremien für die intensive und aufreibende Arbeit der vergangenen Jahre. Mit der Veröffentlichung des Gutachtens treten wir ein in eine neue Phase der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in unserem Bistum. Mein Dank geht natürlich auch an Professor Dr. Schneider und sein Team für die Erstellung des akribisch erarbeiteten Gutachtens.</p><p>Bevor ich mit meinen Ausführungen beginne, möchte ich vorab klären, was Sie heute nicht erwarten können:&nbsp;<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Fragen zum Forschungsdesign des Gutachtens, den abzuarbeitenden Fragestellungen und den getroffenen Definitionen sind an die UKAM bzw. Professor Dr. Schneider zu richten und von beiden auch zu verantworten.<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Auch Fragen zu einzelne Missbrauchsfällen können im Rahmen dieser Pressekonferenz aus Datenschutzgründen nicht erörtert werden.<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Ebenso wenig wird der Missbrauch an erwachsenen Personen thematisiert und Missbrauchsfälle, die sich in Ordensgemeinschaften ereignet haben, selbst wenn sich diese auf dem Gebiet des Bistums Würzburg befunden haben oder noch befinden. Beides war nicht Teil des Auftrags, der in der gemeinsamen Erklärung zwischen UBSKM und DBK vereinbart wurde.<br />Was aber erwartet Sie heute?<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Ich möchte zu Beginn eine Einordnung des Gutachtens aus meiner Sicht geben<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;In einem zweiten Punkt wird Frau Pfeil darüber informieren, wie das Bistum die Aktenbestände aufbereitet hat und wem sie zugeleitet wurden zur Begutachtung<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;In einem dritten Punkt legt Frau Schüller dar, welche Konsequenzen aus dem Gutachten für die Intervention zu ziehen sind<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;In einem vierten Punkt wird Generalvikar Dr. Vorndran erläutern, was das Gutachten bedeutet für die Weiterentwicklung von Prävention in unserem Bistum<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Zum Abschluss werde ich einen Ausblick geben auf die nächsten Schritte, die in der Arbeit mit dem Gutachten anstehen, das ja keinen Endpunkt darstellt, sondern einen Meilenstein für unser Bemühen bildet, uns „Gemeinsam für eine sichere Kirche“ stark zu machen<br /><br />So komme ich zu meinem ersten Punkt, einer ersten Einordnung des Gutachtens. Keine Aufarbeitung, ohne das Leid der Betroffenen vor Augen zu stellen, gerade nach den Jahren des Verdrängens, des Verschweigens und des Vertuschens. Die Wahrnehmung des zugefügten Leids sind wir den Betroffenen schuldig. Das Ausmaß ist erschreckend, auch im Bistum Würzburg.&nbsp;<br /><br />Das Gutachten identifiziert 51 Beschuldigte, erheblich weniger als die MHG Studie im Jahr 2018. Im Gegensatz dazu aber wird die Zahl der Betroffenen deutlich nach oben korrigiert. Das Gutachten spricht jetzt von 226 Betroffenen. Noch bedrückender wird es, wenn es um die Anzahl der Übergriffe geht. Das Gutachten konnte 449 Taten an den 226 Betroffenen nachweisen. Da es aber unter den 51 Beschuldigten etliche Mehrfachtäter gibt, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg an den Betroffenen vergangen haben, kommen die Gutachter zu der furchtbaren Zahl von 3053 Übergriffen. Ein unvorstellbares Ausmaß.<br /><br />Zu den Missbrauch-begünstigenden Faktoren zählt das Gutachten:<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Asymmetrische Machtverhältnisse, die zu Amtsmissbrauch einluden<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Abhängigkeitsverhältnisse, die zur Unterwerfung führten<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Unhinterfragte Autorität, die keinen Verdacht zuließ und duldete<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die Unantastbarkeit der Amtsträger, die die „Definitionsmacht“ für sich beanspruchten über das, was sie anderen antaten, und ihre Verbrechen immer wieder schönredeten und damit auch noch Erfolg hatten<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Eine gesellschaftliche Stellung kirchlicher Amtsträger, die im weiteren Umfeld und noch darüber hinaus Respekt einfordern konnte und der man sich auch willig unterordnete<br /><br />Das Gutachten lässt aber auch keinen Zweifel am schuldhaften Versagen der kirchlichen Verantwortungsträger. Wäre rechtzeitig eingeschritten worden und wäre man den vorliegenden Hinweisen auf Missbrauch konsequent nachgegangen, hätten wahrscheinlich viele Übergriffe verhindert werden können.<br /><br />Warum das nicht passiert ist, wird auch im Gutachten in bedrückender Weise dargelegt:<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Einschüchterung der Betroffenen durch die bischöfliche Behörde oder durch ihr unmittelbares Umfeld, in dem sie sich nicht trauten, vom Missbrauch zu erzählen – wie oft ist die Rede davon, dass sich Gemeindemitglieder empört gegen den Bischof und das Ordinariat wandten, wenn der Beschuldigte versetzt oder seine Untaten ansatzweise geahndet wurden<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Deckung der Täter durch die Verantwortungsträger des Bistums wider besseres Wissen bei Hochhalten des priesterlichen Standesethos<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Versetzung der Beschuldigten, auch in andere Bistümer, und Verschleierung der wahren Gründe für eine Versetzung<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Bemühungen, festgesetzte Strafmaße herab- oder auszusetzen<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Inkonsequentes Verfolgen der Übergriffe sexualisierter Gewalt mit Absichtserklärungen gegenüber den Betroffenen und ihren Familien, die aber nie eingelöst, und mit Zusagen, die immer wieder gebrochen wurden<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Durch Untätigkeit herbeigeführte Fristverschleppungen, die eine Nachverfolgung der Übergriffe juristisch und kirchenrechtlich unmöglich machten<br />•&nbsp;&nbsp; &nbsp;Nachlässig oder chaotisch gehandhabte Dokumentations- und Meldepflichten, die erkennen lassen, dass man noch immer nicht gelernt hatte, dass keine Zeit zu verlieren ist, um schwerstes Leid von schutzbedürftigen Personen abzuwenden oder zu verhindern<br /><br />Eine verheerende Bilanz. Sie zeigt immer wieder aufs Neue, dass in den Augen der Verantwortungsträger der Schutz der Institution und die Sorge um das priesterliche Ansehen des Täters Vorrang hatten. Das Wohl der Kinder oder der Betroffenen kam, wenn überhaupt, nur sehr unzureichend in den Blick.&nbsp;<br /><br />Das ist beschämend und erschütternd zugleich.<br /><br />So möchte ich heute meine Bitte um Entschuldigung für die Jahre des Schweigens, der Verleugnung und der Untätigkeit erneuern, die ich schon bei der Entgegennahme des Gutachtens geäußert habe. Und ich muss erneut hinzufügen, wie sehr mir bewusst ist, dass viele dieser Bitte aus gutem Grund nicht werden nachkommen können.<br /><br />In den vergangenen Tagen hatte ich ein längeres Gespräch mit meinem Vorgänger im Amt, Bischof emeritus Dr. Friedhelm Hofmann. Nach der Lektüre des Gutachtens und im Rückblick auf seine Amtszeit bat er mich, am heutigen Tag in seinem Namen folgende Erklärung vorzutragen:</p><p>„<em>Das Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Bistum Würzburg betrifft auch meine Amtszeit als Bischof von Würzburg in den Jahren von 2004 bis 2017. Nach der eingehenden Lektüre des Gutachtens muss ich selbstkritisch einräumen, dass in meiner Zeit als Bischof von Würzburg Fehler gemacht wurden bei der Bearbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs. Ich weiß, dass ich als Diözesanbischof immer die Letztverantwortung getragen habe, auch wenn ich im Einzelnen den Umgang mit den Fällen sexualisierter Gewalt meinem jeweiligen Generalvikar anvertraut habe. Für die Fälle, in denen Betroffenen kein ausreichendes Gehör geschenkt wurde, Hinweisen zu Übergriffen nicht schnell genug nachgegangen wurde und Täter nicht konsequent genug zur Rechenschaft gezogen wurden, bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung. Ich bedaure das sehr und weiß heute, dass ich hier als Bischof mehr gefordert gewesen wäre und hinter meiner Verantwortung zurückgeblieben bin.</em>“&nbsp;</p><p>Neben Bischof Hofmann wurde ich auch gebeten, im Namen von Domkapitular emeritus Dr. Heinz Geist heute zu sprechen. Dr. Geist war von den Jahren 1997 bis 2010 Personalchef sowie von 2002 bis 2010 Missbrauchsbeauftragter des Bistums Würzburg. Er hat mir folgende Erklärung übermittelt mit der Bitte um Verlesung in der heutigen Pressekonferenz:</p><p><em>„Das Gutachten vom 8. April 2025 dokumentiert für die Dauer meiner Zeit als Missbrauchsbeauftragter ein nicht immer den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz vom 26. September 2002 entsprechendes Vorgehen in den mir gemeldeten Fällen.<br />Ich bedauere dies.<br />Ich stelle mich der Verantwortung für diese Versäumnisse und verzichte als Konsequenz auf meine Mitgliedschaft im Domkapitel zu Würzburg, auf die Zelebration öffentlicher Gottesdienste wie auf pastorale Veröffentlichungen.“</em></p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br />der Missbrauch bleibt eine offene Wunde, die nicht heilt, weil noch immer Menschen unter den Folgen dessen leiden, was ihnen im Raum der Kirche angetan wurde. Eine offene Wunde sensibilisiert für die Schmerzen und zwingt zu einem vorsichtigen und vorausschauenden Umgang.&nbsp;<br /><br />In diesem Sinn habe ich als Bischof von Beginn meiner Amtszeit an das direkte Gespräch mit den Betroffenen gesucht. Das mutige Zeugnis der Betroffenen hat es uns überhaupt erst möglich gemacht, den Prozess der Aufarbeitung anzugehen.<br /><br />Ausdrücklich danke ich Ihnen, Frau Göbel, sowie Frau Dr. Zehtner und Herrn Amrhein für ihre Arbeit im Betroffenenbeirat. In unseren Begegnungen haben Sie mir mitgeteilt, wie belastend diese Tätigkeit für sie war und ist. Umso dankbarer bin ich, dass dieses wichtige Projekt jetzt zu einem Abschluss gebracht werden konnte, der einen Meilenstein darstellt bei unseren Bemühungen um eine sichere Kirche.<br /><br />Als Bistum haben wir Betroffene – soweit sie es wollten – begleitet bei der Antragstellung im Rahmen des erweiterten Verfahrens zur Anerkennung des Leids, das im Jahr 2021 auf den Weg gebracht wurde. Wir haben Betroffene ebenso begleitet bei der seit 2023 bestehenden Möglichkeit, Widerspruch einzulegen gegen Leistungsentscheidungen der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen in Bonn und um eine neuerliche Überprüfung nachzusuchen. Ebenso haben wir Betroffenen Begleitung angeboten, wenn sie nach Vorlage neuer Informationen um eine erneute Antragstellung gebeten haben. Uns ist wichtig, niemanden allein zu lassen.&nbsp;<br /><br />Meine sehr geehrten Damen und Herren,<br />das Thema sexueller Missbrauch ist mit dem nun vorliegenden Gutachten für uns nicht erledigt. Ich sage das ausdrücklich, weil ich immer wieder höre, mit dem Gutachten sollten wir nun endlich einen Schlussstrich ziehen und das leidige Thema auf sich beruhen lassen. Das wird nicht geschehen. Welche Anstrengungen wir unternehmen, um Missbrauch künftig zu verhindern, möchten wir Ihnen im Folgenden darlegen.</p><p>Das Leid der Betroffenen ist dokumentiert in den Akten, die wir seit 2018 aus den unterschiedlichsten Ablageorten zusammengeführt haben, um sie zu sichten und sie externer Begutachtung zuzuführen. Was wir gemacht haben und wie wir dabei vorgegangen sind, wird Ihnen jetzt Frau Ordinariatsrätin Kathrin Pfeil erläutern.<br />Danke für Ihre Aufmerksamkeit!</p><p><br /><strong>Teil 2 – Ordinariatsrätin Kathrin Pfeil – Aktenaufbereitung und Übermittlung zur Begutachtung</strong></p><p><br />Sehr geehrte Damen und Herren,<br />ich darf im Überblick zentrale Schritte der Aufarbeitung und rechtlichen Klärung von Verdachtsfällen nennen, die wir seit 2018 gegangen sind. Diese bildeten wiederum die Grundlage für die unabhängige Aufarbeitung durch Professor Dr. Schneider.<br />Für die Erstellung der MHG-Studie wurde beim größeren Teil der Bistümer – darunter auch Würzburg – Personalakten für den Zeitraum 2000 bis 2015 sowie die Dokumente aus dem in dieser Zeit bestehenden Geheimarchiv seit 1945 untersucht. Bischof Dr. Jung hat nach seinem Amtsantritt 2018 entschieden, in Ergänzung dazu auch Personalakten seit 1945 nach den Vorgaben der MHG-Studie zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Folgestudie wurde im Jahr 2019 vorgestellt. Sie können das im Gutachten von Professor Dr. Schneider ab S. 131 detailliert nachvollziehen.<br />Ebenfalls im Jahr 2019 wurde eine Untersuchung für die drei „Kilianeen“ in Würzburg, Miltenberg und Bad Königshofen vorgestellt, die im Wesentlichen Fälle körperlicher Gewalt in den Knabenseminaren dokumentierte.<br />Im Zuge dieser Erhebungen, insbesondere der MHG-Studie, wurden somit alle verfügbaren Personalakten von Klerikern seit 1945 systematisch auf Hinweise auf sexualisierte Gewalt durchgesehen. Diese Prüfungen wurden durch externe Anwaltskanzleien durchgeführt. Ein Ergebnis ist jener Aktenbestand, der nun auch der unabhängigen Untersuchung von Professor Dr. Schneider zugrunde lag.&nbsp;<br />Alle genannten Akten mit Hinweisen auf sexualisierte Gewalt wurden in den Jahren 2018 und 2019 der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg zur Prüfung vorgelegt. Im Sinne einer transparenten Aufklärung hatte das Bistum Würzburg dabei auch solche Fälle vorgelegt, bei denen die Tat unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit lag. Im Ergebnis wurden die weitaus meisten Fälle von den Staatsanwaltschaften umgehend geschlossen und nicht weiterverfolgt.<br />In der jüngeren Vergangenheit richtete sich eine größere Aufmerksamkeit auf das Handeln von Verantwortlichen im Zusammenhang mit Missbrauchstaten. Um auch diese Frage zu überprüfen, haben wir im Jahr 2022 der Generalstaatsanwaltschaft erneut eine große Zahl von Akten vorgelegt, insbesondere die Akten von verstorbenen Beschuldigten. Wir wollten damit auch mögliches strafbares Fehlverhalten von Verantwortungsträgern ermitteln lassen in Fällen, bei denen dies zuvor nicht in Betracht gezogen worden war. Auch diese Übersendung führte zu keinen weiteren Erkenntnissen.<br />Schließlich haben wir ebenfalls im Jahr 2022 in einem sehr umfangreichen Versand eine größere Zahl von Akten an das für Missbrauchsfälle zuständige Glaubensdikasterium nach Rom übergeben. Hinsichtlich des Umgangs der Kurienbehörde mit Fällen sexualisierter Gewalt darf ich Sie auf die Darstellung im Gutachten von Professor Dr. Schneider ab S. 250 hinweisen. Diese findet auch in den Handlungsempfehlungen der UKAM Niederschlag.<br />Im Ergebnis betone ich drei Feststellungen:<br />1.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Mit unserer systematischen Durchsicht der Personalakten nach Hinweisen auf sexualisierte Gewalt konnten wir einen Aktenbestand schaffen, der die ermittelbaren Fälle bestmöglich abbildet.&nbsp;<br />2.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Wir konnten damit zugleich einen Aktenbestand schaffen, der auch den Ansprüchen einer unabhängigen Aufarbeitung durch die UKAM genügte. Selbstverständlich werden wir Empfehlungen zur Weiterentwicklung in diesem Bereich konstruktiv aufgreifen.<br />3.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Sämtliche uns bekannten Hinweise auf sexualisierte Gewalt wurden – zum Teil mehrfach – durch staatliche wie kirchliche Behörden geprüft.&nbsp;<br />Danke für Ihre Aufmerksamkeit!</p><h3><br /><strong>Teil 3 – Kerstin Schüller – Konsequenzen für die Interventionsarbeit</strong></h3><p><br />Sehr geehrter Damen und Herren,</p><p>als Leiterin der Stabsstelle Prävention und Intervention bin ich für die drei Themen Prävention, Intervention und Aufarbeitung verantwortlich.&nbsp;<br />Für die Aufarbeitung ist das von der UKAM in Auftrag gegebene Gutachten der zentrale Baustein, sowohl zur Einschätzung unseres Handelns in konkreten Fällen, als auch zur Weiterentwicklung unseres Vorgehens.<br />Durch das Gutachten haben wir neue Informationen zu einem Fall erhalten, die uns bislang nicht bekannt waren. Diese Informationen entstammen einer Strafakte, die der Gutachter im Zuge der Recherchen eingesehen hatte. Wir werden diesen neuen Informationen gemäß unseres Interventionsverfahrens nachgehen. Bereits unmittelbar nach Veröffentlichung des Gutachtens haben wir daher bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Einsicht in die Ermittlungsakte beantragt.<br />Wir werden auch die weiteren im Gutachten behandelten Fallbeispiele intensiv studieren. Sofern sich daraus neue Informationen ergeben, werden wir diesen konsequent nachgehen.<br />Für das Gutachten hatte die UKAM den Auftrag erteilt, Fälle mit einem „hinreichenden Tatverdacht“ auf sexualisierte Gewalt zu ermitteln. Es handelt sich hierbei um eine juristisch gut begründete, aber relativ enge Definition.&nbsp;<br />Ich möchte betonen, dass unserer Präventions- und Interventionsarbeit ein deutlich weiter gefasster Begriff zugrunde liegt. Wir haben das Ziel, eine sichere Kirche für alle Menschen zu sein. Unsere Nulltoleranz-Politik greift daher nicht erst bei Straftaten, sondern bei jeder sexualisierten Grenzverletzung – auch dann, wenn diese unterhalb der Grenze der Strafbarkeit liegt.<br />Entsprechend verpflichtet unsere Interventionsordnung alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen dazu, jeden Verdacht auf sexualisiertes Fehlverhalten im dienstlichen Kontext unverzüglich zu melden – unabhängig davon, ob es sich um strafbares Verhalten handelt. Auch anonymen Meldungen wird nachgegangen.<br />Ein weiterer wichtiger Baustein unserer Interventionsarbeit ist die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft und Polizei. Jeder Verdacht auf ein entsprechendes Fehlverhalten wird konsequent an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Das Bistum nimmt hierbei keine eigene strafrechtliche Einordnung vor. Nur durch dieses transparente Vorgehen können wir sicherstellen, dass eine Vertuschung von Straftaten nicht möglich ist.&nbsp;<br />Ohne einen konsequenten und transparenten Umgang mit Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt ist keine nachhaltige Aufarbeitung möglich.<br />In den zurückliegenden Jahren wurde das Interventionsverfahren kontinuierlich weiterentwickelt. Wir beziehen heute Betroffene entsprechend ihrer Bedarfe aktiv in den Interventionsprozess ein. Zudem hat die traumasensible Begleitung von Betroffenen in unseren Verfahren eine hohe Bedeutung.<br />Bei allen Fortschritten ist uns bewusst, dass auch in diesem Bereich Evaluation und Anpassungen notwendig sind, um die Nachhaltigkeit unserer Arbeit sicherzustellen.&nbsp;<br />Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/158-folgen-aus-dem-ukam-gutachten/embed?context=external&amp;podigee_nocache=true&amp;id=1744875696721" style="border: 0" border="0" height="100" width="100%"></iframe></p><h3><br /><strong>Teil 4 – Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran – Auf dem Weg zur sicheren Kirche: Prävention im Bistum systematisch stärken</strong></h3><p><br />Neben der Interventionsarbeit haben wir in den vergangenen Jahren unsere Anstrengungen im Bereich der Prävention stetig verbessert. Im Jahr 2013 nahm Schwester Dagmar Fasel von den Missionsdominikanerinnen in Neustadt am Main als erste Präventionsbeauftragte im Bistum Würzburg ihre Arbeit auf.<br />In der Folge haben wir erkannt, dass es einer eigenen Interventionsbeauftragten bedarf. Diese neu geschaffene Stelle ist seit 1. Juli 2022 mit Frau Kerstin Schüller kompetent besetzt. Als eines der ersten Bistümer in Deutschland haben wir Prävention und Intervention gemeinsam in einer Stabsstelle zusammengeführt und mit 3,5 Vollzeitstellen ausgestattet.<br />Daneben leisten 54 Präventionsberaterinnen und -berater in den 43 Pastoralen Räumen wichtige Sensibilisierungsarbeit vor Ort. Diese engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten auf die konkreten Umstände des jeweiligen Bereichs angepasste Angebote auf einem hohen Niveau. Für die Qualität unserer Präventionsarbeit spricht nicht zuletzt die steigende Nachfrage nach Schulungen auch von nichtkirchlichen Organisationen.&nbsp;<br />In den Monaten Februar und März haben die Interventionsbeauftragte Kerstin Schüller, der Präventionsbeauftragte Michael Biermeier und ich alle neun Dekanate unseres Bistums besucht. Ziel war, alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden weiter zu sensibilisieren gegenüber jedweder Form sexualisierter Gewalt. Die Haltungsarbeit im Bistum Würzburg haben wir unter das Motto „Gemeinsam für eine sichere Kirche“ gestellt.&nbsp;<br />Ziel all unserer Anstrengungen ist es, im Bistum Würzburg eine Haltung zu implementieren, die hilft, in unseren Gemeinden und weiteren Kirchorten, wie beispielsweise Bildungshäusern oder Schulen sowie Verbänden und Gemeinschaften, für die Thematik des Missbrauchs zu sensibilisieren und dadurch schon jede&nbsp;<br />Grenzverletzung zu verhindern. Denn „wirksame Prävention ist ein Marathon und kein Sprint“, wie Professor Dr. Marcel Romanos bei der Vorstellung des UKAM-Gutachtens so treffend sagte.<br />Wie groß die Aufmerksamkeit für das Thema ist, zeigt schon die Zahl von 1400 Haupt- und Ehrenamtlichen, die wir mit den neun Dekanatsbesuchen erreicht haben. Wir haben viele positive Rückmeldungen erfahren, es wurden aber auch die Grenzen des bisher Erreichten sichtbar.<br />Wir müssen daher auch in Zukunft die zentrale Bedeutung unserer Präventionsmaßnahmen herausstellen. Insbesondere gilt es, Haupt- und Ehrenamtliche weiter zu motivieren, um damit die Akzeptanz zu erhöhen.&nbsp;<br />Es geht um nichts weniger als einen umfassenden Kulturwandel im Umgang mit dem Thema von sexualisierter Gewalt: Weg von jeder Tabuisierung, hin zu einer hohen Achtsamkeit.&nbsp;<br />Dies lässt sich nur mit einer Anstrengung aller verwirklichen.<br />Die Empfehlungen der UKAM helfen uns, unsere Arbeit konsequent weiter zu entwickeln: Dies betrifft sowohl die personelle Ausstattung als auch strukturelle Anpassungen im Bereich von Prävention, Intervention und Aufarbeitung. Im Mittelpunkt steht jedoch das Ziel, alle zu gewinnen für unsere Haltung: „Gemeinsam für eine sichere Kirche!“&nbsp;<br />Danke für Ihre Aufmerksamkeit!</p><h3><br /><strong>Teil 5 – Bischof Dr. Franz Jung – Ausblick auf die nächsten Schritte der Aufarbeitung</strong></h3><p><br />Abschließend stelle ich Ihnen unsere Timeline für die nächsten Monate vor. In enger Abstimmung mit dem Diözesanrat unter Vorsitz von Dr. Michael Wolf und unserer Mitarbeitendenvertretung unter Vorsitz von Dorothea Weitz werden wir die Aufgaben angehen, die uns mit dem Gutachten gestellt sind:<br />Am 14. Mai 2025 habe ich den Betroffenenbeirat und weitere Betroffene sexualisierter Gewalt im Bistum Würzburg zu einem Austausch über das Gutachten der UKAM eingeladen. Es ist mir wichtig, dass dieses Gespräch den Ausgangspunkt für die nächste Phase bildet.<br />Am 16. Mai 2025 werden wir mit der UKAM einen gemeinsamen Workshop abhalten. Dies ist der erste Schritt der Begleitung durch die UKAM bei der Umsetzung der Handlungsempfehlungen.<br />Anschließend werden wir bis zum Ende des 3. Quartals 2025 konkrete Maßnahmen aus den Empfehlungen der UKAM ableiten.&nbsp;<br />Im April 2026 werden wir dann – ein Jahr nach Veröffentlichung des Gutachtens – ein Update geben über die Fortschritte unserer Arbeit.<br />Erneut danke ich dem Betroffenenbeirat, der UKAM, Herrn Professor Dr. Schneider und seinem Team sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bischöflichen Ordinariat für ihre Unterstützung bei unseren Bemühungen um Aufarbeitung.<br />Ihnen allen danke ich für Ihre Aufmerksamkeit und stehe Ihnen nun für Fragen zur Verfügung.“<br />(1625/0385; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen</strong>: Fotos abrufbar im Internet&nbsp;</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Dokumentationen</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64576</guid><pubDate>Fri, 04 Apr 2025 12:02:51 +0200</pubDate><title>Begegnung der Domkapitel von Würzburg und Erfurt</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/begegnung-der-domkapitel-von-wuerzburg-und-erfurt/</link><description>Würzburg/Erfurt (POW) Zu einer Begegnung haben sich über 20 aktive und emeritierte Mitglieder der Domkapitel von Würzburg und Erfurt am Freitag, 28. März, im Würzburger Burkardushaus getroffen. Auch Bischof Dr. Ulrich Neymeyer und Weihbischof Dr. Reinhard Hauke aus Erfurt sowie Würzburgs Weihbischof em. Ulrich Boom begrüßte Dompropst Weihbischof Paul Reder. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:100%">Nach erstem Kennenlernen und Austausch bei einer Kaffeerunde stellte der Referatsleiter Christoph Kohlmann die Psychotherapeutische Fachambulanz für Sexual- und Gewaltstraftäter in Trägerschaft des Caritasverbandes des Bistums vor. Anhand von Statistiken und von konkreten Beispielen skizzierte er Tendenzen und Entwicklungen der Gewaltproblematik in der Gesellschaft. Darauf reagiere das therapeutische Angebot der Ambulanz mit seinem Konzept. Zum Vespergebet in der Sepultur des Doms kamen Bischof Dr. Franz Jung und Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann hinzu. Anlässlich des Gedenkens an den Bauernaufstand vor 500 Jahren erhielt die Gruppe bei einer Führung mit Dr. Wolfgang Schneider, stellvertretender Leiter der Abteilung Kunst des Bistums, einen Einblick, welchen Einfluss und welche Bezüge die Ereignisse der damaligen Zeit auch auf die Gestaltung von Grabdenkmälern im Dom und Kreuzgang sowie von Ausstellungsstücken im Domschatz erkennen lassen. Ein Abendessen schloss die Begegnung ab.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(1525/0354; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen</b></u></i><i>: Fotos abrufbar im Internet</i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64026</guid><pubDate>Wed, 05 Mar 2025 20:12:31 +0100</pubDate><title>„Die Welt in Christi Licht sehen“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/die-welt-in-christi-licht-sehen/</link><description>„Aschermittwoch der Künstler“ in Würzburger Pfarrkirche Sankt Burkard – Bischof Dr. Franz Jung legt Gläubigen das Aschekreuz auf – Österliche Bußzeit als Zeit der Tauferneuerung</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit rund 150 Personen hat Bischof Dr. Franz Jung am Mittoch, 5. März, in der Würzburger Pfarrkirche Sankt Burkard den traditionellen „Aschermittwoch der Künstler“ zu Beginn der österlichen Bußzeit begangen. Ein besonderer Akzent bei der Wort-Gottes-Feier lag auf Werken der Kirchenmusiker Giovanni Pierluigi da Palestrina und John Rutter, die in diesem Jahr runde Geburtstage feiern. Der Bischof legte gemeinsam mit Weihbischof Paul Reder, Domkapitular Albin Krämer, Ordinariatsrat Diakon Dr. Martin Faatz und Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe den Gläubigen das Aschekreuz auf. Eine Begegnung im Pfarrheim von Sankt Burkard schloss sich an.</p><p>In seiner Predigt erinnerte Bischof Jung daran, dass die 40 Tage der Fastenzeit eine Chance zur Tauferneuerung seien. „Das uralte Gebet ‚Sarum Primer‘, ‚Das Gebet von Salisbury‘, das John Rutter so wunderbar vertont hat, kann vor diesem Hintergrund als Gebet zur Tauferneuerung gelesen werden.“ Die einzelnen Strophen entsprächen dem Ritus der Taufliturgie, der mit seinen Symbolen die neue Lebensweise aus dem Glauben beschreibe.</p><p>„Gott sei in meinem Denken und Verstehen“, heißt es dort. Vor der Taufe werde dreifach danach gefragt, ob der Täufling dem Bösen absage und an Gott glaube, der ihn als sein geliebtes Kind annehmen möchte. „In den kommenden Tagen sind wir aufgerufen, uns wieder neu auf Christus als unsere Lebensmitte auszurichten“, erklärte der Bischof. Das Überreichen der an der Osterkerze entzündeten Taufkerze entspreche der Textstrophe „Gott sei in meinen Augen und in meinem Sehen“. „Es geht darum, die Welt in Christi Licht zu sehen und auch angesichts der Schwierigkeiten nicht in Fatalismus zu verfallen.“</p><p>###GALERIE###</p><p>Der Effata-Ritus der Taufe verweise darauf, dass „Gott in meinem Mund und meinem Reden“ sei, wie es das alte englische Gebet formuliert. Mit dem heiligen Chrisam werde der Täufling gesalbt und damit sichtbar gemacht: „Gott sei in meinem Herzen und meinen Fragen.“ Die Salbung verdeutliche, dass alle, die an Christus glauben, Anteil haben an der Sendung des Messias, „der gekommen ist, die gebrochene Welt wieder aufzurichten“. Das vom Papst ausgerufene Heilige Jahr sei eine Einladung, sich den Menschen in Not besonders zuzuwenden. „Gott sei bei meinem Ende, meinem Entschlafen“, schließe das „Gebet von Salisbury“. In der Taufe werden laut Bischof Jung die Menschen durch das Wasser mit Christus begraben, um mit ihm zum neuen Leben aufzuerstehen. Das weiße Taufkleid sei Zeichen der Reinheit nach der Läuterung. „Wie die Heiligen in der Apokalypse in weißen Gewändern sollen wir dem Herrn entgegengehen und sein Lob singen in der ewigen Vollendung.“</p><p>Diözesanmusikdirektor Rainer Aberle leitete das Doppelquartett des Kammerchors „songcræft-art of singing“, Eva Dartschova spielte die Orgel. In einem Impuls bezeichnete Aberle Musik als einen Weg zu Gott. Palestrina, der vor 500 Jahren geboren wurde, nannte er den „Retter der Kirchenmusik“. Dieser habe mit seiner wohl berühmtesten Messe, der „Missa Papae Marcelli“, den Beweis geliefert, dass Polyphonie und Textverständlichkeit nicht unbedingt Gegensätze seien. Rutter, der in diesem Jahr 80&nbsp;Jahre alt wird, glaube an die Bedeutung der Melodie. Er verbinde klassische Kompositionstechnik mit populären Elementen und schaffe so neue, aber eingängige Kirchenmusik. Rutter bezeichne sich als Agnostiker und sage zugleich von sich: „Ich bin ein ehrfürchtiger Gläubiger, wenn ich gerade an einem geistlichen Werk arbeite. Du solltest keinen sakralen Text vertonen, wenn er dir nichts bedeutet.“</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(1125/0247; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Pilger der Hoffnung</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63252</guid><pubDate>Tue, 21 Jan 2025 15:40:00 +0100</pubDate><title>Vertrauen und der Verzicht auf Kontrolle</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/vertrauen-und-der-verzicht-auf-kontrolle/</link><description>Diözesanempfang mit Philosoph Professor Dr. Martin Hartmann als Festredner – Vortrag zum Thema „Zur Krise des Vertrauens“ – Rund 1200 Gäste aus Politik, Kirche, Caritas und Gesellschaft</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Vertrauen ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Doch aktuell ist vor allem von einer „Vertrauenskrise“ die Rede. Eine vielschichtige und teilweise überraschende Sicht auf die Bedeutung von Vertrauen gab Professor Dr. Martin Hartmann, Rektor der Hochschule in Luzern, beim Diözesanempfang am Montagabend, 20. Januar, in der Universität am Würzburger Hubland. In seinem Vortrag „Zur Krise des Vertrauens. Eine Gesellschaftsdiagnose aus aktuellem Anlass“ legte er unter anderem dar, warum Misstrauen eine wichtige Rolle spielt und wie das Streben nach größtmöglicher Sicherheit Vertrauen zerstören kann. Rund 1200 Gäste waren beim Empfang dabei. Rund 150 Menschen verfolgten die Veranstaltung live auf dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg, zudem wurde sie auf dem Kabelkanal von TV Mainfranken übertragen.</p><h3 style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px;"><strong><em>Professor Hartmann: Vertrauen braucht Raum und die Bereitschaft zur Verletzlichkeit</em></strong></h3><p class="western">Ob man eine Beziehung eingeht oder mit Kollegen an einem Projekt arbeitet, sich impfen lässt oder zur Wahl geht: „Fast alles, was wir in dieser Welt tun, ist ein Zeichen von Vertrauen“, sagte Hartmann. Es werde viel über eine Vertrauenskrise geredet, und Umfragen bestätigten, dass in vielen demokratischen Ländern das Vertrauen gesunken sei. Populismus, Fake News und Hate Speech würden als Zeichen für ein wachsendes Misstrauen gesehen. „Wenn Vertrauen in eine Krise gerät, dann haben wir natürlich ein Problem.“ Dabei sei Misstrauen an sich nichts Schlechtes, wie der Referent am Beispiel der Politik darlegte. „Wir vertrauen Repräsentanten Macht an, und da sollte man hinschauen. Misstrauen, Rückfragen oder Kritik gehören zu einer Demokratie dazu. Es ist völlig legitim, dass man schaut, wie Steuergelder verwendet werden.“ Zugleich habe sich die Gesellschaft jedoch Verhaltensweise angeeignet, die „enorm schwierig für die Vertrauensbildung“ seien. Dazu gehöre etwa die Intoleranz gegenüber Fehlern. Gerade die Wissenschaft, die von „Versuch und Irrtum“ lebe und aus Fehlern lerne, dürfe keine Fehler machen.</p><p>„Wir sind eine Gesellschaft, die nicht einfach nur glaubt: Da ist niemand mehr, dem man vertrauen kann. Sondern wir wollen auch nicht mehr vertrauen. Wir wollen Vertrauen schaffen und zerstören es“, fuhr Hartmann fort. Er sprach vom sogenannten Sicherheitsparadox: „Je sicherer die Gesellschaft ist, desto ängstlicher werden wir.“ Er selbst habe als Kind noch unbeobachtet auf der Straße gespielt. „Die neuen Spielplätze sind so wahnsinnig sicher, das macht gar keinen Spaß mehr.“ Es werde nicht mehr darauf vertraut, dass die Kinder irgendwie klarkommen. Auch beim Online-Dating gehe es um maximale Absicherung noch vor der ersten Begegnung. Vertrauen werde „institutionalisiert“, etwa durch immer mehr Controlling und Rechenschaftsberichte. Der Wunsch nach Vertrauen führe so weit, dass manche sich auf das Vertraute zurückziehen „und nur noch das glauben, was sie glauben wollen“, sagte der Referent. Es werde nur noch denen geglaubt, die „so sind wie wir oder so denken wie wir“. Die Bereitschaft, sich anderen Perspektiven und Meinungen zu öffnen, gehe zurück. Doch Vertrauen habe „etwas mit akzeptierter Verletzlichkeit zu tun“. Wer vertraue, verzichte auf Kontrolle. Hartmann plädierte für „Erfahrungsräume, in denen nicht alles kontrolliert wird“ und wo Menschen sich begegnen und Vertrauen aufbauen könnten, „selbst über Differenzen hinweg“.</p><h3 style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px;"><em><strong>Bischof Jung: „Wenn Vertrauen zum Thema wird, ist es eigentlich schon zu spät“</strong></em></h3><p class="western">Bischof Dr. Franz Jung zeigte sich erfreut, dass an dem Empfang so viele Personen teilnahmen, „die sich redlich mühen, ihren Beitrag zum Aufbau einer Kultur des vertrauensvollen Miteinander zu leisten“. Sie stellten sich damit aktiv gegen gesellschaftliche Tendenzen des systematischen Untergrabens von Wahrheitsfindung durch das Präsentieren alternativer Fakten. „Was aber tun, wenn eine ganze Administration von Anfang an bemüht ist, das Vertrauen in Institutionen und Personen zu erschüttern, die von Amts wegen mit der Wahrheitsfindung betraut sind – die Universitäten, die Gerichte und Medien?“ Überhaupt sei es eigentlich immer schon zu spät, wenn Vertrauen zum Thema werde, erklärte der Bischof in seiner Begrüßung. Das sei zuletzt am 16. Dezember vergangenen Jahres deutlich geworden, als Bundeskanzler Olaf Scholz die Vertrauensfrage stellte. „Vertrauen kann innerhalb kürzester Zeit verspielt werden. Es wieder zu gewinnen, dauert lange.“ Dafür brauche es vor allem Personen, denen die Menschen Vertrauen schenken. „Der Missbrauchsskandal hat das Vertrauen in die Institution Kirche tief erschüttert. Und wir spüren, welch enormer Anstrengung es bedarf, um sich das Vertrauen der Menschen wieder zu verdienen.“</p><h3 style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px;"><em><strong>ZdK-Präsidentin Dr. Irme Stetter-Karp: „Wir wollen allen Menschen eine Stimme geben“</strong></em></h3><p class="western">Dr. Irme-Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), nahm in ihrem Grußwort Bezug auf das Motto des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg 2026: „Hab Mut, steh auf!“ „Ohne Vertrauen hat es der Mut schwer“, sagte sie. Wo Vertrauen wachse, könnten Menschen ermutigt werden, aufzustehen und sich für eine gerechtere, friedlichere Welt einzusetzen. Diese Botschaft solle auch vom Katholikentag in Würzburg ausgehen. „Wir wollen allen Menschen eine Stimme geben und sie auffordern, sich vertrauensvoll und mutig für das Gemeinwohl einzusetzen.“ Zugleich warb sie um – auch ehrenamtliche – Unterstützung für den Katholikentag 2026: „Lassen Sie uns gemeinsam diese Chance nutzen und unterstützen sie bitte das starke Projekt 104. Deutscher Katholikentag 2026.“</p><p>Organisiert wurde der Diözesanempfang von der Domschule Würzburg und dem Caritasverband für die Diözese Würzburg. Begeisterten Applaus gab es für das Duo „Marimpiano“ mit Helmut Kandert und Alexander Jacobi, das den Abend mit Werken von David Plüss, Johann Sebastian Bach, Evelyn Glennie sowie einer afrikanischen Trommelimpression auf der Djembe zum Mitklatschen gestaltete.</p><p>Interessierte können den Diözesanempfang auf dem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=USqdGAZUxz4" target="_blank" rel="noreferrer">YouTube-Kanal des Bistums Würzburg</a> ansehen.</p><p>###GALERIE###</p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i>sti/mh (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(0425/0095; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i><i> Fotos abrufbar im Internet</i></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62944</guid><pubDate>Tue, 31 Dec 2024 18:08:26 +0100</pubDate><title>Als „Pilger der Hoffnung“ aufbrechen</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/als-pilger-der-hoffnung-aufbrechen/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung eröffnet das Heilige Jahr 2025 für das Bistum Würzburg
</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit einer Prozession vom Neumünster in den Kiliansdom und einer Pontifikalmesse hat Bischof Dr. Franz Jung am Dienstag, 31. Dezember, in Würzburg für das Bistum das Heilige Jahr 2025&nbsp;eröffnet. Es steht unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“. Angesichts globaler Krisen – von Kriegen über die Klimakatastrophe bis hin zu gesellschaftlicher Spaltung – rief der Bischof dazu auf, Hoffnung als treibende Kraft zu sehen. „Die Hoffnung, die an Weihnachten in unsere Herzen gelegt wurde, trägt uns. Machen wir uns auf den Weg als Pilger der Hoffnung“, sagte der Bischof im Dom.<br /><br />„Hoffnung bedeutet, in Bewegung zu bleiben und auf Christus zuzugehen“, erklärte er. Sie komme immer dann ins Spiel, wenn sich noch etwas entwickele, wenn etwas noch nicht fertig sei, wenn Menschen auf den gewünschten Ausgang eines Prozesses warteten. „Wer Hoffnung hat, bleibt unterwegs, er bleibt nicht stehen und kehrt nicht um, er bleibt auf dem Weg. Deshalb gehören Pilgerschaft und Hoffnung immer zusammen.“ Pilgerschaft stehe symbolisch für einen Glaubensweg, der auf die Ewigkeit Gottes ausgerichtet sei. „Auch wer im geistigen Sinne umkehrt, wendet sich immer neu dem wiederkehrenden Herrn zu und geht auf ihn zu und macht sich an ihm fest und orientiert sich an ihm neu“, sagte Bischof Jung.&nbsp;<br /><br />Menschen brauchten die Erfahrung heiliger Pilgerschaft, die sie im Glauben miteinander verbinde und sie ausrichte auf Christus als die Mitte. „Wir brauchen es, aufzubrechen aus dem Alltag, um den Blick zu weiten und nicht im Tunnelblick der Probleme festzuhängen. Machen wir uns auf den Weg als Pilger der Hoffnung“, ermunterte der Bischof. Der Anker, ein altes Symbol der Hoffnung, verdeutliche die Verbindung von Realität und Glauben. „Der eigentliche Anker ist Jesus Christus“, betonte Bischof Jung. Er ermutigte die Gläubigen, sich an diesem festen Punkt zu orientieren, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren. „Hängen wir unser Herz an den Anker der Hoffnung, und lassen wir uns vom Herrn nach oben ziehen, ohne uns herunterziehen zu lassen.“</p><p>Jedes Heilige Jahr werde eröffnet „mit der ergreifenden Szene der Öffnung der Heiligen Pforte. Symbolisch wird eine neue Tür aufgestoßen, die bislang vermauert war.“ Der Empfang des Bußsakraments sei eine gute Gelegenheit, Altes und Belastendes hinter sich zu lassen und neu anzufangen. Die Gottesmutter Maria, an die am Neujahrstag besonders gedacht wird, sei die personifizierte Heilige Pforte, „denn durch sie trat der Erlöser in die Welt“. Sie sei ein Leben lang offen für den Anruf Gottes geblieben, habe sich Gott gegenüber nie verschlossen und werde deshalb als Fürsprecherin auf die Pilgerschaft der Menschen angerufen.</p><p>###GALERIE###</p><p>An die Gläubigen appellierte der Bischof, einander zu Heiligen Pforten zu werden: im Zuspruch und Trost, in der tätigen Nächstenliebe, im fürbittenden Gebet, in der stellvertretenden Hoffnung, in der sie andere mittragen, in der Ermutigung zur Beichte, im Teilen des Wortes Gottes in der „Lectio Divina“, im Gebet für die Verstorbenen. „Öffnen wir die Pforten unseres Herzens für den Herrn und werden wir zu Türöffnern seiner Gnade.“</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(0125/0035; E-Mail voraus)</p><p><br /><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Pilger der Hoffnung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62279</guid><pubDate>Fri, 22 Nov 2024 12:29:22 +0100</pubDate><title>Erinnerung an zwei besondere Seelsorger</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/erinnerung-an-zwei-besondere-seelsorger-1/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert Pontifikalmesse zum Gedenken an Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und Weihbischof Alfons Kempf</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Die besonderen Verdienste von Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und Weihbischof em. Alfons Kempf hat Bischof Dr. Franz Jung am Freitag, 22. November, bei einem Gedenkgottesdienst im Würzburger Kiliansdom gewürdigt. Hillenbrand starb 2014, Kempf 1999. „Die Menschen im Bistum Würzburg wissen bis heute, was sie an diesem Priester, Seelsorger und Generalvikar verloren haben“, sagte Bischof Jung. Weihbischof Kempf, der fast 300.000 Kindern und Jugendlichen das Sakrament der Firmung gespendet hat, sei bistumsweit vielen Menschen als guter Hirte in Erinnerung. Nach dem Gottesdienst segnete der Bischof die Gräber der beiden Verstorbenen im Domkreuzgang beziehungsweise der Sepultur.</p><p>Das Evangelium von den klugen Jungfrauen legte der Bischof im Gottesdienst im besonderen Blick auf Generalvikar Hillenbrand aus. „Das geöffnete Stundenbuch lag noch bei ihm, als man ihn an jenem Morgen des 22. November 2014 tot auffand.“ Das lasse darauf schließen, dass der Herr ihn betend und wachend vorgefunden habe. „Ein trostreicher Gedanke, gerade bei einem so unvorhergesehenen Tod eines allerseits geschätzten Menschen.“</p><p>Hillenbrand sei unter den Generalvikaren Deutschlands der Nestor gewesen, der jedem als Mitarbeiter und Ratgeber zur Seite stand, der darum bat, berichtete Bischof Jung aus seiner eigenen Zeit als Generalvikar. „Auf ihn war Verlass und man wusste: Hier hilft dir jemand uneigennützig, weil es ihm um das Gelingen des Ganzen geht.“ Im Verbandsausschuss des Verbands der Diözesen Deutschlands sei Hillenbrand stets der ehrliche Makler und Vermittler gewesen, der Lösungen vorantrieb, die alle annehmen konnten. Bischof Jung charakterisierte ihn als Mann von vorbildlicher Selbstdisziplin und Liebe zur Kirche. Hillenbrands enorme Arbeitskraft sei bisweilen auch unheimlich gewesen. „In den letzten Jahren hatte ich das Gefühl, das manches zu einer schweren Bürde geworden war.“</p><p>Die außergewöhnliche theologische Begabung habe es Generalvikar Hillenbrand möglich gemacht, in kurzer Zeit Sachverhalte theologisch einzuordnen und ihre Implikationen in andere theologische Fachgebiete sowie andere Lebenszusammenhänge hinein zu entfalten. Zudem sei er unter Deutschlands Regenten, Generalvikaren und Bischöfen gut gelitten gewesen, zu den römischen Behörden habe er vertrauensvolle Beziehungen gepflegt und auch Brücken zu den&nbsp;jüdischen Glaubensgeschwistern und den Gesprächspartnern in der Ökumene geschlagen. Seinen Dienst als Seelsorger in der Würzburger Marienkapelle habe Hillenbrand als Ausgleich zu seinen Verwaltungsaufgaben gepflegt.</p><p>Wie Bischof Jung weiter ausführte, sei mit Weihbischof Kempf eine Tradition wieder aufgelebt, die mit dem Tod von Weihbischof Gregor von Zirkel im Jahr 1817 erloschen zu sein schien. Die drei roten Kugeln im Wappen, eine Anspielung auf die Überlieferungen des heiligen Nikolaus aus Kempfs Titularbistum Limyra, dem antiken Myra, deuteten auf das Mitgefühl für die Not der Menschen und gelebte Nächstenliebe als zentrale Anliegen Kempfs hin. Gleiches gelte für den Pelikan im Wappen, der auf das Geheimnis der Eucharistie hinweise. Christus belebe die Kinder Gottes neu und befreie sie aus der Macht des Todes, so wie der Pelikan mit seinem eigenen Blut seine Jungen wiederbelebt, die von der alten Schlange mit dem tödlichen Biss verwundet wurden.</p><p>Der Wahlspruch „Ut vitam habeant“ – „Auf dass sie das Leben haben“ sei das Wort des guten Hirten, der sein Leben hingibt, um seine Schafe vor dem reißenden Wolf zu retten. Geprägt von der Erfahrungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Würzburger Synode, habe Weihbischof Kempf zusammen mit dem Diözesanratsvorsitzenden Dr. Johannes Meisenzahl unermüdlich am Aufbau der Räte im Bistum gearbeitet. „Die Stärkung der Rolle der Laien war ihm ein wichtiges Anliegen, das er als Leiter des Seelsorgeamts konsequent verfolgte.“ Das Bistum profitiere bis heute von dem durch Kempf grundgelegten hohen Maß ehrenamtlicher Mitwirkung in den diözesanen Räten.</p><p>###GALERIE###</p><p class="text-right"><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(4824/1230; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen</u></i></b><i>: Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Generalvikar Hillenbrand</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61662</guid><pubDate>Sat, 12 Oct 2024 14:48:00 +0200</pubDate><title>Abschied im Kiliansdom</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/abschied-im-kiliansdom-1/</link><description>Requiem und Beisetzung von Weihbischof em. Helmut Bauer – Bischof Dr. Franz Jung würdigt verstorbenen 91-Jährigen als bodenständigen und frommen Menschen

</description><content:encoded><![CDATA[<p><br /><strong>Würzburg </strong>(POW) Im Würzburger Kiliansdom haben am Samstag, 12. Oktober, Angehörige, Freunde und Gläubige aus dem gesamten Bistum Abschied von Weihbischof em. Helmut Bauer genommen. Bischof Dr. Franz Jung feierte das Requiem für den Verstorbenen. Unter den vielen Vertretern des öffentlichen Lebens waren unter anderem die Oberbürgermeister Christian Schuchardt (Würzburg) und Sebastian Remelé (Schweinfurt) sowie Würzburgs Landrat Thomas Eberth. Zahlreiche Ordensleute, Vertreter von Rittern vom Heiligen Grab und Familiaren des Deutschen Ordens, Priester und Diakone sowie Fahnenabordnungen katholischer Vereine und Gruppierungen feierten ebenfalls den Gottesdienst mit. In einem Trauerzug wurde nach dem Schlusssegen der Sarg mit dem Leichnam des Verstorbenen durch den Mittelgang und den Domkreuzgang in die Sepultur des Domes geleitet. Dort wurde die sterbliche Hülle von Weihbischof Bauer im Grab neben seinem Vorgänger Alfons Kempf beigesetzt.</p><p>Bischof Jung würdigte in seiner emotionalen Predigt das Lebenswerk des am 5. Oktober verstorbenen 91-Jährigen, der nicht nur als Seelsorger, sondern auch als leidenschaftlicher Musiker bekannt war. Er erinnerte an die herzlichen Besuche bei Weihbischof Bauer, bei denen dieser ihm stets die Frage stellte: „Hast du dich schon eingelebt?“ In diesen Worten spiegele sich die offene, einladende Art wider, die Bauer in seinen vielen Jahren als Priester und Bischof auszeichnete.&nbsp;</p><p>Weihbischof Bauer, der mehr als 150.000 Jugendlichen im Bistum Würzburg das Sakrament der Firmung spendete, sei stolz auf seine Wurzeln und seine Zeit im Kilianeum gewesen, wo er während der Naziherrschaft mutig seinen Glauben lebte. „Öfters erzählte er mir von dem Moment, in dem die SS-Männer ins Kilianeum einrückten. Ihre Drohung, nach dem Endsieg die Ersten auf ihrer schwarzen Liste zu sein, hallte ein Leben lang in seinen Ohren nach.“ Bischof Jung hob hervor, dass Bauers Wahlspruch „In viam pacis“ – „Auf den Weg des Friedens“ nicht nur Worte gewesen seien, sondern eine tiefe Überzeugung, die aus persönlichen Erfahrungen im Krieg resultierte – „eine Erfahrung, die mit dem Abtritt seiner Generation in unserer Gesellschaft insgesamt verloren zu gehen droht“.&nbsp;</p><p>Besonders würdigte Bischof Jung auch Weihbischof Bauers Engagement für die Kirchenmusik. Dieser war Vorsitzender der „Ständigen Kommission für das Gesangbuch Gotteslob“ und habe maßgeblich zur Förderung der Kirchenmusik im Bistum Würzburg beigetragen. „Music was his first love“, sagte der Bischof und würdigte Bauers unermüdlichen Einsatz für die „Musica Sacra“, unter anderem durch die von ihm initiierte „Abbé-Vogler-Stiftung“.</p><p>###GALERIE###</p><p>Zudem sei der Weihbischof als Mann vom Untermain und Bauersohn ein bodenständiger und heimatverbundener Mensch gewesen. „Auf die Beheimatung im Frankenland verweisen seine zahlreichen Ehrenmitgliedschaften und Ehrungen, worunter der Frankenwürfel und die Ehrenbürgerwürde des Marktes Mömbris besondere Erwähnung verdienen.“ Wie Bischof Jung weiter erklärte, sei er zudem als langjähriger „Wirtekaplan“ auf dem Kreuzberg immer in seinem Element gewesen. Typisch für Bauer sei zugleich seine tiefe Marienfrömmigkeit gewesen. Diese habe sich nicht nur in seiner Liebe zum täglichen Rosenkranzgebet gezeigt. In seinem Heimatort Schimborn ließ er 1983 die Kapelle „Maria im Aufgang“ als sichtbaren Ausdruck seiner Liebe zur Patrona Franconiae errichten.&nbsp;</p><p>Bischof Jung schloss seine Predigt mit einem Zitat aus dem „Gottesstaat“ des heiligen Augustinus, das den Trost und die Hoffnung in den Mittelpunkt stellte: „Da werden wir ausruhen und schauen, schauen und lieben, lieben und loben. Das wird das Ende ohne Ende sein.“ So bleibe Weihbischof Bauer in den Herzen der Menschen und im Lobgesang verbunden, während die Gläubigen die heilige Eucharistie für ihn feierten, sagte Bischof Jung.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/77-zum-tod-von-weihbischof-em-helmut-bauer/embed?context=external&amp;theme=default" style="border: 0" frameborder="0" height="100" width="100%"></iframe></p><p>Auch in den Fürbitten wurde Bezug auf das vielfältige Wirken von Weihbischof Bauer genommen. So beteten die Gläubigen unter anderem für alle in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen Tätigen, für alle Pilgerinnen und Wallfahrer, für alle, die zur Ehre Gottes musizieren, für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie für alle, denen Weihbischof Bauer verbunden war wie seine Familie im Kahlgrund, die Menschen im Bistum Würzburg und alle bereits verstorbenen Weggefährten.</p><p>Im Anschluss an die Messfeier stellten sich die Zelebranten, alle anwesenden Bischöfe und die Mitglieder des Domkapitels am Sarg Weihbischof Bauers zu den Verabschiedungsgebeten auf. Unter den Klängen des gregorianischen Chorals „In paradisum“ geleiteten Dompropst Weihbischof Paul Reder, Bischof Jung sowie Angehörige Bauers und die Konzelebranten den Leichnam auf dem Weg in die Sepultur. Dort fand der Leichnam unweit des Grabs von Bauers direktem Vorgänger als Weihbischof, Alfons Kempf, seine letzte Ruhestätte. Über Lautsprecher wurden die ausdeutenden Riten am Grab in den Dom übertragen. Die gesamte Feier wurde als Videostream auf den Seiten des Bistums Würzburg und vom Regionalsender TV Mainfranken live übertragen. Nach dem Gottesdienst verabschiedeten sich viele Menschen persönlich am Grab von Weihbischof Bauer. Bei der anschließenden Begegnung im Würzburger Kilianeum wurden viele Erinnerungen an Begegnungen mit Weihbischof Bauer ausgetauscht.</p><p>Für die musikalische Gestaltung des Gottesdiensts sorgten der Würzburger Domchor und Camerata Würzburg unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth unter anderem mit dem Requiem in d-moll, KV 626, von Wolfgang Amadeus Mozart und dem Ave Maria von Anton Bruckner. Solistin war Franziska Bobe (Sopran). Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Domorgel, Kantor war Domkantor Julian Beutmiller.</p><p class="text-right"><br /><em>mh (POW)</em></p><p><br />(4224/1066; E-Mail voraus)<br /><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Aschaffenburg</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof em. Helmut Bauer</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60928</guid><pubDate>Thu, 22 Aug 2024 10:46:56 +0200</pubDate><title>„Ein echter Schatz mit Strahlkraft über die Bistumsgrenzen hinaus“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/ein-echter-schatz-mit-strahlkraft-ueber-die-bistumsgrenzen-hinaus/</link><description>Weihbischof Paul Reder wertet Sömmersdorfer Passionsspiele als Chance, mit den Evangelien vertraut zu werden</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Sömmersdorf </strong>(POW) Am Sonntag, 18. August, sind die Sömmersdorfer Passionsspiele 2024 zu Ende gegangen. Weihbischof Paul Reder hat aus diesem Anlass auf der Freilichtbühne eine <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/es-ist-keine-fiktion-die-hier-inszeniert-wird/" target="_blank" class="external-link">Messe</a> gefeiert und sich die Passionsspiele angeschaut. Im folgenden Interview schildert er seine Eindrücke und äußert unter anderem Ideen für Angebote während der kommenden Spielzeit.</p><p><em>POW: Herr Weihbischof, sie haben am Sonntag die Passionsspiele in Sömmersdorf zur letzten Aufführung dieser Spielzeit besucht. Welchen Eindruck haben Sie mit nach Hause genommen?</em></p><p>Weihbischof Paul Reder: Die Bilder der Inszenierung wirken nach. Den stärksten Nachhall haben bei mir die Szenen mit den Volksmassen. Da wird spürbar, welche Dynamik aufgebaut wird, der den Ereignissen um die Passion diese eigene Prägung gibt. Das lässt sich über kein anderes Medium als die Bühne mit Hunderten an Beteiligten vermitteln. Auch die Rahmenhandlung zu Beginn und am Schluss fand ich überzeugend, da sie den Lokalbezug zu Sömmersdorf und die Bedeutung des Passionsspiels für die Menschen vor Ort hervorhob. Die offene Bühne – mit Regenrisiko – schafft zudem eine ganz eigene Atmosphäre, die ein geschlossener Theaterraum so nicht bietet. Das Gesamtpaket, angefangen vom Parkleitsystem der Feuerwehr über die Verköstigung und das Schauspiel selbst ist sehr professionell umgesetzt und wird doch „nur“ von einem Dorf gestemmt.</p><p><em>POW: Praktisch jeder Haushalt in Sömmersdorf ist bei den Passionsspielen beteiligt. Wie erklären Sie sich dieses ungewöhnliche Engagement?</em></p><p>Weihbischof Reder: Das ist wirklich erstaunlich, zumal es sich ja nicht um ein Gelöbnis, wie etwa in Oberammergau handelt. Im Schlusslied der Aufführung wurde für mich deutlich, dass Sömmersdorf mit den Passionsspielen wirklich eine gemeinsame Leidenschaft teilt. Bei den Massenszenen der Passion ist greifbar, dass die Passionsspiele ein generationsübergreifendes und die Generationen von Jung bis Alt verbindendes Projekt sind. Ich würde vermuten, dass gerade durch den fast familiären Charakter die Herausforderungen mit überdurchschnittlich viel Idealismus angegangen werden. In den Gesprächen wurde mir auch klar, dass es eine hohe Identifikation der Beteiligten mit der Passion gibt, gerade weil sie eben ein „Sömmersdorfer Kind“ ist und die Mitwirkung – bei allen Mühen – auch als Privileg empfunden wird. Das ist auch ein Unterschied zum professionellen Theaterbetrieb, obwohl Sömmersdorf gerade nicht unprofessionell über die Bühne geht.</p><p><em>POW: Inwiefern sind die Sömmersdorfer Passionsspiele auch ein Beitrag zur (Neu-)Evangelisierung?</em></p><p>Weihbischof Reder: Vermutlich gibt es kaum eine Kirchengemeinde, in der die Passionsüberlieferung so beheimatet ist, wie in Sömmersdorf. Alle fünf Jahre wachsen die Menschen dort in ein Bibliodrama hinein und die Beschäftigung mit Regie-Ideen, mit Rollen und Charakteren findet ja auch immer vor dem Hintergrund statt, wie das eigene Bild von den Ereignissen und dem Leben Jesu damit konfrontiert wird bzw. eine Wandlung erfährt. Das ist sozusagen der Aspekt, der die Mitwirkenden aus Sömmersdorf ganz besonders betrifft. Ein anderer Aspekt ist die Tatsache, dass das Schauspiel auch für das Publikum erlebbar macht, was uns sonst nur über Texte, Worte, bildliche Darstellungen oder Filme bekannt ist. Demgegenüber hat die Bühnenhandlung eine ganz eigene Qualität, weil sie unmittelbarer ist. Wenn Evangelisierung in einem ersten Schritt heißt, mit dem Inhalt der Evangelien vertraut zu werden, dann kann die Sömmersdorfer Passion in dieser Richtung verstanden werden. Sie regt an, sich intensiver mit dem Inhalt auseinanderzusetzen.</p><p><em>POW: Was wünschen Sie den Mitwirkenden der Passion?</em></p><p>Weihbischof Reder: Allen Beteiligten in Sömmersdorf wünsche ich, dass die Erfahrungen in diesem Jahr dazu beitragen, die gemeinsame Leidenschaft lebendig zu halten und positiv in die Zukunft zu tragen. Nach der Passion ist vor der Passion. Dann würde ich viel mehr Kirchengemeinden wünschen, diese Chance in fünf Jahren nicht zu verpassen. Ein Besuch lohnt sich. Eventuell wäre es ja auch in Sömmersdorf eine Idee, einzelne Aufführungen mit einem speziellen Publikums-Zuschnitt zu wagen. Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, dass es für Firmlinge beziehungsweise Ministrantinnen und Ministranten des Bistums einen eigenen Sömmersdorf-Tag gibt mit Einblick in Probenarbeit, Blick hinter die Kulissen, Interviews mit Beteiligten, Aufführung und so weiter. Denkbar wäre eventuell auch eine Basis-Passion in einfacher Sprache für Kinder und Menschen mit Einschränkungen. Sömmersdorf ist für unser Bistum ein echter Schatz mit Strahlkraft über die Bistumsgrenzen hinaus.</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>Interview: Markus Hauck (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(3424/0873; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Schweinfurt</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60496</guid><pubDate>Sun, 14 Jul 2024 16:42:42 +0200</pubDate><title>Ein Hoffnungsstern als roter Faden</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/ein-hoffnungsstern-als-roter-faden/</link><description>Wallfahrtswoche mit vielfältigem Programm – Orthodoxer Gottesdienst, Tag der Beschäftigten und „Nacht der Hoffnung“ als Neuerungen – Mehr als 11.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Wallfahrtsangeboten und Ehejubilarsgottesdiensten in der Woche davor</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Einen besonderen, motivierenden Charakter hat die Kiliani-Wallfahrtswoche 2024&nbsp;gehabt, passend zum biblischen Leitwort „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen“. Insgesamt rund 11.150 Personen haben an den Gottesdiensten und Veranstaltungen teilgenommen. Das biblische Motto war der rote Faden der Predigten in den zahlreichen Wallfahrtsgottesdiensten für die Regionen und spezielle Zielgruppen. In der Vierung des Domes hing zur Illustration ein großer dreidimensionaler Stern, der von der Herrnhuter Brüdergemeine ausgeliehen wurde. Am Donnerstag und Freitag vor Beginn der Wallfahrtswoche feierten mehr als 1700&nbsp;Ehepaare die Gottesdienste für Ehejubilare mit. Den Kiliani-Abschluss bildete ein großer Gottesdienst für Familien und die Weltkirche unter dem Motto „Familie.Welt.Weit“ mit Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 14. Juli.</p><p>Bischof Jung, Weihbischof Paul Reder, der seine erste Wallfahrtswoche im neuen Amt erlebte, Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann und Weihbischof em. Ulrich Boom hoben bei den zahlreichen Gottesdiensten immer wieder hervor, dass der Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland zum Kind in der Krippe gefolgt seien, letztlich auch das Motiv für den Aufbruch von Kilian, Kolonat und Totnan nach Franken gewesen sei. Wer die Liebe und Nähe Gottes zu den Menschen persönlich erfahren habe, sei von einer großen Hoffnung getragen, auch wenn die äußeren Umstände oft zu Pessimismus verleiteten. Er könne nicht anders, als sich für andere einzusetzen und den Kopf hinzuhalten, auch wenn das mitunter schmerzhaft sei.</p><p>###GALERIE###</p><p>Für seine Predigten bekam Bischof Jung beim Pontifikalgottesdienst zur Eröffnung der Kiliani-Woche am Sonntag, 7. Juli, und am Tag darauf von den Politikern und Räten jeweils spontanen Applaus der Gläubigen im Dom. Wie bei den anderen Gottesdiensten auch war die anschließende Begegnung für die Gläubigen ein wichtiger Baustein. Bischof Jung und seine Mitbrüder im Bischofsamt nahmen sich stets ausgiebig Zeit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Die Begegnung gehört einfach zur Wallfahrt dazu“, war immer wieder auf dem Kiliansplatz zu hören.</p><p>„Miteinander heißt das Zauberwort!“, rief Bischof Jung im Gottesdienst für Familien und die Weltkirche zum Abschluss der Kiliani-Wallfahrtswoche den rund 800 großen und kleinen Gottesdienstbesuchern zu. Zuvor hatten sich die Menschen gegenseitig in ihren Muttersprachen „Guten Morgen“ gewünscht: „Good Morning“, „Bonjour“, „Dobro jutro“, „Bom dia“, „Chào buổi sáng“ und viele mehr – alles Sprachen, die von Gläubigen im Bistum oder in den Partnerbistümern Mbinga (Tansania) und Óbidos (Brasilien) gesprochen werden. Einige von ihnen erklärten, wann für sie eine Sternstunde aufgehe. Wenn sie in einer fremden Stadt den Gottesdienst mitfeiere, „dann fühle ich mich gleich wie zuhause, geschwisterlich und in Einigkeit“, erzählte beispielsweise eine Frau. Ein Mann berichtete von seinem Weltfreiwilligendienst in Tansania: „Das friedliche Miteinander von Menschen vieler Stämme, Sprachen und Kulturen erleben zu dürfen, das hat mich tief beeindruckt.“</p><p>Wann geht der Stern Jesu Christi auf? Nach den Worten von Bischof Jung gehören dazu drei Dinge. „Immer, wenn Menschen unverbrüchlich an die Liebe Gottes glauben, geht sein Stern auf“, sagte er in seiner Predigt. Christen auf der ganzen Welt wüssten, dass das keine Selbstverständlichkeit sei. Gerade die Christen in Vietnam wüssten gut, was es bedeute, sich nicht vom Glauben abbringen zu lassen, nannte er als Beispiel. „Der Stern geht auf, wo Menschen um Jesu Christi willen einander annehmen und in seinem Namen Heilige Familie werden“, fuhr der Bischof fort. Als Vertreter der damals bekannten Kontinente Asien, Afrika und Europa stünden die Sterndeuter dafür, dass alle Menschen Schwestern und Brüder seien. „Die katholische Kirche ist eine Kirche, in der alle Nationen ihren Platz haben.“ Sie sei „eine große Solidargemeinschaft“ und wirke als „Motor der Einheit der Welt“. Schließlich gehe der Stern da auf, „wo Menschen einander das Beste schenken“. Das Gold des Glaubens werde sichtbar in den vielen unterschiedlichen Traditionen, die Myrrhe in der Fürsorge und Solidarität in einer zerrissenen Welt, der Weihrauch im Gottesdienst, in dem die Gläubigen an den Tisch Jesu gerufen seien. „Im Gottesdienst erfahren wir uns als Gemeinschaft Jesu und bringen seinen Stern immer wieder neu zum Leuchten. Schön, dass wir heute diese Gemeinschaft weltweit erleben.“</p><p>Am Ende des Gottesdienstes wurde der Schrein mit den Häuptern der Frankenapostel wieder feierlich im Altar des Kiliansdoms platziert. Im Anschluss konnten die Gläubigen den Einzelsegen empfangen. Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Gospelchor „Joyful noise“ aus Marktbreit. Auf dem Kiliansplatz gab es für Groß und Klein Bewegungs- und Bastelangebote, etwa vom Matthias-Ehrenfried-Haus, dem Diözesan-Caritasverband und der DJK. Im Burkardushaus berichteten Missionarinnen und Missionare von ihren Erfahrungen in fremden Ländern.</p><p>Erstmals veranstaltete das Bistum am Samstagabend eine „Nacht der Hoffnung“ im Kiliansdom. Bei weit geöffneten Domtüren waren die Menschen eingeladen, der Hoffnung des christlichen Glaubens auf die Spur zu kommen. Bei meditativen Texten, ruhiger Orgelmusik, Anbetung, Glaubensgesprächen und Stille konnten die Gläubigen im stimmungsvoll beleuchteten Gotteshaus sich selbst vor Gott bringen, gemeinsam den Glauben feiern und die Beziehung zu Jesus Christus vertiefen (<a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/der-persoenlichen-hoffnung-nachgespuert/" target="_blank" class="external-link">siehe eigener Bericht</a>). Ebenfalls am Samstag fand der Kiliani-Tag der Jugend statt. Auf dem Domvorplatz war eine Jurte aufgebaut, in der unter anderem für Jugendliche und junge Leute Impulse und am frühen Abend eine Wort-Gottes-Feier gestaltet wurden (<a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ein-selfie-mit-dem-heiligen-kilian/" target="_blank" class="external-link">siehe eigener Bericht</a>).</p><p>Zum ersten Mal wurde an Kiliani ein orthodoxer Gottesdienst im Kiliansdom gefeiert. Eine weitere Neuerung war in diesem Jahr der Tag der Beschäftigten von Bistum und Caritas. Gemeinsam feierten sie mit dem Bischof im Dom erst einen Gottesdienst und begegneten dann einander im Kilianeum-Haus der Jugend. Auch an Menschen, die sonst nicht unbedingt im Blick sind, wurde bei der Wallfahrtswoche gedacht. So feierten am Mittwoch Bischof Jung in den Werkstätten der zur Caritas gehörenden Lebenshilfe Schmerlenbach und Weihbischof Reder im Eisinger Sankt Josefs-Stift besondere Gottesdienste. Bischof Jung zeigte sich in Schmerlenbach von der Begegnung mit den Menschen mit Behinderung beschenkt: „Vielen Dank, dass ich heute bei Euch sein durfte.“</p><p>Eröffnet wurde die Wallfahrt am Sonntag, 7. Juli, mit der Reliquienprozession von Sankt Burkard in den Kiliansdom, an der zahlreiche Fahnenabordnungen teilnahmen. In diesem Jahr lief außerdem eine große irische Delegation, die aus der Gegend um Kilians Geburtsort Mullagh kam, mit. Diese bekundeten ihre Vorfreude auf die Würzburger Irland-Wallfahrt im Oktober, bei der erstmals auch die Häupter der Frankenapostel auf die grüne Insel zurückkehren werden. Vertreten war beim Auftakt der Wallfahrtswoche außerdem Würzburgs schottische Partnerstadt Dundee, viele Männer der Delegation trugen stilecht Kilts.</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/WiZYXEdsqsE?si=HVPev_96l43N3q1t" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p><p>Besonders viele junge Gesichter waren jeweils am Montag- und am Freitagvormittag der Wallfahrtswoche im Dom zu sehen. Am Montag feierte Weihbischof Reder einen Gottesdienst mit rund 1300&nbsp;Kommunionkindern und deren Begleitern, am Freitag waren bei Bischof Jung bei einer Segensfeier etwa genauso viele Kindergartenkinder und deren Erzieherinnen aus den Landkreisen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge dabei. In der Hand der Frauen war der Kiliansdom beim Gottesdienst am Donnerstag, 11. Juli, als der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) sein 120. Gründungsjubiläum feierte.</p><p>Hohe päpstliche Auszeichnungen gab es in der Wallfahrtswoche: Für ihr jahrelanges vielfältiges Engagement bekamen am Montagabend beim Tag der Politiker und Räte die Ehrenamtlichen Roland Metz, Lucia Stamm und Petra Straub durch den Bischof jeweils das Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“ verliehen.</p><p>Wie gewohnt gab es vor der Kiliani-Wallfahrtswoche Gottesdienste für die Ehejubilare. Bei insgesamt sieben Feiern im Kiliansdom mit Bischof Jung, Weihbischof Reder, Weihbischof em. Boom und Bischof em. Hofmann ließen sich mehr als 1700 Paare segnen, die 2024 auf 25, 50, 60, 65 oder gar 70&nbsp;Ehejahre blickten.</p><p>17 Helferinnen und Helfer des Malteser-Hilfsdiensts (MHD) betreuten während der gesamten Wallfahrtswoche und der vorgeschalteten Ehejubilarsgottesdienste die Pilgerinnen und Pilger und leisteten in 19 Gottesdiensten insgesamt mehr als 200 ehrenamtliche Stunden Sanitätsdienst. 19 Mal leisteten sie Hilfe – angefangen bei Pflastern, drei Mal wurde aber auch der Rettungsdienst hinzugezogen. „Es war eine gute Woche. Das Wetter hat meistens gepasst, so dass es zu weniger Hilfeleistungen kam. Aber vor allem auch wegen der Notarzteinsätze war es gut, dass wir da waren“, lautete die Bilanz von Einsatzleiterin Monika Selbach. Hinzu kam in diesem Jahr der Gottesdienst für Menschen im Alter, in Krankheit und mit Behinderung. 60 Fahrerinnen und Fahrer brachten Menschen aus ganz Unterfranken ehrenamtlich zum Dom und wieder zurück, begleitet von weiteren ungezählten ehrenamtlichen Maltesern. Vor Ort leisteten zudem 25 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zusammen fast 200 Einsatzstunden, um den Menschen eine gute Wallfahrt zu ermöglichen.</p><p>Kiliani-Manager Matthias Reichert blickte ebenfalls positiv auf die Kiliani-Woche. „Es war eine harmonische Wallfahrtswoche. Insgesamt war das Wetter in diesem Jahr durchwachsen, von Sonnenschein bis zum ergiebigen Regen war alles geboten. Die Begegnungen auf dem Kiliansplatz wurden gerne angenommen.“</p><p>Nähere Informationen zur Kiliani-Wallfahrtswoche sowie zahlreiche Bildergalerien im Internet unter <a href="https://kiliani.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link">https://kiliani.bistum-wuerzburg.de</a>.</p><p class="text-right"><em>mh/sti (POW)</em></p><p>(2924/0748; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Dekanat Schweinfurt (nicht bearbeiten!)</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60445</guid><pubDate>Thu, 11 Jul 2024 12:36:56 +0200</pubDate><title>„Leidgeplagten Menschen als Christen begegnen“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/leidgeplagten-menschen-als-christen-begegnen/</link><description>Predigt von Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann bei der Kiliani-Pontifikalmesse für die Region Schweinfurt am Mittwoch, 10. Juli 2024, im Würzburger Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schwestern und Brüder,</p><p>in diesem Jahr kommen wieder Gläubige aus allen Teilen unseres Bistums – und weit darüber hinaus – in diesen Dom, um an den Gebeinen der heiligen Frankenapostel sich ihres Glaubens und ihres Auftrages in dieser Zeit zu vergewissern. Heute sind Sie vornehmlich aus Schweinfurt gekommen. Herzlich willkommen!</p><p>Als ich vor 20 Jahren von Köln nach Würzburg kam, musste ich die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar eintauschen gegen die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan. Das heutige Wallfahrtsmotto bindet beide zusammen: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen.“ Und die drei Weisen aus dem Morgenland stehen als Großfiguren an den hinteren linken Pfeilern in diesem Kiliansdom.</p><p>Den Weisen aus dem Morgenland, Sterndeuter, die als Vertreter der damaligen drei bekannten Kontinente Afrika, Asien, Europa – und damit als Vertreter der gesamten Menschheit – gesehen wurden, erschien ein aufsehenerregender Stern, eine Sternkonstellation, die sie als Hinweis auf ein außergewöhnliches Ereignis verstanden. Durch ihren Besuch beim Kind von Betlehem wurde dann die Menschwerdung Gottes sozusagen öffentlich und als ein weltumspannendes Ereignis erkannt.</p><p>Papst Franziskus schreibt über die Weisen aus dem Morgenland: „Als diese weisen und reichen Herren aus dem Osten den Stern aufgehen sahen, machten sie sich auf den Weg nach Betlehem, um Jesus kennenzulernen und ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben darzubringen. Diese Geschenke haben auch eine allegorische Bedeutung: mit dem Gold ehren sie das Königtum Jesu; mit dem Weihrauch seine Göttlichkeit; mit der Myrrhe sein heiliges Menschsein, dem Tod und Begräbnis sein sollte. … (Die Heiligen Drei Könige) stoßen sich nicht an der ärmlichen Umgebung; sie zögern nicht, die Knie zu beugen und es anzubeten. Als sie vor ihm stehen, begreifen sie, dass Gott, der in unumschränkter Weisheit den Lauf der Gestirne ordnet, ebenso den Lauf der Geschichte lenkt, indem er die Mächtigen erniedrigt und die Niedrigen erhöht.“ (Vom Staunen und Bewundern. Papst Franziskus und Bischof Rudolf, 21)</p><p>Himmlische und irdische Wirklichkeit werden in der Geburt des Gottessohnes unaufhebbar miteinander verknüpft, und die Dunkelheit irdischer Existenz wird durch das Licht göttlichen Seins erhellt.</p><p>Über 100 Mal wird in der Heiligen Schrift vom Licht und vom Glanz gesprochen. Licht hat über die Erfahrung innerweltlicher Freude und entsprechenden Wohlbefindens zugleich eine den Menschen über sich selbst hinausweisende Bedeutung.</p><p>So verwundert es auch nicht, dass viel über Lichtmetaphysik nachgedacht wurde, zumal die Heilige Schrift selbst vom Licht nicht nur als einer Metapher Gottes spricht.</p><p>Im Neuen Testament erfährt die Lichtmetaphysik eine tiefe, facettenreiche Bedeutung, die durchgängig auf Christus hinführt. Neben dem Völkerapostel Paulus nutzt erst recht Johannes die Rede vom Licht, wenn er schreibt: „Gott ist Licht und Finsternis ist nicht in ihm“ (Joh 1,5) und Jesus zitiert: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen, sondern das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12). Das war für unsere Frankenapostel Motivation, ihre Heimat zu verlassen und auf dem Kontinent, und besonders hier in Franken, den Glauben an Christus zu verkünden.</p><p>Unser Sankt Kiliansdom ist Zeuge dieser viele Jahrhunderte andauernden Wallfahrt. Ja, unser Dom ist selbst als eine Wegkirche sprechendes Zeugnis für die Suche nach dem Antlitz Gottes. Dieser unser Dom trägt sichtbar die Spuren jahrhundertealter Glaubenszeugnisse, Verletzungen und Zerstörungen, Neuaufbrüche und zeitgenössischer Werke. Wer sich hier umschaut, findet geronnenes Glaubensgut.</p><p>All das umschließt die Häupter der heiligen Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan, die im Vierungsaltar geborgen sind und jetzt während der Festtage vor den Altarstufen zur Verehrung aufgestellt sind.</p><p>Unser diesjähriger Leitsatz „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen“ wird bei Matthäus fortgeführt in „und sind gekommen, um ihm zu huldigen“. Das tun wir, liebe Schwestern und Brüder, mit der heutigen Wallfahrt, und geben damit auch ein sichtbares Zeichen unseres Glaubens an den menschgewordenen Gottessohn.</p><p>In der heutigen Zeit ist vieles ins Wanken geraten. Viele unserer Mitchristen haben das Vertrauen in die Kirche verloren. Es ist umso wichtiger, dass es Christen gibt, die ungeschmälert und unverdunkelt den Glauben an Jesus Christus leben. Nächstenliebe und Gastfreundschaft, die Sorge um die Gefangenen und Misshandelten, die Sorge um die christliche Ehe und die eigene Genügsamkeit stehen dabei im Licht des aufgehenden Sternes.</p><p>Nächstenliebe und Gastfreundschaft finden wir in der gemeinsamen Wallfahrt, in unseren Begegnungen und unserem Bemühen um eine menschenfreundliche Behandlung unserer Asylanten.</p><p>Uns ist es dann aufgetragen, den Gefangenen und Misshandelten Ohr und Stimme zu leihen. Gerade hat die Gemeinschaft Sant‘Egidio in einem ökumenischen Gottesdienst all derer gedacht, die auf der Suche, bei uns Heimat zu finden, auf schreckliche Weise umgekommen sind. Müssen wir nicht alles tun, um diesen leidgeplagten Menschen als Christen zu begegnen, die das Wort Jesu ernst nehmen: „Was ihr einem der Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“</p><p>Das alles Entscheidende ist das Vertrauen in Gottes Unter-uns-Sein, in sein Mitgehen in unserem Leben. Dessen vergewissern wir uns in dieser Kiliani-Wallfahrtswoche. Mit dem Blick auf unsere Frankenapostel dürfen wir Orientierung und Kraft finden, die eigenen Lebensentscheidungen auf Gott hin zu fällen und das Licht seines aufgehenden Sternes an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben.</p><p>Möge uns diese Festwoche dazu stärken!</p><p>Amen.</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Schweinfurt</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60432</guid><pubDate>Wed, 10 Jul 2024 14:44:31 +0200</pubDate><title>„Den Misshandelten Ohr und Stimme leihen“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/den-misshandelten-ohr-und-stimme-leihen/</link><description>Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann feiert Kiliani-Gottesdienst für Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus der Region Schweinfurt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) „Uns ist aufgetragen, den Misshandelten Ohr und Stimme zu leihen.“ Dazu hat Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann beim Kiliani-Gottesdienst am Mittwochvormittag, 10. Juli, aufgefordert. Mit rund 500 Wallfahrerinnen und Wallfahrern aus der Region Schweinfurt feierte er eine Messe im Würzburger Kiliansdom. Eindringlich erinnerte der Bischof an die vielen Menschen, die auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind, und appellierte daran, im Namen Jesu Nächstenliebe und Gastfreundschaft zu leben. Die diesjährige Kiliani-Wallfahrtswoche steht unter dem Leitwort „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen“.</p><p>Die heutige Wallfahrt sei ein sichtbares Zeichen des Glaubens an den menschgewordenen Gottesssohn. „Doch in der heutigen Zeit ist vieles ins Wanken gekommen“, sagte Bischof Hofmann in seiner Predigt. Viele Christen hätten das Vertrauen in die Kirche verloren. „Es ist umso wichtiger, dass es Christen gibt, die ungeschmälert den Glauben an Jesus Christus leben.“ Nächstenliebe und Gastfreundschaft, die Sorge um die Gefangenen und Misshandelten, die Sorge um die christliche Ehe stünden dabei „im Licht des aufgehenden Sterns“, nahm der Bischof Bezug auf das Motto der diesjährigen Wallfahrtswoche. „Nächstenliebe und Gastfreundschaft finden wir in unseren Begegnungen und in unseren Bemühungen um eine menschenfreundliche Behandlung unserer Asylanten. Uns ist aufgetragen, den Gefangenen und Misshandelten Ohr und Stimme zu leihen.“</p><p>Bischof Hofmann erinnerte auch an das ökumenische Gedenken der Gemeinschaft Sant’Egidio zum Weltflüchtlingstag im Juni in der Würzburger Marienkapelle, dem er vorgestanden war. Dort hatten Mitglieder der Gemeinschaft vorgetragen, dass 2529 Flüchtlinge seit Juni 2023 auf der Suche nach einer besseren Zukunft in Europa ihr Leben im Mittelmeer und auf den Landwegen verloren hätten. „Wir haben all derer gedacht, die auf der Suche nach einer Heimat bei uns auf schreckliche Weise umgekommen sind. Müssen wir nicht wirklich alles tun, um diesen leidgeplagten Menschen als Christinnen und Christen zu begegnen, die das Wort Jesu ernst nehmen: Was ihr einem der geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan?“, mahnte der Bischof. Alles entscheidend sei das Vertrauen in Gott, „in sein Unter-uns-Sein, in sein Mitgehen in unserem Leben. Mit Blick auf unsere Frankenapostel dürfen wir Orientierung und Kraft finden, die eigenen Lebensentscheidungen auf Gott hin zu fällen und das Licht seines aufgehenden Sternes an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben.“</p><p>###GALERIE###</p><p>Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Wallfahrerinnen und Wallfahrer bei schwülwarmem Wetter zur Begegnung untereinander und mit Bischof Hofmann auf dem Kiliansplatz. Aus den Pfarreien Sankt Nikolaus in Reckendorf und Sankt Laurentius in Ebern waren eigens zwei Busse angereist, erklärte eine Frau und deutete auf die Rückseite ihres Shirts. Darauf zu sehen war ein Kreis aus sieben Kirchen und mittendrin die Aufschrift „Gemeinsam unterwegs Pfarreiengemeinschaft Ebern – Unterpreppach – Jesserndorf“.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2824/0736; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60361</guid><pubDate>Sun, 07 Jul 2024 15:42:08 +0200</pubDate><title>Glaubensfeier mit irischen Gästen</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/glaubensfeier-mit-irischen-gaesten/</link><description>Kiliani-Wallfahrtswoche 2024 feierlich eröffnet – Delegation aus Irland feiert mit – Rund 1100 Gläubige beim Pontifikalgottesdienst – Reliquienprozession von Sankt Burkard zum Kiliansdom – Offizielle Einladung zur Irlandwallfahrt im Oktober</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg&nbsp;</strong>(POW) Mit einem irischen Akzent hat die Kiliani-Wallfahrtswoche 2024 begonnen: Bischof Dr.&nbsp;Franz Jung eröffnete sie feierlich am Sonntag, 7. Juli, mit der Reliquienprozession von der Pfarrkirche Sankt Burkard über die Alte Mainbrücke in den Kiliansdom. Dort feierte der Bischof einen Pontifikalgottesdienst mit rund 1100&nbsp;Gläubigen. Eine Delegation aus der Pfarrei Saint Kilian in Mullagh, dem irischen Geburtsort des Frankenapostels in der Grafschaft Cavan, sowie der irische Botschafter in Deutschland, Dr. Nicholas O’Brien, feierten den Gottesdienst mit. Außerdem nahm auch eine Delegation aus Dundee, Würzburgs schottischer Partnerstadt, an der Feier teil.</p><p>Die Wallfahrtswoche steht in diesem Jahr unter dem biblischen Leitwort „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen&quot;. Bischof Jung betonte, er traue sich im Blick auf diesen aufgehenden Stern zu sagen: „Das Beste liegt nicht hinter uns, sondern das Beste kommt erst noch.“ Er ermunterte, sich nicht von denen entmutigen zu lassen, die behaupten, dass alles schlechter werde. „Wo immer wir uns an diesem aufgehenden Stern orientieren, da werden wir den Herrn finden.“ Die Frankenapostel hätten dafür mit ihrem Leben Vorbild gegeben. „Bitten wir sie um ihre Fürsprache.“</p><p>Die Prozession mit den Häuptern der Frankenapostel bei sommerlichem Wetter begann mit einer Statio in der Pfarrkirche Sankt Burkard. Dort begrüßte Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran besonders die ausländischen Gäste. Den Zug zum Dom begleitete eine große Zahl von Gläubigen, unter anderem Weihbischof Dompropst Paul Reder, Vertreter des Domkapitels, der irische Botschafter, Würzburgs Bürgermeisterin Judith Jörg-Roth, Würzburgs Landrat Thomas Eberth, Mitglieder des Diözesanrats, außerdem Familiaren des Deutschen Ordens, Ritter vom Heiligen Grab sowie Fahnenabordnungen von Verbänden, Vereinen, Studentenverbindungen und Innungen. Den Reliquienschrein trugen Priesterseminaristen sowie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg und der Malteser abwechselnd. Während der Kiliani-Wallfahrtswoche sind die Häupter der drei Frankenapostel in einem Schrein vor dem Altar des Kiliansdoms aufgestellt.</p><p>In seiner Predigt, die er zusätzlich auch auf Englisch hielt, führte der Bischof weiter aus, dass im Blick auf die Kirche viele den Eindruck hätten, das Interesse an Glaube und Religion gehe zurück, beim Thema Kirche bestimmten Skandale und Versagen das Bild. Da wirke die Rede vom aufgehenden Stern fast wie eine Provokation. „Wir brauchen diese Provokation, um nicht in Fatalismus und Resignation zu versinken. Der aufgehende Stern will uns über uns hinausführen.“ Dieser lade dazu ein, den eigenen Glauben zu erneuern. Lebendiger Glaube brauche Wachstum, Wachstum verlange nach einer Vertiefung der Beziehung zu Christus. Das Lectio-Divina-Projekt des Bistums lade dazu ein, dem Herrn in der Betrachtung der Heiligen Schrift neu zu begegnen.</p><p>###GALERIE###</p><p>In der Kirche als Organisation gehe in Zeiten der Krise vieles darum, den Bestand zu bewahren. Mit dem aufgehenden Stern über sich hinauszuwachsen bedeute, nicht nur andere Dinge zu tun als bisher, sondern auch die vertrauten Dinge anders zu tun, erklärte der Bischof. „Unser Projekt der Sozialraumorientierung lädt dazu ein. Es will den Blick schärfen für die Orte, Menschen und Nöte, an denen unsere kirchliche Präsenz und unser Einsatz gefragt sind, und zwar jenseits unserer pfarrlichen Grenzen und internen Logiken, in denen wir oftmals gefangen sind.“ Dazu helfe hoffentlich auch die Klärung der Strategischen Ziele des Bistums. „Der aufgehende Stern mahnt uns, nicht nur um uns selbst zu kreisen, sondern unsere Mission neu zu entdecken.“ Der Bischof lud zudem ein, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Vertrauen brauche Transparenz, Macht benötige Kontrolle, gute Entscheidungen bedürften der Mitspracherechte, um die Akzeptanz zu erhöhen, viele mit einzubeziehen und die vorhandenen Kompetenzen abzurufen. „Wo immer wir uns an diesem aufgehenden Stern orientieren, da werden wir den Herrn finden.“ Die Gläubigen im Dom quittierten die Predigt mit Applaus.</p><p>Am Ende des Gottesdiensts lud Pat Smyth von Saint Kilian’s Heritage Centre in Mullagh die Würzburger zur Pilgerfahrt im Oktober nach Irland ein. Ursprünglich war geplant, dass Martin Hayes, Bischof von Kilmore, den Gottesdienst mitfeiert und die Einladung persönlich ausspricht. Wegen eines Pilotenstreiks bei Aer Lingus war allerdings die Anreise kurzfristig gescheitert. In dem verlesenen Grußwort betonte Bischof Hayes, wie sehr er dem ersten Besuch in Würzburg entgegengefiebert habe. „Wir freuen uns darauf, die Reliquien der Frankenapostel und die Pilgerreisenden unter der Führung von Bischof Franz im Oktober bei uns begrüßen zu können.“ Es sei eine gute Gelegenheit, deren Zeugenschaft für den katholischen Glauben, ihre Antwort auf Gottes Liebe, das Beispiel Christi und die Inspiration des Heiligen Geistes zu feiern. „Während wir uns weiterhin auf das Privileg des Besuchs der Reliquien der Frankenapostel bei uns vorbereiten, gelten unsere Hoffnung und unser Gebet der Erneuerung des Glaubens in Irland.“ Besonderen Dank sprach Hayes seinem Amtsbruder Bischof Jung und dem Würzburger Domkapitel aus, die ihr Einverständnis für die Reise der Reliquien nach Irland gegeben haben.</p><p>Viele Gläubige ließen sich nach dem Gottesdienst einzeln unter Auflegung von Reliquien der Frankenapostel segnen. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdiensts im Dom sorgten Domorganist Professor Stefan Schmidt sowie der Domchor, die Domsingknaben und zwei Bläserensembles unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller, unter anderem mit der „Missa octo vocum“ von Hans Leo Hassler sowie Werken von Michael Praetorius und Felix Mendelssohn Bartholdy. Bei der Prozession spielte das Symphonische Blasorchester Kürnach. Ein Empfang auf dem Kiliansplatz schloss sich an den Gottesdienst an.</p><p class="text-right"><span style="line-height:100%"><font face="Liberation Serif, sans-serif"><span style="font-size:12pt"><span style="font-variant:normal"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt"><i><span style="font-weight:normal">mh (POW)</span></i></span></font></font></span></span></font></span></p><p><span style="line-height:100%"><font face="Liberation Serif, sans-serif"><span style="font-size:12pt"><span style="font-variant:normal"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt"><span style="font-style:normal"><span style="font-weight:normal">(70 Zeilen/2824/07</span></span></span></font></font></span><span style="font-variant:normal"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt"><span style="font-style:normal"><span style="font-weight:normal">18; E-Mail voraus)</span></span></span></font></font></span></span></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><span style="font-variant:normal"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen: </b></u></i></span></font></font></span><span style="font-variant:normal"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt"><i><span style="font-weight:normal">Fotos abrufbar im Internet</span></i></span></font></font></span></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60344</guid><pubDate>Fri, 05 Jul 2024 12:34:50 +0200</pubDate><title>Innerliche Stärkung für das Leben</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/innerliche-staerkung-fuer-das-leben/</link><description>Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann feiert Lourdes-Gottesdienst in Alzenau – Einzige Station der Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous in Bayern</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alzenau </strong>(POW) Ein Schrein mit den Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous ist am Donnerstagabend, 4. Juli, in der Pfarrkirche Sankt Justinus in Alzenau zu Gast gewesen. Bischof em. Dr.&nbsp;Friedhelm Hofmann feierte in der vollbesetzten Kirche einen großen Lourdes-Gottesdienst. Die Reliquien der heiligen Bernadette sind noch bis zum 19. Juli zu Besuch in Deutschland. Begleitet werden sie von den Maltesern. Alzenau war die einzige Station in Bayern, heißt es in einer Pressemitteilung des Pastoralen Raums Alzenau. Zuvor waren die Reliquien in Seligenstadt und Klein-Krotzenburg im Bistum Mainz gewesen.</p><p>Die heilige Bernadette habe ihr Leben ganz auf Jesus Christus ausgerichtet, sagte Bischof Hofmann in seiner Predigt. 18 Mal sei ihr die Muttergottes erschienen. Dabei sei eine „Heilquelle“ erschlossen worden. „Es unterscheidet sich nichts von normalem Wasser“, sagte der Bischof. Die Wunder, die geschehen sind, mussten ein „strenges kirchliches Verfahren“ durchlaufen. Insgesamt 68 wurden anerkannt. Ärzte sprächen „von unerklärlichen Heilungen und Theologen von Wundern“. Bischof Hofmann erzählte von zwei jungen Menschen, welche beide von Multipler Sklerose geheilt worden seien.</p><p>Bernadette selbst wurde Ordensschwester und ertrug ihre Krankheit. Spötter hätten sie gefragt, warum sie nicht nach Lourdes pilgere. Sie habe geantwortet: „Meine Berufung ist es, die Krankheit zu tragen.“ Der Bischof machte den Gläubigen Mut, das Leben mit aller Sorge und Not vor Gott zu bringen. Er betonte, dass sie zum „Menschsein“ berufen seien und jeder seinen persönlichen Ruf von Gott erhalte. Er machte Mut, dass Gott jedem mit seiner Liebe begegne. Das sei die besondere Erfahrung der Menschen in Lourdes, die innerliche Stärkung und Heilung für ihr Leben erführen und damit nach Hause kämen.</p><p>Am Ende der Eucharistiefeier ging Bischof Hofmann mit der Monstranz durch die Kirche und spendete den Gläubigen den Segen, so wie es täglich in Lourdes vollzogen wird. Mit Gebeten der heiligen Bernadette fand eine Weihe an Maria statt. In der gedimmten Kirche leuchteten mehrere hundert Kerzen. Viele Gläubige hätten die Gelegenheit genutzt, um die Reliquien zu verehren und eine Kerze sowie ein Fläschchen Wasser aus der Lourdesquelle in Frankreich mitzunehmen. Organist und Kantor war Markus Heinrich. Er stimmte unter anderem „Die Glocken verkünden mit fröhlichem Laut – Ave Maria“ an. Im Anschluss fanden um die Kirche herum herzliche Begegnungen mit Bischof Hofmann statt.</p><p>Bereits um 18 Uhr wurde der Rosenkranz auf Deutsch, Suaheli, Indisch und Polnisch gebetet. Es bestand die Möglichkeit zur Beichte und Aussprache mit Gott.</p><p>(2824/0708; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>POW</category><category>Berichte</category><category>Aschaffenburg</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59952</guid><pubDate>Sun, 09 Jun 2024 16:21:47 +0200</pubDate><title>Bischof Jung kritisiert Diffamierung unliebsamer Gegner</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/bischof-jung-kritisiert-diffamierung-unliebsamer-gegner/</link><description>Pontifikalgottesdienst zum Mozartfest 2024 ‒ Domchor und Camerata Würzburg lassen Mozarts „Missa in honorem Sanctissimae Trinitatis“ erklingen ‒ Sechster Jahrestag der Bischofsweihe von Dr. Franz Jung</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Deutliche Kritik an Diskreditierung und Verleumdung von unliebsamen Gegnern hat Bischof Dr. Franz Jung beim Pontifikalgottesdienst zum Mozartfest 2024 und zum Gedenken an den sechsten Jahrestag seiner Bischofsweihe am Sonntag, 9. Juni, im Würzburger Kiliansdom geübt. „Wir werden im Wahlkampf ‒ heute ist Wahlsonntag ‒ , aber auch im politischen Leben und im Leben unserer Kirche permanent Zeugen genau dieses Vorgangs, wo jemand, der mir unliebsam ist, auch wenn er Recht haben mag, entsorgt wird, indem ich ihn als Person angreife und versuche, ihn dadurch zu diskreditieren.“</p><p>In seiner Predigt ging Bischof Jung zunächst auf das Evangelium des Tages ein. Die Schriftgelehrten erkennen, dass ihr größter Gegner Jesus von Nazareth ist. „Denn er legt die Schrift nicht nur aus wie einer von ihnen, sondern er predigt in einem machtvollen Wort, das die Kraft hat, die bösen Geister zu bannen und die Dämonen zu verjagen, die den Menschen besetzt halten.“ Weil die Schriftgelehrten ihm nicht auf der Sachebene beikommen könnten, versuchten sie, den Kriegsschauplatz zu verlagern. „Es geht nicht mehr um die Sache, um die man ringt, sondern plötzlich geht es um das Gegenüber. Und es geht nicht um die Erfolge, die einer vorzuweisen hat, sondern es geht offenbar um vermutete Defizite seiner Person, die man mal benennen muss“, erklärte der Bischof. Mit diesem Schachzug gelinge es zudem, den anderen in endlose Selbstrechtfertigungen zu verwickeln, so dass er gar keine Zeit mehr habe, als Gegenüber aufzutreten.So gelinge es, ihn auf elegante Weise unschädlich zu machen.</p><p>###GALERIE###</p><p>In der Gegenwart sei ein solcher Vorgang stets ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse und auch in der Lage, kirchliche und politische Karrieren zu zerstören. Im schlimmsten Fall würden Menschen dadurch an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht ‒ „bis hin zum Gedanken des Suizids“. Im Falle Jesu lautet die Unterstellung der Schriftgelehrten, er sei vom Beelzebub besessen. „Gerade aus dem, wo er seine Erfolge feiert, dreht man ihm plötzlich einen Strick.“ Jesus aber kenne diesen rhetorischen Trick und lasse sich nicht auf dieses Spiel ein. Auch, weil er um das achte Gebot weiß, das untersagt, falsche Unterstellungen, Gerüchte und Diffamierungen in die Welt zu setzen. Jesus weiß nach den Worten von Bischof Jung zugleich, dass in der Rhetorik Angriff die beste Verteidigung ist. Er mache nachdrücklich deutlich, dass es Gott ist, der gegen den Teufel kämpft, und nicht der Teufel. Aber auch, dass sich jeder, der Jesus Christus verunglimpft, um die einzige Möglichkeit bringt, gerettet zu werden.</p><p>Ähnlich wie die Schriftgelehrten verhalte sich Don Giovanni aus Mozarts gleichnamiger Oper. „Denn dieser Don Giovanni, der notorische Schürzenjäger, der allen Frauen hinterherstellt, ist der Meister der Verstellung und derjenige, der es wie kein anderer versteht, immer von der Sachebene abzulenken und auf die Person zu zielen.“ Als Donna Elvira ihn als den wahren Übeltäter enthülle, sage Don Giovanni, sie spinne, und was sie behaupte, stimme nicht. Permanent wechsle er die Rollen, sodass sein armer Diener Leporello an seiner Statt dauernd die Schläge kassiere, die ihm zugedacht gewesen seien. „Immer windet er sich heraus und in seiner krankhaften Sucht nach Liebesabenteuern hinterlässt er als Narzisst nur eine Spur der Verwüstung und des Bösen.“ Aber das Wort, wonach man die Menschen an ihren Früchten erkenne, gelte auch für diesen Don Giovanni. „Er wird am Ende Opfer seiner Verwechslung von Einbildung und Wirklichkeit. Er wird zu Rechenschaft gezogen und muss am Ende büßen für das, was er getan hat, weil er nicht bereit war, umzukehren und der Wahrheit die Ehre zu geben.“</p><p>Musikalisch gestaltet wurde die Feier unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller vom Würzburger Domchor und der Camerata Würzburg mit der „Missa in honorem Sanctissimae Trinitatis (Trinitatismesse) KV 167“ von Wolfgang Amadeus Mozart.</p><p class="text-right"><span style="line-height:100%"><i><font face="Arial, sans-serif">mh (POW)</font></i></span></p><p class="western"><span style="font-style:normal"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">(2424/0617; E-Mail voraus)</font></span></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><font face="Arial, sans-serif"><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></font><font face="Arial, sans-serif"> Fotos abrufbar im Internet </font></i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59592</guid><pubDate>Fri, 10 May 2024 12:45:51 +0200</pubDate><title>Bischöfe, Domkapitel und Priesterrat wünschen Weihbischof em. Ulrich Boom gute Genesung</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/bischoefe-domkapitel-und-priesterrat-wuenschen-weihbischof-em-ulrich-boom-gute-genesung/</link><description>Würzburg (POW) Sieben Bischöfe sowie Vertreter von Domkapitel und Priesterrat haben am Freitag, 10. Mai, Weihbischof em. Ulrich Boom gute Genesung gewünscht. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Weihbischof Boom leidet an den Folgen eines Herzinfarkts und konnte an Christi Himmelfahrt, 9. Mai, an der Bischofsweihe seines Nachfolgers Paul Reder im Kiliansdom nicht teilnehmen. Er begibt sich noch vor Pfingsten für mehrere Wochen in eine Reha-Maßnahme. Ebenso konnte Weihbischof Helmut Bauer (91) aus Altersgründen nicht an der Bischofsweihe seines Nach-Nachfolgers teilnehmen. Weihbischof Reder trug bei seiner Bischofsweihe das Messgewand, das am 14. Oktober 1988 Weihbischof Bauer bei seiner Bischofsweihe getragen hatte und das von den Erlöserschwestern dafür angefertigt worden war.</p><p>(2024/0520; E-Mail voraus)</p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><b><i><u><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Hinweis für Redaktionen</span></span></u></i></b><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">: Foto abrufbar im Internet </span></span></i></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof em. Helmut Bauer</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59583</guid><pubDate>Thu, 09 May 2024 19:59:08 +0200</pubDate><title>„Zieh also aus und verkünde!“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/zieh-also-aus-und-verkuende/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung, Erzbischof Herwig Gössl und Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann weihen Paul Reder im Kiliansdom zum Bischof – Zwölf weitere Bischöfe feiern mit – Weihbischof Reder: „Kein Mensch ist entbehrlich“ – Großer Jubel und Freude bei rund 1500 Mitfeiernden</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Bei einem festlichen Pontifikalamt mit rund 1500 Gläubigen im Würzburger Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung am Hochfest Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 9. Mai, den am 25. März ernannten Weihbischof Paul Reder zum Bischof geweiht. Ihm zur Seite standen als Konkonsekratoren der Metropolit und Bamberger Erzbischof Herwig Gössl sowie Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann. Weitere zwölf (Erz-)Bischöfe und Weihbischöfe legten Reder ebenfalls die Hände auf und sprachen das Weihegebet mit. „Ich freue mich, Dich, lieber Weihbischof Paul, an meiner Seite zu wissen bei der geistlichen Erneuerung unseres Bistums. Denn nach der Klärung der Strukturen ist es jetzt an der Zeit, uns von neuem auf die Mitte unseres Glaubens zu besinnen“, sagte Bischof Jung. Weihbischof Reder gab in seiner Ansprache den Gläubigen für die Kirche der Zukunft die Frage mit auf den Weg: „Pochen wir auf die eigene Unverzichtbarkeit oder sind wir bereit, die Entbehrlichkeit in den Augen vieler Menschen als Berufung und Sendung von Gott her zu verstehen?“</p><p>Die besondere Freude dieses Tages kam schon beim von den Mitfeiernden aus voller Kehle gesungenen Eingangslied „Ihr Christen hoch erfreuet euch“ zum Ausdruck. Die beiden Priester Generalvikar Domdekan Dr. Jürgen Vorndran, ehemaliger Heimatpfarrer Reders in Würzburg-Sankt Peter und Paul, sowie Pater Velangini Thumma (Bad Bocklet) von den Missionaren des heiligen Franz von Sales als Vertreter der ausländischen Priester im Bistum, geleiteten den ernannten Weihbischof in den Dom. Danach bat zu Beginn der Feier der Generalvikar Bischof Jung um die Weihe Reders zum Bischof. Vorndran verlas im Anschluss zudem die deutsche Übersetzung der <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/paepstliche-ernennungsbulle/" target="_blank" class="external-link">päpstlichen Ernennungsurkunde</a>.</p><p>„Franziskus, Bischof, Diener der Diener Gottes, entbietet dem geliebten Sohn Paul Reder aus dem Klerus der Diözese Würzburg, bisher Pfarrer des Pastoralen Raumes Schweinfurter Mainbogen, bestellt zum Weihbischof in Würzburg und zugleich zum Titularbischof von Petina, Gruß und Segen.“ Weiter heißt es in der Urkunde des Papstes: „Daher beabsichtigen wir, Dich, geliebter Sohn, für dieses Amt zu bestimmen, der du dich aufgrund deines seelsorglichen Eifers im Besitz wahrer priesterlicher und zugleich menschlicher Tugenden erweist. In Anbetracht all dessen ernennen wir dich deshalb, nach Anhörung des Dikasteriums für die Bischöfe, in Ausübung Unserer Apostolischen Vollmacht zum Weihbischof der Diözese Würzburg und übertragen dir zugleich den Titularsitz von Petina mit den damit verbundenen Rechten und entsprechenden Pflichten.“ Die Menschen im Dom stimmten dem Schreiben des Papstes mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn“ zu.</p><p>In seiner <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/sei-ein-hueter-der-seelen/" target="_blank" class="external-link">Predigt</a> ging Bischof Jung auf das Hochfest Christi Himmelfahrt ein. „Der zur Rechten des Vaters sitzt ist eingesetzt als der einzige und wahre Hohepriester seiner Kirche. Ein schöneres Fest, um Bischofsweihe zu feiern, gibt es nicht.“ Jeder Bischof habe an Christus selbst Maß zu nehmen, der im Ersten Petrusbrief sehr treffend als „Bischof und Hüter unserer Seelen“ bezeichnet wird. Der bischöfliche Dienst besteht nach den Worten von Bischof Jung darin, den Menschen zu helfen, die Hoffnung immer wieder neu zu entdecken, die nicht auf Irdischem gründe, „sondern auf den Herrn selbst, der unser Anker im Himmel ist“. Das sei „die Wahrheit, die uns befreit“, sagte der Bischof unter Hinweis auf Reders bischöflichen Wahlspruch. Jesus segne seine Jünger, ehe er in die Ewigkeit des Vaters eingeht. „Als Weihbischof wirst Du, lieber Weihbischof Paul, in der Nachfolge des Herrn diesen Segen vielen Menschen weitergeben dürfen.“ Vor allem das Sakrament der Firmung vermittle diesen Segen und festige die Gefirmten im Glauben.</p><p>Weiter sei es Auftrag der Bischöfe, den Armen, Notleidenden und Heimatlosen beizustehen. „Deshalb müssen wir für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder genauso eintreten wie für die Solidarität mit denjenigen, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen oder denen man nahelegt, die Gesellschaft nicht weiter zu behelligen, weil sie im Alter oder ihrer Not nur noch einen Kostenfaktor darstellen.“</p><p>Mit Christi Himmelfahrt sei nicht alles zu Ende. Es beginne erst, betonte Bischof Jung. In der Zeit bis zur Wiederkehr Christi sei Großmütigkeit notwendig, um den Menschen mit einem großen Herzen vom Schatz im Himmel zu künden. Weil die Veränderungsprozesse und das Hinwachsen auf den Herrn viel Geduld verlangten, brauche es Langmütigkeit. „Und wir brauchen Einmütigkeit, die verhindert, dass in allem Miteinander-Ringen die Einheit zerbricht.“ Diese drei Tugenden wünschte der Bischof auch seinem neuen Weihbischof. Den Bischöfen der Partnerbistümer in Tansania und Brasilien dankte Bischof Jung für ihre Anwesenheit bei der Feier. „Danke für die Erinnerung, dass unsere Kirche eine weltumspannende Kirche ist, in der wir Freude und Nöte miteinander teilen und aneinander wachsen im Glauben und in der Liebe zu dem einen erhöhten Herrn, der alle an sich ziehen möchte“, betonte Bischof Jung. Im Schlusssatz des Markusevangeliums sei die Rede davon, dass die Jünger auszogen und überall, bekräftigt durch Zeichen, das Wort des erhöhten Herrn verkündeten. „Ab heute schreibt er auch mit Dir, lieber Weihbischof Paul, in Deinem neuen Amt für die Ortskirche von Würzburg Geschichte. Zieh also aus und verkünde!“</p><p>Nach der Predigt wurde der Heilige Geist angerufen, da Gott der Handelnde im Weihegeschehen ist. Bischof Jung stellte im Anschluss neun Fragen an den Weihekandidaten. Reder versprach mit seinen Antworten, der Nachfolge der Apostel bis in den Tod treu zu bleiben, das Evangelium treu zu verkünden, das Lehramt der Kirche auszufüllen und zu bewahren, in der Einheit mit dem Papst und den Bischöfen der Kirche zu dienen und dem Papst gegenüber gehorsam zu sein. Weiter versprach Reder, in der Einheit mit den Priestern und Diakonen dem Volk Gottes zu dienen, sich um die Armen und Notleidenden sowie um die verlorenen Gläubigen zu sorgen und das immerwährende Gebet zu pflegen.</p><p>Bei der Litanei mit Anrufung der Heiligen lag der Weihekandidat als Zeichen der Demut und der Verfügbarkeit ausgestreckt am Boden. Danach weihten ihn Bischof Jung, Erzbischof Gössl und Bischof em. Hofmann durch Handauflegung und Gebet zum Bischof. Alle weiteren anwesenden Bischöfe legten ebenfalls in Stille die Hände auf und machten so die Einheit des Episkopats der Kirche deutlich. Das Weihegebet sprachen alle Bischöfe. Sie baten dabei um die für das Bischofsamt notwendigen Gaben.</p><p>###GALERIE###</p><p>Anschließend salbte Bischof Jung das Haupt des Geweihten, überreichte das Evangelienbuch, steckte Weihbischof Reder den Ring an, überreichte Bischofsstab und Brustkreuz und setzte Reder die Mitra auf. Ministranten aus der Pfarreiengemeinschaft „Heidenfeld, Hirschfeld, Röthlein“ brachten die bischöflichen Insignien zur Weihe. Zum Abschluss der Weihehandlung wünschten die Bischöfe dem Neugeweihten den Frieden und umarmten ihn. Langanhaltender Applaus rundete die Weihehandlung ab.</p><p>Eine weitere Besonderheit dieser außergewöhnlichen Feier erlebte die Festgemeinde zum Abschluss des Gottesdienstes: Segnend zog der neue Weihbischof mit Stab und Mitra erstmals durch den Kiliansdom, während die Gläubigen das große Loblied „Te deum – Großer Gott, wir loben dich“ sangen. In seiner <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/zeuge-fuer-das-evangelium-und-den-geist-christi/" target="_blank" class="external-link">Schlussansprache</a> schlug Weihbischof Reder einen Bogen zwischen der Himmelfahrt Jesu und seinem neuen Amt. Zu Beginn seines Auftretens werde Jesus versucht, Steine in Brot zu verwandeln. Hätte er das getan, wäre er für alle unverzichtbar geworden. „Diese Versuchung, die eigene Unverzichtbarkeit zu demonstrieren, begleitet auch die Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit.“ Besonders drängend werde sie, wo aktuell der Verlust an Relevanz erlebt werde. Jesu Antwort an den Versucher sei bis heute aktuell: Hören auf das Wort Gottes. „Gerade in der Erfahrung dieser hörenden Glaubens- und Lebensgemeinschaft wird er für sie zum Zeugen. Zum Zeugen dafür, dass für ihn im Hören auf Gottes Wort und dessen Weitergabe sein ganzes Leben und seine Sendung, ja eine ganz neue Welt begründet liegt.“</p><p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" allow="autoplay" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/1818833766&amp;color=%23f9b000&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true"></iframe></p><div style="font-size: 10px; color: #cccccc;line-break: anywhere;word-break: normal;overflow: hidden;white-space: nowrap;text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif;font-weight: 100;"><p><a href="https://soundcloud.com/bistumwuerzburg" title="Bistum Würzburg" target="_blank" style="color: #cccccc; text-decoration: none;" rel="noreferrer">Bistum Würzburg</a> · <a href="https://soundcloud.com/bistumwuerzburg/paul-reder-ist-jetzt-weihbischof" title="Paul Reder ist jetzt Weihbischof" target="_blank" style="color: #cccccc; text-decoration: none;" rel="noreferrer">Paul Reder ist jetzt Weihbischof</a></p></div><p>Jesus macht nach den Worten von Weihbischof Reder in seinem Heimweg zum Vater deutlich, „dass die Koordinaten unserer Welt und Zeit lediglich vorläufig sind“. Beim Abschied in einem Kindergarten habe ein Kind Reder ein gemaltes Pferd geschenkt, weil Bischof Martin mit dem Pferd zum Bettler geritten sei. „Der Bettler in der Martinsgeschichte steht sinnbildlich für ungezählte Menschen, die in den Augen der Welt entbehrlich, ja lästig geworden sind.“ Im Einsatz für sie liege ein unentbehrliches Zeugnis für das Evangelium. „In diesem Sinn will ich mich im bischöflichen Dienst, der mir heute mit der Weihe übertragen wird, darum bemühen, für das Evangelium und den Geist Christi ein sattelfester Zeuge zu sein.“</p><p>Weihbischof Reder dankte Bischof Jung, Erzbischof Gössl und Bischof em. Hofmann für die Weihe. Außerdem dankte er allen, die den Gottesdienst mitfeierten und im Gebet ihre Verbundenheit zum Ausdruck brachten. „In diesen Dank möchte ich ganz besonders auch unseren Weihbischof Ulrich einschließen. Ich bin mir sicher, dass er bei der Weihehandlung auch seine Hand ausgestreckt hat, um mich zu segnen. Vergelts Gott dafür und einen herzlichen Gruß nach Hause!“ Besonders sprach er seiner Familie Dank für die Zuneigung aus. „Das ist hier nur ein Satz, aber für mich ist es eine Welt. Und ich danke Rosalie für ihr Pferd!“</p><p class="text-right"><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2024/0513; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet</i></span></span></p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/KbGuLa2ygL8?si=AdG29l8nHjKKZGUd" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59582</guid><pubDate>Thu, 09 May 2024 19:50:30 +0200</pubDate><title>Eine besondere Liturgie</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/eine-besondere-liturgie/</link><description>Bemerkenswertes rund um die Bischofsweihe von Weihbischof Paul Reder</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Die Liturgie einer Bischofsweihe sieht der Kiliansdom selten. Was die Feier besonders macht, wer die Akteure und die besonderen Ehrengäste waren und zahlreiche weitere Informationen finden Sie hier:</p><p><em>Wer außer Paul Reder waren die zentralen Akteure?</em></p><p>Hauptkonsekrator war Bischof Dr. Franz Jung, ihm zur Seite standen als sogenannte Konkonsekratoren Erzbischof Herwig Gössl (Bamberg) und Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann. Seit dem Konzil von Nicäa im Jahr 325&nbsp;nach Christus möchte die Kirche mit drei Bischöfen garantieren, dass ein neuer Bischof auch als Garant für die Einheit mit der gesamten Kirche verstanden wird. Als assistierende Priester standen Generalvikar Domdekan Dr. Jürgen Vorndran und Pater Velangini Thumma (Bad Bocklet) von den Missionaren des heiligen Franz von Sales dem neuen Weihbischof zur Seite. Lektorinnen waren Alexandra Eck und Barbara Dell. Diakon Oliver Kirchner (Bad Brückenau) verkündete das Evangelium.</p><p>###GALERIE###</p><p><em>Was unterschied die Bischofsweihe von einem gewöhnlichen Gottesdienst?</em></p><p>Domdekan Vorndran bat Bischof Jung zu Beginn der Feier um die Weihe des ernannten Weihbischofs. Danach verlas der Domdekan die päpstliche Ernennungsurkunde, mit der die enge Verbindung der Bischöfe mit dem Heiligen Vater in Rom deutlich wurde. Bei der Weihehandlung wurde zunächst der Heilige Geist angerufen. Danach stellte der Bischof neun Fragen an den Weihekandidaten. Dieser versprach, der Nachfolge der Apostel bis in den Tod treu zu bleiben, das Evangelium treu zu verkünden, das Lehramt der Kirche auszufüllen und zu bewahren, in der Einheit mit dem Papst und den Bischöfen der Kirche zu dienen und dem Papst gegenüber gehorsam zu sein. Weiter versprach der Weihekandidat, in der Einheit mit den Priestern und Diakonen dem Volk Gottes zu dienen, sich um die Armen und Notleidenden sowie um die verlorenen Gläubigen zu sorgen und das immerwährende Gebet zu pflegen. Bei der Allerheiligenlitanei lag Reder ausgestreckt am Boden. Durch Handauflegung und Gebet weihte ihn daraufhin Bischof Jung zusammen mit Erzbischof Gössl und Bischof em. Hofmann zum Bischof. Alle weiteren anwesenden Bischöfe legten danach die Hände auf und machten so die Einheit des Episkopats der Kirche deutlich. Das Weihegebet sprachen dann alle anwesenden Bischöfe.</p><p><em>Welche weiteren Zeichenhandlungen gehörten zur Bischofsweihe?</em></p><p>Bischof Jung salbte das Haupt des neu Geweihten, überreichte ihm das Evangelienbuch, steckte Weihbischof Reder den Ring an, überreichte ihm Bischofsstab und Brustkreuz und setzte Reder schließlich die Mitra auf. Zum Abschluss der Weihehandlung wünschten die Bischöfe dem Neugeweihten den Frieden und umarmten ihn. Danach schloss sich die Eucharistiefeier an. Das „Te deum – Großer Gott, wir loben dich“, der Segenszug des Neugeweihten durch den Dom, dessen Dankansprache und der Pontifikalsegen bildeten den Abschluss.</p><p><em>Welche Bischöfe und weiteren Prominente feierten im Kiliansdom mit?</em></p><p>Reder legten bei der Weihe neben den genannten drei Bischöfen die Hände auf: der emeritierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), die Bischöfe Bernardo Johannes Bahlmann (Óbidos/Brasilien), John C. Ndimbo (Mbinga/Tansania), Dr. Gregor Hanke (Eichstätt), Dr. Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen), die Weihbischöfe Otto Georgens (Speyer), Dr. Josef Graf (Regensburg), Dr. Reinhard Hauke (Erfurt), Jörg Michael Peters (Trier), Rupert Graf zu Stolberg (München-Freising), Florian Wörner (Augsburg) sowie Dr. Dr. Christan Würtz (Freiburg). Die Apostolische Nuntiatur wurde durch Nuntiaturrat Prälat John John Kallarackal vertreten. Als Vertreterin der evangelisch-lutherischen Kirche nahm Regionalbischöfin Gisela Bornowski am Gottesdienst teil. An der Spitze der weiteren Vertreter aus Kirche und Gesellschaft standen Staatssekretär Sandro Kirchner sowie Staatsminister a. D. Professor Dr.&nbsp;Winfried Bausback. Außerdem nahmen unter anderem die Bundestagsabgeordneten Paul Lehrieder und Professor Dr. Andrew Ullmann teil, zudem die Landtagsabgeordneten Kerstin Celina, Paul Knoblach und Thorsten Schwab. Den Gottesdienst feierten außerdem Dr.&nbsp;Beate Gilles, Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, und Matthias Belafi, Leiter des Katholischen Büros in Bayern, sowie der Vorstand des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg mit Dr. Michael Wolf an der Spitze mit.</p><p><em>Wie sah das musikalische Programm aus?</em></p><p>Da Reder selbst lange Jahre aktives Mitglied der Chöre am Kiliansdom war, war es für die Dommusik Ehrensache, den Gottesdienst für ihn zu gestalten. Unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth musizierten der Domchor und ein Bläserensemble. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Orgel. Neben zahlreichen Liedern aus dem Gotteslob im Wechsel zwischen Gemeinde und Chor samt Bläsern erklang die „Missa Aeterna Christi munera“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Darüber hinaus waren Giovanni Gabrielis „Canzon seconda“, „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach, „Gehet und verkündet der Welt“ von Max Reger und Sigfrid Karg-Elerts „Marche triomphale ‚Nun danket alle Gott‘“ zu hören. Als Kantor wirkte Benediktinerpater Dr. Simon Schrott, der mit Reder zusammen zum Priester geweiht worden war.</p><p><em>Welche besonderen Gaben wurden bei der Gabenbereitung zum Altar gebracht?</em></p><p>Die Fränkische Weinkönigin Lisa Lehritter und Weinbaupräsident Artur Steinmann überreichten Reder ein Holzfässchen Frankenwein. Gefüllt war es mit 2023 Silvaner vom Escherndorfer Fürstenberg, produziert vom Genusshof Knaup aus Röthlein. Für die Partnerdiözese Mbinga in Tansania brachte Lianaeli Mrema Kaffee an den Altar und Ivana de Souza Batista aus dem Partnerbistum Óbidos in Brasilien Paranüsse.</p><p><em>Wie waren die Gläubigen aus Reders früheren und derzeitigen Gemeinden beteiligt?</em></p><p>Ministranten aus der Pfarreiengemeinschaft „Heidenfeld, Hirschfeld, Röthlein“ brachten die Insignien des neuen Weihbischofs – Ring, Mitra und Stab – zur Weihe. Sie trugen auch Brot und Wein für die Feier der Eucharistie zum Altar. Rund 300 Personen aus dem Pastoralen Raum Schweinfurter Mainbogen waren zudem als Gäste im Dom dabei. Außerdem waren Gläubige aus Rottendorf, Schondra/Oberleichtersbach, Bad Kissingen, Nordheim/Rhön und Fladungen sowie den Würzburger Pfarreien Heiligkreuz, Sankt Elisabeth und Sankt Burkard sowie Reders Heimatpfarrei Sankt Peter und Paul als Gäste anwesend. Die Blaskapelle aus Heidenfeld spielte beim Empfang auf dem Kiliansplatz auf.</p><p><em>Was ist das Besondere an den Insignien des neuen Weihbischofs?</em></p><p>Das Brustkreuz gehörte einst Bischof Josef Stangl. Für den Alltagsgebrauch hat Reder jedoch ein schlichtes Alltagskreuz: rund, mit einem Holzrand, ein mittig ausgeschnittenes Kreuz, umgeben von einem Herz. Außerdem Ölzweige als Zeichen der Hoffnung. „Die Wahrheit wird euch befreien“, Reders Wahlspruch, steht auf dem hölzernen Rand. Der Bischofsstab wurde für Weihbischof Alfons Kempf gefertigt und weist eine sichtbare Beule auf. Für Reder ein schönes Zeichen einer „verbeulten Kirche“, von der Papst Franziskus spricht. Der schlichte Bischofsring ist aus dem matt glänzenden Edelmetall Tantal gearbeitet, in das ein Kreuz aus einer Edelmetalllegierung eingearbeitet ist.</p><p><em>Warum war Reders Vorgänger, Weihbischof em. Ulrich Boom, nicht bei der Feier dabei?</em></p><p>Aufgrund einer Erkrankung konnte Weihbischof Boom nicht an der Feier teilnehmen. Domdekan Vorndran dankte ihm vor der Feier in seiner Begrüßung für das 15-jährige segensreiche Wirken und wünschte ihm alles Gute und Gottes Segen.</p><p><em>Warum führt Weihbischof Paul Reder ein Emblem und kein Wappen?</em></p><p>Auf ein Wappen mit Prälatenhut und ausschließlich lateinischem Wahlspruch hat Reder bewusst verzichtet. Auf dem Emblem, das rund ist und auf Prälatenhut und Quasten verzichtet, steht der Wahlspruch auch auf Deutsch.</p><p><em>Wo kann ich die gesamte Feier nochmals ansehen?</em></p><p>Der komplette Gottesdienst ist auf dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg zu finden.</p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><i>mh/sti</i></font><font color="#000000"></font><font color="#000000"><i>(POW)</i></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font color="#000000">(2024/0514; E-Mail voraus)</font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i></font><font color="#000000"><i> Fotos abrufbar im Internet</i></font></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59578</guid><pubDate>Thu, 09 May 2024 15:00:00 +0200</pubDate><title>„Lassen wir uns nun alle berühren von der Liturgie der Bischofsweihe“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/lassen-wir-uns-nun-alle-beruehren-von-der-liturgie-der-bischofsweihe/</link><description>Begrüßung von Domdekan Dr. Jürgen Vorndran zur Bischofsweihe von Paul Reder im Würzburger Kiliansdom am 9. Mai 2024</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Liebe Festgemeinde,</p><p>herzlich darf ich Sie alle im Kiliansdom zur Feier der Bischofsweihe von Paul Reder willkommen heißen. Besonders grüße ich alle, die mit uns über die Sozialen Medien verbunden sind.</p><p>Schön, dass Sie da sind und unseren neuen Weihbischof Paul Reder bei seiner Bischofsweihe begleiten!</p><p>Mein erster Gruß gilt der Mutter und dem Bruder unseres Bischofsweihekandidaten! Liebe Frau Reder, lieber Herr Reder, liebe Familie Reder, herzlichen Glückwunsch zur Bischofsweihe Ihres Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels!</p><p>In gleicher Weise grüße ich die geistliche Familie unseres neuen Weihbischofs, die Priester und Diakone des Bistums Würzburg! Liebe Mitbrüder, herzlich willkommen!</p><p>Ich grüße die zahlreichen Ordensfamilien und Ordensleute aus unserem Bistum und begrüße stellvertretend für alle die Generaloberin der Schwestern des Erlösers, Schwester Monika Edinger, sowie die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Schwester Katharina Ganz, sowie Provinzialminister Bruder Andreas Murk von den Franziskanern sowie Abt Michael Reepen von der Abtei Münsterschwarzach.</p><p>Aus der Ökumene grüße ich zusammen mit allen Mitgliedern der ACK Frau Regionalbischöfin Gisela Bornowski aus Ansbach.</p><p>Heute sind Gruppen aus verschiedenen Teilen unseres Bistums angereist, in denen Paul Reder auf den Stationen seines Studiums, seiner pastoralen Ausbildung und seines Dienstes als Priester tätig war und die ich jetzt aufrufen möchte ‒ vielleicht können Sie sich jeweils zu erkennen geben, wo Sie hier im Dom sitzen, damit wir uns auch ein bisschen kennenlernen können:</p><p>Mein erster Gruß gilt seiner Heimatpfarrei Sankt Peter und Paul in Würzburg, der ich für das Gebet in der eucharistischen Anbetung in der vergangenen Nacht danke und schließe hier auch die Gläubigen aus der Pfarrei Sankt Adalbero und den anderen Würzburger Pfarreien mit ein.</p><p>Ich grüße die Gemeinden aus Rottendorf, Schondra/Oberleichtersbach, Bad Kissingen, Nordheim und Fladungen sowie aus Heiligkreuz, Sankt. Elisabeth und Sankt Burkard in Würzburg und natürlich besonders herzlich die Gemeinden Hirschfeld, Heidenfeld und Röthlein, die auch mit Ministrantinnen und Minstranten gekommen sind, und mit der Musikkapelle, die uns nachher auf dem Kiliansplatz noch aufspielen wird. Schon jetzt unseren herzlichen Dank dafür!</p><p>Natürlich grüße ich auch die zahlreichen Fahnenabordnungen und die Chargierten der Studentenverbindungen, namentlich der Unitas Hetania.</p><p>Es ist uns eine große Ehre, den Vertreter des Apostolischen Nuntius in Deutschland willkommen zu heißen, Herrn Nuntiaturrat Prälat John John Kallarackal, Bischof John Ndimbo aus unserer Partnerdiözese Mbinga, Bischof Johannes Bahlmann aus unserem Partnerbistum Óbidos, Bischof Gregor Maria Hanke aus Eichstätt, Bischof Heinrich Timmerevers aus Dresden-Meißen, und den emeritierten Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick.</p><p>Weitere deutsche Bistümer sind vertreten durch: Weihbischof Otto Georgens aus Speyer, Rupert Graf Stolberg aus München und Freising, Josef Graf aus Regensburg, Florian Wörner aus Augsburg, Christian Würz aus Freiburg, Thomas Maria Renz aus Rottenburg-Stuttgart, Jörg Michael Peters aus Trier, Reinhard Haucke aus Erfurt sowie Generalvikar Christof Steinert aus Fulda.</p><p>Ich grüße Frau Dr. Beate Gilles, die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz und Herrn Matthias Belafi, den Leiter des Katholischen Büros in Bayern.</p><p>Als Konkonsekratoren werden mit dem liturgischen Dienst gleich einziehen: unser emeritierter Diözesanbischof Friedhelm Hofmann sowie der Erzbischof von Bamberg, Herwig Gössl. Wir freuen uns über dieses besondere Zeichen der Verbundenheit des neuen Metropoliten mit dem Bistum Würzburg.</p><p>Wir vermissen heute schmerzlich unseren emeritierten Weihbischof Ulrich Boom. Wir danken ihm am Tag der Bischofsweihe seines Nachfolgers für sein 15-jähriges segensreiches Wirken als Weihbischof und Dompropst. Wir verbinden uns mit ihm in dieser Stunde im Gebet und wünschen ihm alles Gute und Gottes Segen für seinen Weg als Pilger der Hoffnung auch in der Zeit von Krankheit.</p><p>Nun wende ich mich den Ehrengästen zu aus den verschiedenen Bereichen unseres Bistums und grüße unseren Diözesanratsvorsitzenden Michael Wolf, alle Vertreterinnen und Vertreter unserer diözesanen Gremien und der Caritas, alle pastoralen und weiteren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Frau Dorothea Weitz von unserer MAV und alle, die in den Pfarreien, Verbänden und geistlichen Gemeinschaften in unserem Bistum die Kirche vor Ort gestalten.</p><p>Aus Politik und Gesellschaft grüße ich stellvertretend für alle namentlich unseren Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Bürgermeister Peter Gehring aus der Großgemeinde Röthlein, Landrat Florian Töpper aus Schweinfurt und weitere Landräte zusammen mit Professor Klaus Reder vom Bezirk Unterfranken, die Landtagsabgeordneten Kerstin Celina und Winfried Bausback mit allen weiteren Abgeordneten des Bayerischen Landtags sowie Staatssekretär Sandro Kirchner als Vertreter der Staatsregierung sowie die Bundestagsabgeordneten Paul Lehrieder und Andrew Ullmann.</p><p>Aus dem Kreis der Behörden und der Julius-Maximilians-Universität gilt mein Gruß Herrn Polizeidirektor Sven Schultheiß, Herrn Landgerichtspräsident Johannes Ebert, dem Präsidenten des Bayerischen Verwaltungsgerichts, Herrn Hubert Strobel, der Direktorin des Amtsgerichts Würzburg, Frau Petra Müller-Manger, sowie dem Kanzler der Universität, Herrn Uwe Klug und dem Dekan der theologischen Fakultät, Herrn Professor Matthias Reményi.</p><p>Eine besondere Freude ist es uns, dass die fränkische Tradition fortgesetzt wird und dem neuen Weihbischof Paul Reder bei der Gabenbereitung ein Weinfässchen von der fränkischen Weinkönigin Lisa Lehritter und dem Weinbauverbandspräsidenten Artur Steinmann überreicht wird.</p><p>Was wäre eine Bischofsweihe ohne musikalische Gestaltung? Ich freue mich, dass unser Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und unserem Domorganisten Stefan Schmidt diese Feier gestaltet. Die Dommusik tut dies heute für den ehemaligen Domsingknaben und Domchorsänger Paul Reder, der selber über seine Zeit in der Dommusik unter Domkapellmeister Siegfried Koesler sagt: „Drei Dinge sind mir in Erinnerung geblieben: Achte auf den Dirigenten, bringe deine Stimme in den Gesamtklang ein, indem du auf die anderen hörst, wir singen nicht für uns selbst. Wenn ein Chor das beachtet, kann Großes entstehen und Schönes gestaltet werden, das Menschen wirklich berührt.“ (<em>Interview zur Ernennung</em>)</p><p>Lassen wir uns nun alle berühren von der Liturgie der Bischofsweihe und stimmen wir uns darauf ein in einem Moment des stillen Gebets, während wir dem Festtagsgeläut der Glocken von den Türmen des Kiliansdoms lauschen.</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59496</guid><pubDate>Fri, 03 May 2024 12:44:43 +0200</pubDate><title>Bischof em. Hofmann firmt vier Jugendliche in Schweinfurt</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/bischof-em-hofmann-firmt-vier-jugendliche-in-schweinfurt/</link><description>Schweinfurt (POW) Vier Jugendlichen der Franziskus-Schule Schweinfurt hat Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann am Freitag, 26. April, bei einem Gottesdienst in der Kirche Sankt Anton in Schweinfurt das Sakrament der Firmung gespendet.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Motto der Feier lautete „Feuer und Flamme“, schreibt die Schule in einer Pressemitteilung. Bischof Hofmann zelebrierte den Gottesdienst zusammen mit Teampfarrer Stefan Eschenbacher. Im Lesungstext ging es um das Pfingstereignis, bei dem Gottes Geist mit Feuerflammen verglichen wird. Alle erhielten einen Streifen Krepppapier in den Feuerfarben und schwenkten sie zu den rockigen Klängen von „Fire“. Organist Gerhard Vonend spielte auf dem Flügel zudem „Light my fire“, und ein Schüler der Franziskus-Schule spielte ein Stück auf der Veeh-Harfe. Zur Erinnerung gab es für die Firmlinge je eine glitzernde rote Glaskugel mit dem Firmdatum. Die Jugendlichen hatten sich seit Februar wöchentlich mit ihrer Religionslehrerin Stefanie Just zur Vorbereitung getroffen. Dazu gehörten Rollenspiele, Besuche in der Kirche und in der Bahnhofsmission. Außerdem gestalteten sie jeweils eine Schatzkiste, in der verschiedene Erinnerungsstücke gesammelt wurden.</p><p>(1924/0480; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Schweinfurt</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59433</guid><pubDate>Sun, 28 Apr 2024 15:37:08 +0200</pubDate><title>Knapp 500 Teilnehmer beim Kinder- und Jugendchortag</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/knapp-500-teilnehmer-beim-kinder-und-jugendchortag/</link><description>Würzburg (POW) Mit einem gesungenen Abendgebet, einem sogenannten Evensong, mit Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran im Würzburger Kiliansdom ist am Samstag, 27. April, der Kinder- und Jugendchortag des Pueri-Cantores-Chorverbandes im Bistum Würzburg zu Ende gegangen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Ihr habt heute in der Stadt eine Tonspur auf Eurem Weg hierher hinterlassen, die deutlich macht: Musik baut eine Brücke. Sie kann uns helfen, Gottes Nähe im Herzen zu spüren“, sagte der Generalvikar in seiner Predigt. Knapp 500 Kinder und Jugendliche aus über 20&nbsp;Chören nahmen an der Veranstaltung teil. Singend zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Stadtteil Zellerau aus zuvor über die Alte Mainbrücke und begeisterten auf dem Domvorplatz Passanten mit einem spontanen Konzert. In der Pfarrkirche Heiligkreuz feierten die Mädchen und Jungen am Morgen mit Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann eine Messe. Die jungen Sängerinnen und Sänger hatten ein umfangreiches musikalisches Programm für die Gestaltung der Gottesdienste vorbereitet. Zudem begegneten die Chorkinder und ‑jugendlichen einander beim gemeinsamen Mittagessen und den Freizeitangeboten wie Bouldern, Fußballspielen oder bei einer Führung durch die Feuerwehrschule Würzburg. Organisiert wurde der Tag vom Würzburger Diözesanverband der Pueri Cantores und den Würzburger Chören vor Ort: der Würzburger Kantorei aus dem Stadtteil Zellerau, den Domsingknaben und der Mädchenkantorei am Kiliansdom Würzburg. Bereits am Vorabend trafen sich die Jugendlichen der Chöre zu einer Lichtfeier mit Dekan Simon Mayer (Karlstadt) in der Pfarrkirche Sankt Burkard sowie zu einer Chorparty im Kilianeum-Haus der Jugend.</p><p>###GALERIE###</p><p class="text-right"><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(1824/0469; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Würzburg</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58954</guid><pubDate>Tue, 26 Mar 2024 10:57:05 +0100</pubDate><title>Öle fürs gesamte Bistum geweiht</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/oele-fuers-gesamte-bistum-geweiht-3/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert Chrisammesse im Kiliansdom – Dogmatiker Marschler beim „Tag der Besinnung“ für Priester und Diakone: Tauf- und Weihepriestertum brauchen einander</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Montagabend, 25. März, im Würzburger Kiliansdom die Heiligen Öle für alle 43&nbsp;Pastoralen Räume im Bistum Würzburg geweiht: das Katechumenenöl für die Salbung der Taufbewerber, das Chrisamöl für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe sowie für die Weihe von Kirchen und Altären, das Krankenöl für die Krankensalbung. Die Priester und Diakone erneuerten im Gottesdienst ihr Weiheversprechen. Die Chrisammesse wird nur einmal im Jahr gefeiert. An der Seite von Bischof Jung zelebrierten Bischof em. Dr.&nbsp;Friedhelm Hofmann, der an diesem Tag ernannte Weihbischof Paul Reder, Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran, das Domkapitel sowie die Dekane. Zuvor gestaltete Professor Dr. Dr. Thomas Marschler, Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik an der Universität Augsburg, einen „Tag der Besinnung“ für Priester, Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber zum Thema „Priesterlicher Dienst in einer priesterlichen Kirche“ im Kiliansdom.</p><p>In seiner Predigt blickte Bischof Jung auf das Evangelium der „Verkündigung des Herrn“. In der Reaktion Marias auf die Begegnung mit dem Engel beginne die Heilsgeschichte. „Auch wenn Maria nicht weiß, wie es gehen soll, beginnt sie ihren Weg mit Gott, Auch wenn Maria nicht ahnt, wohin ihr Weg sie führt, läuft sie los. Auch wenn Maria nicht weiß, wieso der Herr gerade sie ausgewählt hat, vertraut sie auf seinen Ruf.“ Jede Berufungsgeschichte sei anders, aber jede gründe in dieser ersten aller Berufungsgeschichten, sagte der Bischof.</p><p>„Jedes weitere Ja ist so staunenswert wie das Ja-Wort Mariens. Es ist ein Geschenk der Gnade Gottes, das den menschlichen Willen befreit aus dem Kreisen um sich selbst und uns befähigt, mit Maria zu sagen: ‚Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!‘“ Der Heilige Geist werde über jeden kommen, der seinen Ruf hört, der bereit ist, mit Maria Christus in die Welt zu tragen, sagte Bischof Jung. „Das Zeichen für den Heiligen Geist, der Christus im Menschen zeugt, ist das heilige Chrisamöl. Wie Maria diesen Christus in die Welt trägt, sollen auch die geweihten Amtsträger Christus in die Welt tragen.“</p><p>###GALERIE###</p><p>Das Katechumenenöl mahnt nach den Worten des Bischofs, sich innerlich nicht zur Ruhe zu setzen. Die größte Gefahr sei ein müde gewordenes Herz wie das des Priesters Zacharias. „Es zeigt sich in der inneren Haltung, die nichts mehr erwartet von Gott und vom eigenen Leben.“ Im Krankenöl salbe Gott auch die Schwachheit der Menschen, damit diese mit dem Apostel Paulus sagen können: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ „Die Schwäche, die angenommen wird, kann zum Ausgangspunkt eines erlösten Lebens werden“, erklärte Bischof Jung. An die Priester und Diakone gewandt, sagte er: „Danke für Ihren Dienst. Danke für Ihr Dasein heute, mit dem Sie zeigen, dass Sie in Einheit mit dem Bischof und dem ganzen Diözesanklerus Ihren Dienst versehen wollen. Danke für die Erneuerung Ihres Weiheversprechens heute vor Gott und dem ganzen Volk.“</p><p>Nach der Predigt brachten vier Diakone das Chrisamöl, vier Katechetinnen und Katecheten das Katechumenenöl und vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas sowie der Bahnhofsmission das Öl für die Krankensalbung zum Altar. Dort wurden die einzelnen Öle zum Teil beim Hochgebet, zum Teil am Schluss der Feier geweiht. Grundstoff der drei Heiligen Öle ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Für das Bistum Würzburg werden pro Jahr insgesamt rund 60 Liter benötigt. Die Salbung mit Öl ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.</p><p>Die Frauenschola „Vox Anima“ unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller sang die Choralmesse VIII De Angelis und ein Choralproprium. Nach dem Gottesdienst erhielten Vertreter der neun Dekanate die Öle, die in den folgenden Tagen in die Gemeinden der Diözese gebracht werden.</p><h3><strong>„Tag der Besinnung“ für Priester und Diakone</strong></h3><p>Am Montagnachmittag sprach der Augsburger Dogmatikprofessor und Kölner Diözesanpriester Professor Marschler beim „Tag der Besinnung“ für Priester, Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber im Kiliansdom. „Weihepriester und priesterliches Gottesvolk sitzen in der Kirche in einem Boot. Sie sollten aus tiefster Überzeugung ein gemeinsames Ziel verfolgen: Gott die Ehre zu geben in Liturgie und Leben. Sie kommen nur gemeinsam voran auf dem Weg zu Gott, oder sie gehen gemeinsam unter“, sagte er. Von der Krise des Weihepriestertums sei überall die Rede, „gewiss nicht ohne Grund“. Aber es gebe eine nicht minder dramatische Krise des Taufpriestertums, die die Menschen oft erstaunlich kalt lasse. „Das froh machende Geschenk, in der beständigen Nähe Gottes zu leben; es wagen zu dürfen, zum heiligen Gott ‚Vater‘ zu sagen; ‚vor ihm zu stehen und ihm zu dienen‘ nicht aus Pflicht, sondern als Ausdruck königlicher Würde – das alles spielt im Leben vieler Christen faktisch keine Rolle mehr.“ In einer Zeit, in der keine zehn Prozent der Getauften am sonntäglichen Gottesdienst teilnähmen und die Kirchenbindung rasant zerfalle, sei die Vorstellung, „zu einer heiligen Priesterschaft“ zu gehören, „um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen“, vielen Christen nicht weniger fremd geworden als die Berufung in ein Weiheamt. „Beide Wege der sakramentalen Sendung müssen wir in ihrem tiefsten Wesen wiederentdecken. Nur dann wird eine echte Erneuerung der Kirche gelingen“, betonte Marschler.&nbsp;</p><p>mh (POW)</p><p>(1324/0355; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58872</guid><pubDate>Wed, 20 Mar 2024 14:19:54 +0100</pubDate><title>„Das Kreuz anderer mittragen“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/das-kreuz-anderer-mittragen/</link><description>Bischof Jung feiert Kar- und Ostertage im Kiliansdom – Dogmatikprofessor Marschler spricht beim „Tag der Besinnung“ über „Priesterlichen Dienst“ – Erwachsenentaufe in der Osternacht</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Für Christen ist die Heilige Woche von Palmsonntag bis zum Osterfest der Höhepunkt des Kirchenjahrs. Bischof Dr. Franz Jung lädt alle Gläubigen im Bistum Würzburg ein, die Liturgie besonders intensiv mitzuvollziehen. Das Beispiel von Simon von Cyrene, der Jesus half, das Kreuz zu tragen, lade dazu ein, nicht achtlos am Leid des Nächsten vorbeizugehen, sondern das Kreuz anderer mitzutragen und ihnen zu helfen, einen Weg vom Tod ins Leben zu gehen, „den Weg, den Christus uns gebahnt hat durch das Leid hindurch“, sagt der Bischof in seiner Osterbotschaft. „Wenn uns das gelingt, dann kann wirklich Ostern werden, dann kann auch durch uns und unseren Dienst Christus in dieser Welt zum neuen Leben hin wirken.“</p><p>Die Gottesdienste am Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, in der Osternacht, am Ostersonntag und Ostermontag werden auf TV Mainfranken (Kabel), auf Bibel TV online, auf der <a href="http://livestreams.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Bistums-Homepage</a>&nbsp;sowie dem YouTube-Kanal des Bistums live übertragen. Die Chrisammesse ist auf der Homepage und dem YouTube-Kanal des Bistums zu sehen. Bibel TV Fernsehen überträgt zudem den Gottesdienst am Karfreitag.</p><p><em><strong>Palmsonntag</strong></em></p><p>Die Karwoche beginnt mit der feierlichen Prozession am Palmsonntag, 24. März. Nach der Palmweihe um 9.30 Uhr in der Marienkapelle zieht Bischof Jung mit Weihbischof Ulrich Boom, Bischof em. Dr.&nbsp;Friedhelm Hofmann, den Mitgliedern des Domkapitels und den Gläubigen zum Kiliansdom. Dort zelebriert er um 10 Uhr das Pontifikalamt. Vorgetragen wird in diesem Jahr das Leiden Jesu, wie es der Evangelist Markus berichtet. Die Würzburger Domsingknaben und das Bläserensemble am Dom unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller gestalten die Feier mit der „Missa fidem cantemus“ von Christian M. Heiß, Gesängen zum Palmsonntag von Franz Schubert, „Erhöre mich, wenn ich rufe“ von Heinrich Schütz und „O bone Jesu“ von Marco Antonio Ignegneri. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielt die Klais-Orgel.</p><p>Die Liturgie des Tages erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums streute ihm das Volk Palmzweige und jubelte.</p><p>Die Kollekte am Palmsonntag ist für die Unterstützung der Christen im Heiligen Land bestimmt. Sie steht unter dem Leitwort „Mittendrin – Barrieren überwinden“. Bischof Jung bittet die Gläubigen in seinem Aufruf um ihr Gebet und eine großzügige Spende. Der Nahe Osten sei eine Welt voller Barrieren: Eine hohe Mauer trenne palästinensische Gebiete von Israel und israelisch kontrolliertem Land, die heiligen Stätten seien für viele nicht oder nur mit Schwierigkeiten zu erreichen. Auch die Rechte von Arbeitsmigranten würden oftmals nicht anerkannt. „Mit besonderen Schwierigkeiten haben darüber hinaus Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung zu kämpfen. Jeden Tag erleben sie, dass sie ausgegrenzt werden, dass ihnen die Teilhabe an der Gesellschaft verwehrt bleibt.“ Die christlichen Kirchen im Heiligen Land seien an der Seite der Menschen mit Behinderung. Durch zahlreiche Projekte und Einrichtungen böten sie ihnen Chancen auf Teilhabe, Bildung und ein selbstbestimmtes Leben. „Christliche Begegnungsstätten, Schulen, Gemeinden und soziale Einrichtungen eröffnen so neue Perspektiven. Kirchliche Einrichtungen im Heiligen Land können so ganz konkret Barrieren überwinden helfen.“</p><p><em><strong>Chrisammesse</strong></em></p><p>Bischof Jung feiert am Montag, 25. März, um 17.30 Uhr im Kiliansdom die „Missa chrismatis“, die Weihe der heiligen Öle. Am Altar werden Weihbischof Ulrich Boom, Bischof em. D. Friedhelm Hofmann sowie das Domkapitel und die Dekane konzelebrieren. Die Choralschola „Vox anima“ unter der Leitung von Domkantor Beutmiller singt die Choralmesse VIII De Angelis und ein Choralproprium. In der „Missa chrismatis“ weiht der Bischof die drei heiligen Öle. Grundstoff ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Mit dem Chrisamöl werden Neugetaufte und Firmlinge gesalbt, es wird bei der Priester- und der Altarweihe verwendet. Mit dem Katechumenenöl werden die Taufbewerber, mit dem Öl für die Krankensalbung Kranke und Sterbende gesalbt. Die Salbung ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.</p><p>Bereits um 14.30 Uhr lädt Bischof Jung zum „Tag der Besinnung“ für Priester, Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber. Professor Dr. Dr. Thomas Marschler, Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik an der Universität Augsburg, spricht über das Thema „Priesterlicher Dienst in einer priesterlichen Kirche“. Der „Tag der Besinnung“ beginnt mit der Non, dem Stundengebet am Nachmittag. An den Vortrag schließt sich eine eucharistische Andacht mit stiller Anbetung sowie eine Beichtgelegenheit im Kiliansdom und in der Franziskanerkirche an.</p><p><em><strong>Gründonnerstag mit Fußwaschung</strong></em></p><p>Mit der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag, 28. März, beginnen die drei „österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“. Bischof Jung feiert um 19.30 Uhr ein Pontifikalamt im Kiliansdom. Der Kammerchor am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth singt die „Messe zum Gründonnerstag“ und „Pange lingua“ von Anton Bruckner sowie „Ubi caritas et amor“ von Maurice Duruflé. Domorganist Schmidt spielt die Klais-Orgel. In Erinnerung an die Fußwaschung im Abendmahlssaal wäscht der Bischof Vertretern von Diözesanrat, Dompfarrei, Flüchtlingen, Passionsspielern aus Sömmersdorf, Menschen mit einer Behinderung und Ordensleuten –Männern wie Frauen – die Füße. Am Ende der Messe wird der Altarraum leer geräumt. Bis 22 Uhr ist die Anbetung des Allerheiligsten in der Schönbornkapelle möglich. Am Morgen des Gründonnerstags wird um 8 Uhr im Dom eine Trauermette gefeiert.</p><p><em><strong>Karfreitag</strong></em></p><p>Die Karfreitagsliturgie vom Leiden und Sterben Christi feiert Bischof Jung zur Todesstunde Jesu am Karfreitag, 29. März, um 15 Uhr im Kiliansdom. Die Karfreitagsliturgie sieht neben Lesungen, der Leidensgeschichte und den Großen Fürbitten eine Kreuzverehrung vor, bei der das Kreuz enthüllt, den Gläubigen gezeigt und in stillem Gebet verehrt wird. Die Würzburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkantor Beutmiller singen die „Johannespassion, op. 18“ von Alois Maria Müller, „Vexilla Regis“ von Anton Bruckner, „Popule meus“ von Tomás Luis de Victoria und „Eli, Eli!“ von Georgius Bárdos.</p><p>Am Karfreitag wird des Kreuzestodes Jesu gedacht. Er ist gebotener Fasten- und Abstinenztag sowie „stiller Tag“. Um 8 Uhr wird im Dom, wie auch am Karsamstag, eine Trauermette gefeiert. Die traditionelle Karfreitagsprozession in Lohr am Main findet ab 10.30 Uhr in der Lohrer Innenstadt statt.</p><p><em><strong>Ostern</strong></em></p><p>Die Osternacht ist der Höhepunkt der Feier der drei österlichen Tage und des gesamten Kirchenjahrs. Bischof Jung feiert sie am Samstag, 30. März, um 21.30 Uhr im Kiliansdom. Die Mädchenkantorei am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth gestaltet die Feier mit „Antwortgesängen zur Osternacht“ von Alexander Rüth und Otmar Faulstich, „Surrexit pastor bonus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, „O filii et filiae“ aus dem Oratorium Christus von Franz Liszt und „Messe pour deux voix égales“ von Cecile Chaminade. Nach der Feuerweihe und dem Entzünden der Osterkerze am Feuer ziehen Bischof Jung und die Mitglieder des Domkapitels mit der brennenden Osterkerze in den dunklen Dom. Danach singt der Diakon das sogenannte Exsultet, das Lob auf die Osterkerze. Bei den Lesungen wird an die Heilstaten Gottes seit der Erschaffung der Welt erinnert. Im Zentrum der alttestamentlichen Texte steht der Durchzug durch das Rote Meer. Beim Gloria erklingen wieder die Glocken und Orgelmusik setzt ein. Die neutestamentliche Lesung aus dem Römerbrief weist auf das neue Leben der Getauften durch die Auferstehung Jesu hin. Im Evangelium mit dem Halleluja-Ruf wird die Botschaft vom leeren Grab verkündet – in diesem Jahr, wie sie der Evangelist Markus berichtet. Tauf- und Eucharistiefeier sind weitere Teile dieser Nachtfeier, der „Mutter aller Vigilien“. In diesem Jahr tauft Bischof Jung eine Erwachsene.</p><p>Bischof Jung feiert das Pontifikalamt am Ostersonntag, 31. März, um 10 Uhr im Kiliansdom. Es wird begleitet vom Würzburger Domchor und der Camerata Würzburg unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth mit der „Missa in C, KV 258“ von Wolfgang Amadeus Mozart und dem „Hallelujah“ (aus dem Messiah) von Georg Friedrich Händel. Solisten sind Rebecca Suta (Sopran), Kea Niedoba (Alt), Jakob Kleinschrot (Tenor) und Jakob Ewert (Bass). Zur Pontifikalvesper mit Bischof Jung um 17 Uhr singt die „Schola Cantorum“ unter der Leitung von Domkantor Beutmiller. Der Gottesdienst am Ostermontag, 1.&nbsp;April, um 10 Uhr im Kiliansdom wird begleitet von Domorganist Schmidt und Kantorengesängen. Zelebrant ist Domdekan Dr. Jürgen Vorndran.</p><p><em><strong>Aktuelles Lexikon: Ostern</strong></em></p><p>An Ostern feiern die Christinnen und Christen das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi. Es ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah-(Pessach-)Fest. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. In der frühchristlichen Zeit war die Osternacht die große Taufnacht der Kirche. In der katholischen Kirche segnet der Priester in der Osternacht das Taufwasser für das Jahr. Die Gläubigen nehmen das Wasser mit nach Hause. Es soll sie und ihre Häuser vor Unheil schützen. Mit dem Osterfest beginnt die 50-tägige Osterzeit, die am Pfingstfest endet.</p><p>(1224/0327; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51132</guid><pubDate>Sat, 23 Apr 2022 22:10:05 +0200</pubDate><title>Kenner der Kirche in Franken</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/kenner-der-kirche-in-franken/</link><description>Festschrift für Professor Dr. Wolfgang Weiß zum 65. Geburtstag – Drei Bischöfe nahmen an Festakt in Würzburger Neubaukirche teil</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bescheiden, unaufgeregt, kommunikativ – und hochgeschätzt wegen seiner fachlichen Verdienste. So haben Kollegen und Weggefährten den Würzburger Kirchenhistoriker Professor Dr. Wolfgang Weiß bei einem Festakt am Freitag, 22. April, in der Neubaukirche der Universität Würzburg gewürdigt. Anlass war Weiß´ 65. Geburtstag am 11. April. Zudem erhielt dieser eine eigens zu diesem Anlass erarbeitete Festschrift.</p><p>Ein Vorwort, vier Grußworte und 53 Aufsätze vereint die Festschrift „Kirche, Glaube, Theologie in Franken“ auf rund 850 Seiten. Einen Überblick über das Gesamtwerk bot beim Festakt Dr. Martin Rehak, Professor für Kirchenrecht an der Universität Würzburg. „53 Beiträge – das bedeutet zunächst einmal: Wenn unser Jubilar ab sofort jede Woche einen dieser Aufsätze liest, dann hat er am Ende ein Alter erreicht, in dem einem gewissen Udo Jürgens zufolge endlich das Leben anfängt und Spaß macht“, scherzte Rehak. Theologen, Historiker, Archivare, Heimatforscher sind mit Beiträgen im Band vertreten, außerdem Bischof Dr. Franz Jung, Bischof em. Dr.&nbsp;Friedhelm Hofmann und Weihbischof Ulrich Boom, die ebenfalls am Festakt teilnahmen.</p><p>Rehak dankte allen Autorinnen und Autoren sowie seinen beiden Mitherausgebern – Katrin Schwarz, Leiterin von Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg, und Dr.&nbsp;Enno Bünz, Professor für Sächsische und Vergleichende Landesgeschichte an der Universität Leipzig. Die drei Herausgeber, die beim Würzburger Diözesangeschichtsverein aktiv sind, übergaben den Band an Weiß, der den Verein seit 2003 als erster Vorsitzender leitet.</p><p>Vor der Übergabe der Festschrift hoben mehrere Redner menschliche Qualitäten und fachliche Verdienste von Weiß hervor. Der Zuhörerkreis bestand aus rund 50&nbsp;geladenen Gästen aus dem Umfeld von Katholisch-Theologischer Fakultät der Universität Würzburg und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Hinzu kamen die Ehefrau des Jubilars, Dorothe Weiß, und weitere Familienangehörige.</p><p>Weiß sei ein „ausgesprochener Teamplayer“, sagte Bischof Jung in seinem Grußwort. „Durch sein bescheidenes Wesen vermag er die Menschen für sich einzunehmen, die mit ihm zu tun haben, und da Dünkel und Eitelkeit ihm fernliegen, arbeitet man gerne mit ihm zusammen.“ Die beeindruckende Schaffenskraft von Weiß bezeuge eine „ehrfurchtgebietende Literaturliste mit mehr als 200 Titeln“, bekundete der Bischof. Auch auf anderem Weg habe Weiß Erkenntnisse der Kirchengeschichte einem interessierten Publikum nahegebracht, etwa durch die Ausstellung zum 400. Todestag von Fürstbischof Julius Echter 2017 oder durch die Ausstellung zur 200. Wiederkehr der Neugründung des Bistums Würzburg 2021.</p><p>Professor Dr. Matthias Reményi, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, blickte auf den akademischen Werdegang von Weiß zurück. 1998 mit einer Studie über die Geschichte der Würzburger Theologischen Fakultät habilitiert, wurde Weiß ein Jahr später an eben dieser Fakultät Professor für Fränkische Kirchengeschichte und Kirchengeschichte der neuesten Zeit. Als beispielhafte Leistung nannte Reményi die von Weiß und seinem Mitarbeiter Dr. Winfried Romberg erstellten Würzburger Bischofslisten im Rahmen des Projekts „Germania Sacra“. Der Dekan betonte, dass Weiß durch seine unprätentiöse, kommunikative und integre Art eine echte Bereicherung für die ganze Fakultät sei.</p><p>Archiv- und Bibliotheksleiterin Schwarz äußerte ihre Freude, dass die Überraschung für den Jubilar gelungen sei. Es sei schwierig, solche Ereignisse „unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit zu halten“. Schwarz dankte allen Beteiligten, die diese Feier ermöglicht hätten, darunter Lektorin Angelika Wendler und Verlagsleiter Thomas Häußner vom Würzburger Echter Verlag. Ihren Dank richtete Schwarz auch an die Diözese Würzburg und den Bezirk Unterfranken für die finanzielle Unterstützung der Jubiläumsschrift.</p><p>Die Laudatio beim Festakt hielt Professor Bünz, der den Diözesangeschichtsverein stellvertretend leitet. Weiß habe Generationen von Studentinnen und Studenten historische Orientierung gegeben und einer breiten Öffentlichkeit historisches Wissen vermittelt. Den Diözesangeschichtsverein habe er auf eine neue Grundlage gestellt und modernisiert, so dass dieser heute zu den produktivsten kirchengeschichtlichen Vereinen zähle. „Wolfgang Weiß kann an seinem 65. Geburtstag auf eine reiche Ernte zurückblicken“, bescheinigte Bünz seinem Weggefährten.</p><p>Nachdem er die Festschrift entgegengenommen hatte, trat Weiß ans Mikrofon. „Die Überraschung ist geglückt“, versicherte er den anwesenden Gästen. Herzlichen Dank richtete Weiß an seine Frau, seine Kinder und deren Partner sowie an alle Redner und Autoren. „Man errötet schon leicht“, kommentierte er die Würdigungen. Aus der wechselhaften Geschichte der Neubaukirche, dem Ort des Festakts, zog Weiß eine Schlussfolgerung, die er allen Gästen mit auf den Weg gab: „Man kann durchaus zwischenzeitlich Ruine sein und es kann auch hereinregnen – aber es kann etwas Sinnvolles daraus werden.“</p><p><em>Enno Bünz, Martin Rehak, Katrin Schwarz (Hrsg.): „Kirche, Glaube, Theologie in Franken (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg, Band 81)“. Echter Verlag: Würzburg 2022. &nbsp;852 Seiten, 69 Euro (59 Euro für Mitglieder des Würzburger Diözesangeschichtsvereins). ISBN 978-3-429-05764-0.</em></p><p class="text-right"><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Ulrich Bausewein (Würzburger katholisches Sonntagsblatt) </span></span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">(1722/0465; E-Mail voraus)</span></span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><b><i><u><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Hinweis für Redaktionen</span></span></u></i></b><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">: Fotos abrufbar im Internet</span></span></i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51006</guid><pubDate>Sun, 10 Apr 2022 13:47:42 +0200</pubDate><title>Feierliche Palmprozession zum Dom</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/feierliche-palmprozession-zum-dom-1/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung eröffnet in Würzburg die Heilige Woche – Erinnerung an Jesu Einzug in Jerusalem</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit der feierlichen Prozession am Palmsonntag, 10. April, hat Bischof Dr. Franz Jung in Würzburg die Heilige Woche eröffnet. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause konnte dieser besondere Gottesdienst wieder in der ursprünglichen Form gefeiert werden. Die Feier im Kiliansdom wurde live auf Bibel TV, TV Mainfranken sowie im Internet übertragen. „,Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien', sagt Jesus beim Einzug in Jerusalem, als Umstehende Kindern den Lobgesang verbieten wollen. Wir sehen in den Nachrichten aktuell die schreienden Steine der zerstörten Krankenhäuser, Städte und Infrastruktur“, sagte der Bischof. Diese Schreie entstünden dort, wo der Halleluja-Ruf auf Gott, den König, verstumme. Jesus komme friedfertig auf einem Esel daher, nicht mit Panzern und Raketen. „Ein Reich, das auf Gewalt und Terror aufbaut, kann nicht den Frieden bringen.“</p><p>###GALERIE###</p><p>Der Palmsonntag bildet den Auftakt der Heiligen Woche, mit dem Osterfest als Höhepunkt des Kirchenjahrs. In den Pfarreiengemeinschaften und Einzelpfarreien des Bistums Würzburg gedachten die Gläubigen mit Prozessionen des Einzugs Jesu in Jerusalem. Vielerorts begleiteten Kindergartenkinder mit bunt geschmückten Palmbuschen und die diesjährigen Kommunionkinder die Prozessionen.</p><p>Nach der Palmweihe in der Würzburger Marienkapelle zog der Bischof mit Dompropst Weihbischof Ulrich Boom, Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Mitgliedern des Domkapitels und zahlreichen Gläubigen zum Kiliansdom, wo er das Pontifikalamt zelebrierte. Im Gottesdienst wurde das Leiden und Sterben Jesu nach Lukas verlesen. Die Würzburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Christian Schmid gestalteten die Feier mit „Gesängen zum Palmsonntag“ von Franz Schubert, Auszügen aus der „Missa octavi toni“ von Orlando di Lasso und „O bone Jesu“ von Marco Antonio Ignegneri.</p><p>„Ans Kreuz muss jeder von uns; aber wir können uns aussuchen, ob wir links oder rechts vom Herrn hängen wollen“, betonte Bischof Jung in seiner Predigt. Der Mann, der rechts von Jesus starb, sei der Einzige, der auf Golgotha nicht in den Chor aus Spott und Hohn gegen Jesus einstimme. Dieser Mann weise den Schächer zur Linken zurecht. Er erkläre, dass Jesus nichts Todeswürdiges verbrochen habe, sondern lediglich Opfer übler Machenschaften sei. Nur die beiden Verbrecher links und rechts neben diesem bekämen ihren gerechten Lohn. Der Schächer auf Jesu rechter Seite glaube fest daran, dass Jesus als der Gerechte nicht vom&nbsp;Tod besiegt werden könne. „Er glaubt daran, dass der Heilige nicht vom Unheiligen besiegt werden kann.“</p><p>Ebenso stehe der rechte Schächer für den Glauben, dass es eine Liebe gibt, die über den Tod hinausreicht. Er glaube an das Reich Gottes und die größere Gerechtigkeit, die denen zuteilwerde, die sich danach sehnen, die Gott vertrauen und umkehren wollen. Mit seinem Wort „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ spreche Jesus den Mann los von all seiner Schuld, erklärte der Bischof. „So geschieht das Wunder: Der erste, der mit Christus in den Himmel kommt, ist kein gerechter, sondern der reuige Sünder.“ Jesus sei bei den Gottverlassenen, um ihnen die erlösende Nähe Gottes zu schenken, die harte Herzen weich&nbsp;mache und zur Umkehr einlade. „Bis zum letzten Augenblick hat der Mensch die Freiheit, sich für oder gegen Gott zu entscheiden“, sagte Bischof Jung.</p><p>Die Liturgie des Palmsonntags erinnert an den Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums streute ihm das Volk Palmzweige und jubelte. Da in Mittel- und Nordeuropa keine Palmen wachsen, ersetzte man diese durch Palmkätzchen oder andere Zweige. Mit gesegneten Palmkätzchenzweigen ziehen die Gläubigen zum Gotteshaus und nehmen sie nach der Messe mit nach Hause. Daheim werden sie in den sogenannten Herrgottswinkel gestellt oder am Kruzifix und an Heiligenbildern befestigt. Die Kollekte am Palmsonntag ist für das Heilige Land bestimmt.</p><p>Am Montag, 11. April, feiert Bischof Jung um 17.30 Uhr im Kiliansdom die „Missa chrismatis“, die Weihe der heiligen Öle.</p><p class="text-right">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>&nbsp;&nbsp;&nbsp; mh (POW)</em></p><p>(1522/0429; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen</strong>: Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kar- und Ostertage</category><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50964</guid><pubDate>Wed, 06 Apr 2022 14:00:07 +0200</pubDate><title>„Ostern schenkt neue Hoffnung“</title><link>https://bischof-hofmann-em.bistum-wuerzburg.de/ansicht/ostern-schenkt-neue-hoffnung/</link><description>Bischof Jung feiert Kar- und Ostertage im Kiliansdom – Wieder Prozession am Palmsonntag – Bischof Jung spricht beim „Tag der Besinnung“ für Priester und Diakone – Drei Erwachsenentaufen in der Osternacht</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Für die Christen ist die Heilige Woche von Palmsonntag bis zum Osterfest der Höhepunkt des Kirchenjahrs. Bischof Dr. Franz Jung lädt alle Gläubigen im Bistum Würzburg ein, besonders intensiv die Liturgie mitzuvollziehen. „Ostern ist das höchste Fest unseres Glaubens, das uns mit der Feier von Tod und Auferstehung Jesu Christi Jahr für Jahr neue Hoffnung schenkt.“ Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten lädt Bischof Jung alle Menschen herzlich ein, an den Gottesdiensten teilzunehmen, um sich gegenseitig zu stärken und die Osterfreude miteinander zu teilen.</p><p>Die Gottesdienste am Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, in der Osternacht, am Ostersonntag und Ostermontag werden auf TV Mainfranken, auf BibelTV online, auf der <a href="http://livestreams.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Bistums-Homepage</a>&nbsp;sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg live aus dem Würzburger Kiliansdom übertragen. BibelTV Fernsehen zeigt zudem die Gottesdienste am Palmsonntag und am Ostermontag. Darüber hinaus kann man am Montag, 11. April, auf der Bistums-Homepage sowie dem YouTube-Kanal des Bistums die „Missa chrismatis“ sowie den „Tag der Besinnung“ mit Non und eucharistischer Anbetung verfolgen.</p><p><em><strong>Palmsonntag</strong></em></p><p>Erstmals seit zwei Jahren beginnt die Karwoche wieder mit der feierlichen Prozession am Palmsonntag, 10. April. Nach der Palmweihe um 9.30 Uhr in der Marienkapelle zieht Bischof Jung mit den Mitgliedern des Domkapitels und den Gläubigen zum Kiliansdom. Dort zelebriert er um 10 Uhr das Pontifikalamt. Vorgetragen wird in diesem Jahr das Leiden Jesu, wie es der Evangelist Lukas berichtet. Die Würzburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Christian Schmid gestalten die Feier mit „Gesängen zum Palmsonntag“ von Franz Schubert, Auszügen aus der „Missa octavi toni“ von Orlando di Lasso und „O bone Jesu“ von Marco Antonio Ignegneri.</p><p>Die Liturgie des Tages erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums streute ihm das Volk Palmzweige und jubelte.</p><p>Die Kollekte am Palmsonntag ist für die Unterstützung der Christen im Heiligen Land bestimmt. Bischof Jung bittet die Gläubigen in seinem Aufruf um ihr Gebet und eine großzügige Spende. Am Palmsonntag schauten die katholischen Christen auf Jerusalem, die „Stadt des Friedens“, und auf das Heilige Land, die Heimat Jesu. „Oft aber bieten sich uns keine Bilder des Friedens, sondern Eindrücke zerrissener Gesellschaften, religiöser Spannungen, von Terroranschlägen und Krieg.“ Die kleine christliche Gemeinschaft im Heiligen Land versuche unter schwierigen Bedingungen, die Frohe Botschaft vom Frieden zu leben. Viele Pilger hätten auf ihren Reisen Bildungs- und Wohlfahrtseinrichtungen sowie gemeinnützige Projekte kennen gelernt und durch Spenden unterstützt. „Infolge der Coronapandemie sind die Einnahmen jedoch nun schon zwei Jahre lang fast vollständig ausgeblieben. Um ihre sozialen, karitativen und interreligiösen Angebote aufrechterhalten zu können, ist die Kirche im Heiligen Land deshalb mehr denn je auf unsere Verbundenheit und Hilfe angewiesen“, sagt Bischof Jung.</p><p><strong><em>Chrisammesse</em></strong></p><p>Bischof Jung feiert am Montag, 11. April, um 17.30 Uhr im Kiliansdom die „Missa chrismatis“, die Weihe der heiligen Öle. Am Altar werden Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran, drei Regionalsprecher der Dekane sowie ein Sprecher des Priesterrats konzelebrieren. Das Ensemble „Vox Anima“ unter der Leitung von Domkantor Sebastian Ferenz singt die Choralmesse VIII De Angelis und ein Choralproprium. In der „Missa chrismatis“ weiht der Bischof die drei heiligen Öle. Grundstoff ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Mit dem Chrisamöl werden Neugetaufte und Firmlinge gesalbt, ebenso wird es bei der Priester- sowie der Altarweihe verwendet. Mit dem Katechumenenöl werden die Taufbewerber, mit dem Öl für die Krankensalbung Kranke und Sterbende gesalbt. Die Salbung ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.</p><p>Bereits um 14 Uhr spricht Bischof Jung beim „Tag der Besinnung“ für Priester, Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber im Kiliansdom zum Psalmwort „Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn“. In der Einladung schreibt er, der „Tag der Besinnung“ solle „einstimmen auf die Liturgien der Heiligen Woche und des Osterfestes“. Der Tag der Besinnung beginnt mit der Non, dem Stundengebet am Nachmittag. An den Vortrag schließt sich eine eucharistische Andacht mit stiller Anbetung sowie Beichtgelegenheit im Kiliansdom und in der Franziskanerkirche an.</p><p><em><strong>Gründonnerstag</strong></em></p><p>Mit der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag, 14. April, beginnen die drei „österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“. Bischof Jung feiert um 19.30 Uhr ein Pontifikalamt im Kiliansdom. Der Würzburger Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Schmid singt die „Missa sine nomine“ von Ludovico Grossi da Viadana, „Christus factus est“ von Ludwig Ebner, „Ubi caritas et amor“ von Maurice Duruflé, „Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward“ von Heinrich Schütz und „Pange lingua“ von Anton Bruckner. In Erinnerung an die Fußwaschung im Abendmahlssaal wäscht der Bischof Vertretern von Diözesanrat, Dompfarrei, Flüchtlingen, Jugendlichen, Menschen mit einer Behinderung und Ordensleuten – sowohl Männern als auch Frauen – die Füße. Am Ende der Messe wird der Altarraum leer geräumt. Bis 24 Uhr ist die Anbetung des Allerheiligsten in der Sepultur möglich. Bereits am Morgen des Gründonnerstags wird um 8 Uhr im Dom eine Trauermette gefeiert.</p><p><em><strong>Karfreitag</strong></em></p><p>Die Karfreitagsliturgie vom Leiden und Sterben Christi feiert Bischof Jung zur Todesstunde Jesu am Karfreitag, 15. April, um 15 Uhr im Kiliansdom. Die Karfreitagsliturgie sieht neben Lesungen, der Leidensgeschichte und den Großen Fürbitten eine Kreuzverehrung vor, bei der das Kreuz enthüllt, den Gläubigen gezeigt und in stillem Gebet verehrt wird. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine wird zudem eine zusätzliche Fürbitte eingefügt für alle Menschen in der Ukraine und in allen Kriegsgebieten der Erde, für alle, die vor der Gewalt geflohen sind, wie auch für alle, die mit ihrem Leben für die Abwehr des Feindes und den Schutz der Schwachen und Verfolgten einstehen. Die Würzburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Schmid singen die „Johannespassion op. 18“ von Alois Maria Müller, „Also hat Gott die Welt geliebt“ von Heinrich Schütz, „Popule meus“ von Tomas Luis de Victoria sowie einen Gregorianischen Choral.</p><p>Am Karfreitag wird des Kreuzestodes Jesu gedacht. Er ist gebotener Fasten- und Abstinenztag sowie „stiller Tag“. Die traditionelle Karfreitagsprozession in Lohr am Main findet coronabedingt auch in diesem Jahr als Stationenweg statt.</p><p><em><strong>Ostern</strong></em></p><p>Die Osternacht ist der Höhepunkt der Feier der drei österlichen Tage und des gesamten Kirchenjahrs. Bischof Jung feiert sie am Samstag, 16. April, um 21.30 Uhr im Kiliansdom. Die Mädchenkantorei am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkantor Ferenz gestaltet den musikalischen Rahmen mit „Laudate pueri Dominum op. 39,22“ von Felix Mendelssohn, „Surrexit pastor bonus op. 39,3“ sowie „O filii et filiae“ aus dem Oratorium Christus von Franz Liszt. Nach der Feuerweihe und dem Entzünden der Osterkerze am Feuer ziehen Bischof Jung und die Mitglieder des Domkapitels mit der brennenden Osterkerze in den dunklen Dom. Danach singt der Diakon das sogenannte Exsultet, das Lob auf die Osterkerze. Bei den Lesungen wird an die Heilstaten Gottes seit Erschaffung der Welt erinnert. Im Zentrum der alttestamentlichen Texte steht der Durchzug durch das Rote Meer. Beim Gloria erklingen wieder die Glocken und Orgelmusik setzt ein. Die neutestamentliche Lesung aus dem Römerbrief weist auf das neue Leben der Getauften durch die Auferstehung Jesu hin. Im Evangelium mit dem Halleluja-Ruf wird die Botschaft vom leeren Grab verkündet – in diesem Jahr, wie sie der Evangelist Lukas berichtet. Tauf- und Eucharistiefeier sind weitere Teile dieser Nachtfeier, der „Mutter aller Vigilien“. In diesem Jahr tauft Bischof Jung drei Erwachsene.</p><p>Bischof Jung feiert das Pontifikalamt am Ostersonntag, 17. April, um 10 Uhr im Kiliansdom. Es wird begleitet vom Würzburger Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Schmid mit der „Messe in G, D 167“ von Franz Schubert und dem „Hallelujah“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Zur Pontifikalvesper mit Bischof Jung um 17 Uhr singt die Schola Cantorum. Beim Gottesdienst am Ostermontag, 18. April, um 10 Uhr singt „Vox anima“ die Choralmesse I „Lux et origo“ sowie ein Choralproprium.</p><p>An Ostern feiern die Christen das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi. Es ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah-(Pessach-)Fest. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. In der frühchristlichen Zeit war die Osternacht die große Taufnacht der Kirche. In der katholischen Kirche segnet der Priester in der Osternacht das Taufwasser für das Jahr. Die Gläubigen nehmen das Wasser mit nach Hause, es soll sie und ihre Häuser vor Unheil schützen. Weiter werden vielerorts Speisen wie Ostergebäcke, Schinken und Eier gesegnet. Mit dem Osterfest beginnt die 50-tägige Osterzeit, die am Pfingstfest endet.</p><p>(1422/0410; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof em. Friedhelm Hofmann</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kar- und Ostertage</category><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category></item></channel></rss>